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Gutes Leben neu denken

ÜBER FAKE, OBJEKTIVITÄT UND SUBJEKTIVITÄT



[1] In einer subjekt-entleerten naturwissenschaftlich-technischen Sprache geht es angeblich nur um eine ‚objektive‘ Beschreibung von ‚Fakten‘. Für das Funktionieren der Technik sind diese Fakten maßgeblich. Wo aber bleibt dabei der Mensch, der das alles erfunden und hergestellt hat und über den Gebrauch entscheidet?

Angesichts des Unterschiedes zwischen messbaren Detailfakten und der Deutung dieser Messergebnisse kommt schon der Mensch, das lebendige Subjekt, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Er ist der einzige, der die Deutung sinnvoll vornehmen kann. Dabei ist der Unterschied zwischen messen und deuten nur ein gradueller und kein ausschließlicher entweder-oder. Denn schon in der Art des Messens ist ein Stück Interpretation impliziert. In der Quantenphysik ist das vor fast 100 Jahren lange und viel diskutiert worden an der Frage, ob Photonen Wellen oder Teilchen seien –je nach Messmethode kam man zu einem unterschiedlichen Ergebnis.


Subjektiv, intersubjektiv, metativ

So sind sich heute Wissenschafts- und ErkenntnistheoretikerInnen weitgehend einig, dass es eine „Objektivität“ im Sinne von wahr im Gegensatz zu „Subjektivität“ als unwahr nicht gibt. Deshalb sprechen sie heute von „intersubjektiv“. Damit wird ausgedrückt, dass Erkenntnisse von verschiedenen Subjekten wahrgenommen und erkannt wurden oder werden können. Insgesamt ist die Verwendung dieses Begriffes aber recht diffus und unterschiedlich. So schlage ich den Begriff „metativ“ anstelle von „objektiv“ vor, um zu bezeichnen, dass eine Erkenntnis von mehreren, also von einem Metasubjekt erkannt wurde[2]. Hilfreich dazu ist dann die Angabe, welches Metasubjekt die Erkenntnis hatte: eine Familie, ein Gremium von WissenschaftlerInnen, eine Partei, eine wissenschaftliche Fachrichtung, eine Kultur …?

Mit metativ wird das Subjekt des Wahrnehmens, Erkennens, Denkens und Kommunizierens wertgeschätzt und gleichzeitig so relativiert, wie es erkenntnistheoretisch angemessen erscheint.

In den letzten Jahren sind wir mit angeblich wahren objektiven ‚Fakten‘ nicht nur in der Naturwissenschaft, sondern auch in der Medizin und Politik konfrontiert worden, als es darum ging, was die Corona-Viren sind und was sie für unsere gesunde Entwicklung bedeuten. Dabei wurde Mehreres klar. Zum einen ganz besonders, dass es wichtig ist zu wissen, von welchem Metasubjekt die Messungen und Studien stammten: z. B. von den von Impfungen profitierenden Metasubjekten oder von unabhängigen ForscherInnen? Zum anderen, dass wir die vielen verschiedenen Messergebnisse und Studien nur halbwegs sinnvoll und angemessen deuten können, wenn wir die vielfältigen Interaktionen zwischen Viren und den menschlichen Subjekten, auch den kollektiven Metasubjekten, verstehen. ‚Ver-stehen‘ bedeutet, nicht mehr in einem direkten affektiven Bezug mit dem Geschehen zu stehen (wozu Bekämpfen und Profitieren gehören), sondern in einer Distanz aus einer anderen, reflektierten Perspektive zu sehen[3].


Subjektives Fühlen als Lösung?

Sprache ohne Subjekt mit dem Anspruch auf objektive Wahrheit und Richtigkeit (wie sie heute noch an vielen Unis, auch in medizinischen Fakultäten verlangt wird – im Unterschied zu Wahrhaftigkeit und Authentizität) ist eine rechthaberische und damit verdeckt machtergreifende (oft als „patriarchalisch“ kritisierte) Sprache, die Unantastbarkeit suggeriert. Sie fordert und fördert ein Anpassen der Menschen an die Technik und digitale Sprache. Damit ist sie Wegbereiterin für das gesellschaftliche Top-down-Wirken der KI, die die Qualitäten des menschlichen Subjekts nicht hat, nicht reflektierend integrativ zurückschalten und mitfühlen kann.

Andersherum sind das menschliche Subjekt und seine lebendige von lebendiger Intelligenz formulierte Sprache auch die Mittel, um die KI sinnvoll zu nutzen, anstatt sich einem Missbrauch durch KI auszuliefern.

Die Dominanz einer naturwissenschaftlich-technischen subjektlosen Sprache hat heute zu einer Gegenreaktion geführt, in der die Gefühle und damit etwas Subjektives, kaum zu Entäußerndes, den Maßstab aller Dinge geben sollen. So prägen emotionale wie moralische Geschichten aller Art populistisch die Medienkommunikation. Dabei spielen die Emotionen, die in der Macht-Opfer-Dynamik (s. Beitrag vom 3.1.2024) auftreten, leider Hauptrollen. Die Schlagzeilen in vielen Medien betreffen meist Krisen, Kriege und andere Bedrohungen wie Rechtstreite. Sie sind also überwiegend aversiv (s. Beitrag vom 22.12.2023). Die Fernsehprogramme bestehen weitgehend aus Krimis und Konsum-Soaps zur Stress-Kompensation.

So scheint das von den Naturwissenschaften in seiner Bedeutung missachtete lebendige menschliche Subjekt[4] auf fragwürdig affektive Art und Weise durch die Hintertür wieder aversiv und zerstörerisch sowie konsumsüchtig auf die kulturelle Bühne zu treten.


Ist heute ein neues Mittelalter?

Im Mittelalter brauchte das Denken in alten religiösen Dogmen der christlichen Kirchen eine große Erneuerung, weil es das damals aufkommende materiell kausale naturwissenschaftliche Denken nicht integrieren konnte.[5] Heute scheint es andersherum zu sein: das Denken in alten naturwissenschaftlichen Dogmen von materieller Kausalität kann das lebendige neue und kokreative Denken in komplexen Dynamiken, Systemen und Lösungen und der Wirksamkeit von attraktiven Informationen wie Geist nicht integrieren.

Anscheinend reicht vielen heute die vorhandene und allseits bekannte wie erfahrbare Zerstörung der Umwelt und Menschlichkeit noch nicht, um sich für ein neues Denken zu öffnen. Wird es angesichts dieser Zerstörungen nicht dringend erforderlich, dass wir unsere eigenen zerstörerischen Dynamiken reflektieren und verändern? Und neue aufbauende und gesundheitsförderliche kultivieren? Die großen aktuellen Krisen, wie die Umwelt- und Klimakrise wie auch die Kriege haben wir selbst gemacht. Wir brauchen dringend ein Besinnen auf uns selbst: Wo liegen die Neigungen zur Zerstörung in mir und uns und wo die Ressourcen und Fähigkeiten zu heilsam aufbauendem Kooperieren? Diese Reflexion und Besinnung braucht es sowohl individuell und kollektiv, sowohl jeder für sich, in kleinen Gruppen, größeren Zusammenhängen als auch national und global. Dazu gehört auch eine Reflexion der Kommunikation – ganz besonders der Massenkommunikation über Medien. Dabei können neue Vorgehensweisen nur von Subjekten kokreativ mit lebendiger Intelligenz kommen.


Das Subjekt in der Sprache neu kultivieren

Gibt es einen stimmigen Zugang zum Subjekt und Subjektiven, der mich in meiner Wechselbeziehung zur Umwelt passend reflektierend integriert? Wo ich meine zerstörerischen Muster bewusst regulieren kann und meine kokreativ aufbauenden Fähigkeiten förderlich kultivieren kann?

Wo ich mich weder liquidiere noch überhöhe, sondern mich mit all meinen Motiven und Fähigkeiten in kokreativer Kooperation mit Mitmenschen, der Umwelt wie Natur fühle und reflektiere, von der ich selbst ein Teil bin?

Aus den langjährigen Erfahrungen im sehr kreativen Gemeinschaftsleben in Hannover und Heckenbeck sowie explizit beim Kultivieren Salutogener Kommunikation hat sich für mich gezeigt, dass es sehr hilfreich ist, immer wieder nach der eigenen Motivation und Intentionalität zu fragen, welches Bedürfnis und Anliegen ich habe, was mir wirklich bedeutsam ist, wohin ich mich in und mit der mehrdimensionalen Umwelt entwickeln will. Und dass wir uns über unsere Motive und Intentionalität austauschen und abstimmen.

Theodor Dierk Petzold



[1] Grafik aus: https://www.philoclopedia.de/einzeldisziplinen/quantenphysik/welle-teilchen-dualismus/

[2] Petzold TD (2001) Objektivität, Subjektivität und Arzt-Patienten-Beziehung. In: Erfahrungsheilkunde EHK 2/2001, S.71-81. https://gesunde-entwicklung.com/wp-content/uploads/2021/10/Petzold-objektivitaet-subjektivitaet-und-arzt-patienten-beziehung-EHK-2001.pd-f-1.pdf

[3] vgl. a. Beitrag vom 5.10.2023 und die motivationalen Modi in Petzold & Henke (2023) Motivation. Grundlegendes für ein gelingendes Leben. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung.

[4] Z. B. sehr konsequent im Lehrbuch „Biopsychologie“ des Menschen von Pinel et al 2019

[5] Angenommen wir befinden uns heute in einer vergleichbaren Übergangssituation wie zum Ausklang des Mittelalters. So wie damals die Dogmen des christlichen Glaubens in den kirchlichen und weltlichen Machtstrukturen sich verhärteten und zu grotesken Erscheinungen wie der Inquisition führten, so scheinen heute die Dogmen der alten Naturwissenschaften mit ihrem Glauben an materiell-lineare Kausalitäten zu ihrer institutionellen Machterhaltung zu inquisitionsähnlichen Kampagnen zu führen. Dazu war bzw. ist das Rechthaben, materiell kausale Beweisen von Fakten und Urteilen über gut und böse, richtig und falsch essentiell.

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Deutsches Diagramm von Bewusstsein und Zeit: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft mit einem blauen Pfeil und beschrifteten Ebenen
von Dr. med. T.D. Petzold 25. Juli 2025
Angesichts sich überschlagender Krisenereignisse in der Welt, scheint es angebracht, einmal zu versuchen, diese in einem größeren historischen Rahmen zu reflektieren. Womöglich ergibt sich aus einer etwas distanzierteren reflexiven Sicht mehr Klarheit über die größeren Zusammenhänge und auch darüber, wohin die Entwicklung im positiven Fall gehen kann. Grob zusammengefasst ist die hier vertretene These: Die kulturelle (R-)Evolution im 20. Jhdt. (insbesondere der 2. Hälfte, hier als „Wendezeit“) bezeichnet) ging in Richtung einer humanistisch geistig geprägten Ära, die häufig Informationszeitalter genannt wurde. Die Menschheit mit ihren Kulturen war auf dem Weg, sich in ein Zeitalter zu entwickeln, in dem der lebendige Geist das gute Leben zunehmend menschlich bestimmt. Diese (R)Evolution gefiel aber nicht allen. Insbesondere GewinnerInnen einer materialistisch ausgerichteten Denk- und Wirtschaftsweise agierten immer offener zur konter(r)evolutionären „Zeitenwende“. Im vorliegenden Beitrag, dem ersten Teil zu diesem Thema, geht es um die „Wendezeit“, wie ich sie erlebt habe und jetzt reflektiere. Im folgenden 2. Teil (voraussichtlich Ende August) geht es dann um die „Zeitenwende“, die die geistigen Entwicklungen der Menschheit versucht rückgängig zu machen. Im 3. Teil soll es dann um vorhandene zukunftsweisende Entwicklungen gehen. Ich lade Sie / Dich herzlich ein, bei dieser Meta-Reflexion mitzuwirken. Bitte schicken Sie mir Ihre / Du Deine Gedanken zu meinen Posts oder zu eigenem Erleben von Wendepunkten in der Wendezeit sowie auch zu Erfahrungen und Reflexionen zur Zeitenwende und zur Zukunftsperspektive. 1. Teil: „Wendezeit“ - Evolution der Menschlichkeit Gerade hat der Umweltmediziner Dr. Heinz Fuchsig aus Innsbruck mir eine Präsentation geschickt zu den „Co-Benefits Klimahandeln“. Er macht deutlich, wie viel in den letzten 40 Jahren im Umweltschutz schon erreicht wurde, das sich auch positiv auf die Gesundheit wie auch die Kindersterblichkeit auswirkt. Diese positiven Veränderungen wurden nach dem 2. Weltkrieg immer sichtbarer. In Wissenschaften Einige LeserInnen erinnern sich womöglich noch an das Buch „Wendezeit“ von dem Physiker und Philosophen Fridjov Capra, das 1983 in Deutsch erschien. Es war ein Highlight des intellektuellen Zeitgeschehens aus der Mitte der 2. Hälfte des 20. Jhdt. Capra versuchte dabei, Physik und Spiritualität zu integrieren. Er führte neue Methoden zur Integration des Subjektes sowie der Komplexität in das wissenschaftliche Arbeiten aus. Beide Themen sind große Herausforderungen für viele WissenschaftlerInnen (s. Capra 1983; Petzold 1996, 2001, 2022, 2024 u. Blog-Beiträge vom 1.2.2024 (Komplexität und Sprache) und 4.3.2024 (Subjektivität und Objektivität). In verschiedensten oder sogar allen Wissenschaften gab es in dieser Wendezeit Ansätze für neues Denken und Forschen. Thomas S. Kuhn hatte 1962 mit seinem Buch zur Struktur wissenschaftlicher Revolutionen einen „Meilenstein zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie“ (Wikipedia) gesetzt. Mit diesem Buch wurde der Begriff Paradigmenwechsel popularisiert. Nach Kuhn verläuft die Evolution der Wissenschaften in Phasen, die an das dialektische Prinzip von Hegel, Marx und Engels erinnern. Starke Impulse für Paradigmenwechsel in vielen Wissenschaften kamen aus der Quantenphysik und theoretischen Physik, aus der auch Capra berichtete. Auch die Kybernetik, Informatik, Systemtheorie und später die Chaosforschung gaben wichtige Anstöße zu einem neuen Denken. Von dem Biologen v. Bertalanffy wurde die Systemtheorie formuliert, die das moderne Denken in allen Lebenswissenschaften sowie auch Therapie- und Beratungsmethoden stark prägt. Sowohl in theoretischen Sozial- und Geisteswissenschaften als auch in praxisbezogenen Gesundheitswissenschaften wie der Psychotherapie, der ganzheitlichen Medizin (Gesundheitstag 1980) bis hin zur Ottawa-Charta der WHO 1986 wurde „out oft he box“ gedacht und es wurden neue Perspektiven, Praktiken und Theorien diskutiert (z. B. auch Antonovskys Salutogenese).
von Dr. med. T. D. Petzold 24. Januar 2025
Wir Menschen lernen sprechen im vertrauten Kreise unserer Familie. Sprechen erweitert unsere Kommunikation zunächst mit unseren vertrauten und nächsten Mitmenschen. Sprechen, dazu gehört jede Form von Kommunizieren mit vereinbarten Zeichensystemen, ermöglicht uns eine differenzierte Kommunikation über Ziele, Wünsche und
Eine Gruppe von Menschen steht draußen und hört einem Mann zu, der spricht. Einige tragen Sonnenbrillen und helle Kleidung.
von Dr. med. T. D. Petzold 2. Dezember 2024
Am 15.8.2024 wollte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil das „Geheimnis von Heckenbeck“ erkunden und lösen. Heckenbeck ist ein Dorf, ein Ortsteil von Bad Gandersheim, das schon mehrfach Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat: u.a. durch Preise bei Landeswettbewerben „Unser Dorf hat Zukunft“ sowie durch NDR-Fernsehfilme von Christian Pietscher „Dorf macht glücklich“ und „Lust auf Dorf“ (2016). Das Dorfleben in Heckenbeck floriert seit vielen Jahren mit traditionellen Vereinen und besonders mit vielen neuen „alternativen“, meist von Kooperationen gegründeten und betriebenen Projekten wie einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis, einer Hebammenpraxis, einer Freien Schule mit Kindergarten, der „Weltbühne“ (ein soziokulturelles Zentrum des „KuK e.V. Kommunikation und Kultur“), einem Meditationshaus, einer Solidarischen Landwirtschaft mit Gemüseanbau, einem Mitglieder-Bioladen, mehreren Handwerksbetrieben … Die Einwohnerzahl ist in den letzten 40 Jahren um 25% gestiegen, während sie in den meisten anderen Dörfern Südniedersachsens um etwa 20% zurückging. Was ist anders – gibt es ein „Geheimnis von Heckenbeck“? In Heckenbeck leben viele Menschen weitgehend selbstbestimmt. Sie kommunizieren kokreativ und kooperativ. Es gab einen intensiven Kommunikationsprozess, der immer noch anhält. Natürlich auch immer wieder mit schmerzhaften Erlebnissen. Als ich dem MP vor dem „Brennesselhof“, auf den ich 1984 gezogen war, in fünf Minuten die Geschichte des gemeinschaftlichen Lebens in Heckenbeck erklären sollte, habe ich von unserem kooperativen und gegenseitigen Helfen mit den Landwirten vor 40 Jahren berichtet und von der kokreativen Zusammenarbeit der neu dazu gezogenen. Und von der Entfaltung der Kommunikation im Gemeinschaftsleben, unter anderem durch die Kabarettistin Elisabeth Möller, die Erfahrungen im Theater der Befreiung von Augosto Boal und anderem hatte. Durch Loslassen und Zurückhaltung der therapeutischen Rolle und einem Kultivieren des Ausdrucks der eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Wünsche, Anliegen und Visionen konnten wir eine vertrauensvolle Nähe herstellen. – Für weitere Einzelheiten blieb bei der Dorfführung mit dem MP keine Zeit. Aber hier kann ich Weiteres berichten. Verschiedene Menschen haben verschiedene Methoden zu kommunizieren in das alternative Dorfleben in Heckenbeck eingebracht: die Forumsarbeit aus dem ZEGG, den Redestab-Kreis aus indigenen Traditionen, Visionssuche, Gewaltfreie Kommunikation GfK, Co-Counceln aus der amerikanischen Selbsthilfebewegung … Dann habe ich den Verlauf der erfolgreichen lösenden Gespräche wie z. B. in unserer Hofgruppe reflektiert und daraus eine Methode formuliert, aus der später auf unserem Salutogenese-Symposium unter dem Einfluss weiterer „Techniken“, wie der OpenSpace-Technology der „Kokreative Raum KoRa“ wurde[1]. „ko-ko-ko“ macht glücklich Die Mischung aus einer vertrauensvollen kooperativ zupackenden Haltung (typisch männlich?) und einer offenen, mitfühlenden und sich mitteilenden Kommunikation (typisch weiblich?)[2] hat womöglich die Kokreativität zur Entfaltung gebracht und „glücklich“ und zufrieden gemacht. Für alle Beteiligten war dabei Geld verdienen, persönlichen materiellen Gewinn machen, nicht das oberste Ziel des Arbeitens wie Kooperierens. Allerdings hatte es seinen wichtigen Stellenwert, wie in der heutigen Realität erforderlich, aber dennoch nachrangig. An erster Stelle stand ein gutes Leben, ein erfülltes, sinnvolles Leben zu führen – gemeinsam und in und mit der Natur: der umgebenden wie auch unserer eigenen inneren. Das erscheint als artegerechtes Leben: kokreativ kooperativ kommunizieren kokoko. Das zeigen inzwischen viele Forschungen[3]). Das „Geheimnis von Heckenbeck“, das gemeinschaftliche Leben in und mit der Natur, ist im Kern womöglich ganz einfach die naturgegebene Art des Menschen, gut zu leben.
von Anne Lohmann 27. Mai 2024
Anknüpfend an den Beitrag vom 21. März ist die Frage im Raum, wie wir, uns bei einem Angriffskrieg verhalten wollen. Es geht nicht darum, Partei für Putin oder die USA zu ergreifen. Es geht um unser eigenes Wohl. Wie haben wir und unsere Nachkommen nachhaltig ein gutes Leben mit Leib und Seele? Dazu brauchen wir einen
von Dr. med. T. D. petzold 29. April 2024
Die Frage nach einer Selbstbestimmung taucht in Gesundheitsfragen eigentlich nur auf, wenn es keine freiwillige Übereinstimmung zwischen Patient und Behandler gibt. Normalerweise ist die Kooperation zwischen diesen PartnerInnen so stimmig und vertrauensvoll, dass die Selbstbestimmung und Autonomie des Patienten eine..
von Dr. med.T. D. Petzold 21. März 2024
Sollen Kinder lernen, Frieden zu stiften oder Krieg zu erdulden? Die Kriegsvorbereitungen durch die Bundesregierung werden immer offener und umfassender. Mit der „Zeitenwende“ zurück zu einem hochgerüsteten kriegerischen Deutschland und der Einstimmung auf einen möglichen Krieg gegen Russland (und/oder…
von Dr. med. T.D. Petzold 1. Februar 2024
Wie können wir Verbundenheit mit der Sprache verwirklichen? In den letzten Beiträgen habe ich immer wieder Trennendes in der Sprache beschrieben. Jetzt möchte ich einmal beim Verbindenden bleiben. Dazu gehe ich einer These nach: Alle Menschen sind miteinander in der Biosphäre verbunden...
von Dr. med. T. D. Petzold 5. Januar 2024
Alle Menschen, die ich kenne, sagen, dass sie Frieden wollen. Wie kommt es, dass trotzdem immer wieder Krieg geführt und dafür gerüstet wird? Und warum rechtfertigen so viele Menschen den Krieg dann irgendwie und machen ihn mit? Sind das Folgen von Hirnwäsche? Wie können wir eine friedvolle Sprache kultivieren?
von Dr. med. T.D. Petzold 22. Dezember 2023
MASSENMEDIEN UND SPRACHE ALS MITGESTALTUNGSRAUM Wenn wir den Sprachraum als Mitgestaltungsraum wollen…?
von Dr. med. T.D. Petzold 27. April 2023
Bei der Frage nach dem guten Leben geht es nicht darum, eine klare Definition oder gar Norm zu finden. Das gute Leben ist eine attraktive Leitidee, ein inneres Idealbild, das sich verändern kann. Auf der einen Seite ist das Streben nach einem guten Leben schon Jahrtausende alt. Auf der anderen Seite tauchen die Begriffe in den letzten Jahren in Gesprächen und in Medien immer häufiger auf. Was bedeutet für dich ein gutes Leben? Was bedeutet mir ein gutes Leben? Was bedeutet ein gutes Leben für alle Menschen in der Biosphäre? Das Ziel und der Weg sind eins Ein gutes Leben ist ein Ideal vom Leben und gleichzeitig jeder Schritt auf dem Weg zu diesem Ideal. Das Ziel ist der Weg und der Weg ist das Ziel – diese alte Weisheit passt hier besonders gut. Jeder Schritt in Richtung des Ideals ist schon ein Stück gutes Leben – selbst wenn er einmal schmerzhaft sein sollte. Dann haben wir einen Anlass zum Lernen für unser gutes Leben. Die Motivation zum guten Leben für Alle in der Biosphäre verbindet uns intentional mit allen Menschen und der Biosphäre und fordert uns gleichzeitig ganz individuell heraus, nachzuspüren und nachzudenken, was ein gutes Leben in jedem Moment für jeden bedeutet. Was ist dir bedeutsam? Was sind deine Bedürfnisse und Anliegen? Immer wieder dieser Frage nachzugehen und die Anliegen an passender Stelle zu kommunizieren, ermöglicht mehr gemeinsames Lernen sowie ein bewusster gemeinsames gutes Leben. Dabei gibt es nicht den einen richtigen Weg. Im Gegenteil: Es gibt so viele Annäherungsschritte, wie es Menschen gibt. Es gibt keine Norm vom guten Leben. Jede scheinbare Abweichung vom Weg des guten Lebens kann aus einer anderen Perspektive als ein Lernvorgang auf eben diesem Weg gesehen werden – individuell, als Gemeinschaft, Kultur oder Menschheit. Gutes Leben bedeutet, es mitzugestalten Theodor W. Adorno hat in seiner Minima Moralia geschrieben: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Dem möchte ich widersprechen. Wir können und dürfen nicht auf angenehme äußere Bedingungen warten, auf ‚gutes Wetter‘. Auch, wenn PolitikerInnen Krieg führen und uns dazu einspannen wollen, gibt es Schritte zur Annäherung an ein friedliches gutes Leben. Wir behalten die Verantwortung für unser gutes Leben auch „im falschen“ – selbst, wenn das Leben dann nicht derart gut möglich erscheint, wie wir es uns vorgestellt haben. Selbst bei Unterdrückung, Zwang, Ausbeutung und Verleumdung: Wenn unser Leben im Außen viel mit Verteidigung gegen Bedrohungen befasst ist, können wir das gute Leben doch im Inneren und Kleinen kultivieren. Dann bezieht sich das Mitgestalten des guten Lebens zunächst auf scheinbar kleine Dinge. Diese können auf längere Sicht auch größere Systeme verändern. Jeder kann von jedem lernen Wenn wir ein „gutes Leben für Alle“ anstreben, beinhaltet dies, dass wir uns mit anderen Menschen darüber austauschen, was ihnen ein gutes Leben bedeutet. Davon können wir Aspekte des guten Lebens lernen, die uns zuvor nicht präsent waren. Möglicherweise kann ein solcher Austausch Menschen helfen, immer neue Aspekte kennen zu lernen und alte, überholt geglaubte Aspekte neu zu integrieren. Das könnte zum Beispiel für ein einfaches Leben mit der Natur der Fall sein. Denn unsere lebendige Intelligenz und Motivation ist ursprünglich auf Kohärenz mit der Natur aus – als Menschheit mit der Biosphäre. Das ist die Grundlage der Evolution der Lebewesen und heute für uns Menschen eine ganz aktuelle und bewusste Erfordernis. Dabei kann womöglich ein Lernen von Umgangsweisen von Naturvölkern mit ihrer Umwelt hilfreich sein. Ein gutes Leben gelingt kommunikativ kokreativ Um ein stimmiges Leben zu leben, gestalten wir jeden Tag neu gut für uns und unsere Mitwelt – zusammen mit unseren Mitmenschen und der Natur und in Abstimmung mit diesen. Ein gutes Leben für Alle in der Biosphäre ist ein ständiger kommunikativer Abstimmungsvorgang zwischen den Menschen und mit der Natur. Für dieses Kokreieren spielt die passende, authentische Kommunikation unserer Anliegen eine wichtige Rolle (s. a. Kokreative KulturTreffen KKT). In dieser Kommunikation kommen implizite, intuitive und rationale, abgeleitete Anliegen und Gedanken zusammen. So entfaltet sich das gute Leben kokreativ in Übereinstimmung mit der Umwelt als ein evolutionärer Prozess (s. Kap. 4 u. 5 im Buch „Motivation. Grundlegendes für ein gelingendes Leben“.