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Veranstaltungen:

23. Nov 2019

Macht und Ohnmacht - Reflexion und Auflösung eines Beziehungsmusters in Therapie und Beratung

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13. Dez 2019

B 5 - Basisausbildung SalKom®

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10. Jan 2020

B1 - Basisausbildung SalKom®

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15. Jan 2020

TSF Kursleiterausbildung

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28. Feb 2020

C 1 - Aufbauausbildung SalKom®

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05. Mär 2020

B2 - Basistraining Salkom®

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23. Mär 2020

Training der gesunden Stressregulationsfähigkeit/TSF (Bildungsurlaub)

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Weitere Veranstaltungen

Die Ambivalenz von Möglichkeits- und Erfahrungsraum – und die Bedeutung von Gegenwartsmomenten

Bastian, Rolf

In allen Daseinsdimensionen öffnen sich immer wieder - oft ganz plötzlich – Möglichkeitsräume. Das sind manchmal Informationen, die schon mal dagewesen sind, aber vergessen, unterdrückt oder beiseite geschoben wurden; manchmal handelt es sich um etwas völlig Neues. Wie können wir solche Zukunftsangebote erkennen? Wie sollen wir sie bewerten und entscheiden, ob wir sie annehmen wollen? Eine Hilfestellung kann uns sicherlich der Erfahrungsraum geben. In ihm fanden und finden wir im Zuge unserer Selbstregulation immer wieder wichtige Maßstäbe, was förderlich ist und was uns schadet. Allerdings kann die Vergangenheit auch zum Korsett werden, das alles Neue blockiert. Das gilt umso mehr, wenn wir implizit angstbestimmte, oftmals mit dem Dramadreieck verbundene Muster in die Zukunft projizieren. Dann reagieren wir oft aus Automatismen. Die Analogie zwischen der individuellen und der gesellschaftlichen Ebene ist hier augenfällig

Wie können wir offener werden für neue Möglichkeiten? Wie können wir von Getriebenen zu vertrauensvoll Handelnden werden? Hier sind - neben den äußeren Bedingungen - Gegenwartsmomente bedeutsam. Sie können beide Räume verbinden und helfen, Automatismen zu unterbrechen. Sie entstehen z.B. in der wirklichen Wahrnehmung von Dingen und Menschen, in Begegnungen und Dialogen, in der Meditation, aber auch  in Augenblicken des Lernens und Verstehens. In ihnen haben wir die Chance, Zugang zu stimmigen Attraktoren für unseren weiteren Weg zu finden.

 

Der Mensch als kokreatives Lebewesen - Gedanken einer Biologin

Dr. Fankhauser, Regine

Biologische Prozesse wie Wachstum, Schwarmverhalten und Kooperation erscheinen oft komplex und schwer fassbar, da meist nicht-lineare Zusammenhänge vorliegen. Eine wichtige Erkenntnis der Chaos-Theorie und der Theorie dynamischer Systeme besagt, dass einfache Regeln höchst komplexes Verhalten bewirken können. Auch menschliches Verhalten und menschliche Organisationen können damit beschrieben werden. Dabei spielen die Regeln und Prozesse für die Zusammenarbeit eine wesentliche Rolle, in welche Richtung sich eine Organisation entwickelt. Dabei stellt sich die Frage: Wenn wir das Ziel haben, eine selbstorganisierte, kooperative Organisation aufzubauen (=Attraktor), wie sollten dann die Regeln und Prozesse des Zusammenarbeitens gestaltet sein?

 

Attraktoren für die Schule von morgen

Keiten, Anja und Müller, Kirsten

Die Institution Schule hat in Bezug auf Attraktoren, die die Zukunft gestalten, sehr viel Potenzial. Schulen unterrichten die jungen Menschen in sich rasant ändernden Zeiten häufig noch konservativ. Die Idee, dass das Gehirn des Menschen mit Wissen gefüllt werden könnte, ist verbreitet - obwohl die heutigen Erkenntnisse der Hirnforschung in eine gänzlich andere Richtung weisen.
Für Eltern, die sich mit dem Schulsystem kritisch auseinandersetzen und die sich für ihre Kinder individuelle Lernarrangements wünschen, wird es in Zukunft sicherlich leichter, gute Schulen zu finden, denn sie wählen jetzt schon häufig nach Attraktoren wie individuelle Förderung, kooperative Lernformen etc.
Für Lehrkräfte gibt es vor allem drei Attraktoren, die Schule als Institution anbieten kann. Zum einen die Arbeit in multiprofessoniellen Teams (Zugehörigkeitsgefühl, soziale Bedürfnisse). Die Gestaltungsfreiheit bei der Planung der Unterrichtsformate (Selbstverwirksamkeit, kognitive Bedürfnisse) und Transparenz auf allen Entscheidungsebenen (Sicherheit, Orientierung). Für Schüler/innen gibt es in erster Linie vier Attraktoren z.B. dass sie Selbstwirksamkeit erfahren und von den Lehrkräften mit ihren Sorgen und Nöten ernst genommen werden. Die Schüler/innen erwarten außerdem individuelle Unterstützung und „gerechte“ Bewertung.
Die Medizin, die Soziologie, die Psychotherapie und die Schulentwicklung können sich in der salutogenen Ausrichtung bestärken. Die Vernetzung ist in Zeiten des Umbruchs besonders wichtig, damit die salutogenen Theorien in den einzelnen Institutionen sichtbar werden. Die Weichen werden gerade neu gestellt. Das aktuelle Schulsystem wird momentan in erster Linie durch die Inklusion ad absurdum geführt. Die genannten Attraktoren benötigen „Geburtshilfe“.

 

Die neue Muse. Versuch über die Zukunftsfähigkeit

Dr. Kurt, Hildegard

Der Impulsvortrag erkundet Zukunftsfähigkeit - Synonym für Nachhaltigkeit - als die zutiefst staunenswerte Fähigkeit, Orientierung nicht allein aus dem zu beziehen, was derzeit vorherrscht, sondern empfänglich für die Werdekräfte der Welt zu sein. Die hierfür nötige offene, resonanzfähige Geisteshaltung findet ein Sinnbild in der "neuen Muse", deren Erscheinen einst Joseph Beuys ankündigte. Während die traditionellen Musen ausgewählten Künstler*innen zur Seite stehen, will die neue Muse das jeder und jedem innewohnende Schöpferische aktivieren. Damit verwandelt sie auch den Raum zwischen den Menschen und inspiriert zu gemeinschaftlichem Gestalten.

 

„In die Zukunft sehen?!“ Imagination von heilsamen Entwicklungsbildern als Basis für einen gelingenden therapeutischen Prozess

Lehmann, Nadja

Wenn PatientInnen vor uns sitzen, brauchen sie, dass wir an sie glauben. Wenn sie spüren, dass wir davon überzeugt sind, dass Heilung auch der schwersten seelischen Verletzungen möglich ist, ist die Hälfte der Arbeit schon getan.  Dabei ist es wichtig, konkrete Entwicklungsbilder in sich zu haben, die dann in der Kommunikation ganz automatisch „eingespiegelt“ werden.
Basierend auf Erfahrungen aus der traumatherapeutischen Arbeit wird gezeigt, wie bewusste Imagination (PITT, TRIMB, Screen-Technik oder freie imaginative Prozesse) einerseits für die PatientInnen andererseits für uns als BehandlerInnen selbst hilfreich sein kann.  Entwicklungsbilder können mit Medien anschaulich gemacht werden, sind Anker für tiefe Prozesse.
Letztlich hilft uns auch die Imagination, uns selbst zu vergegenwärtigen, wie weit wir glauben und vertrauen können in unserer Arbeit. Was sind unsere Entwicklungsbilder für unsere eigene Arbeit?

 

Stimmigkeit als Handlungsimpuls: Körperimpulse wahrnehmen und bewegen (praktische Übung)

Dr. Mikisch, Taiya

In dieser praktischen Übung widmen wir uns der Körperwahrnehmung. Wir üben eine wertfreie Haltung gegenüber der Körpererfahrung und lernen, Ressourcen im Körper zu finden. Daraus entwickeln wir Handlungs- und Bewegungsimpulse, die auf einem körperlich verankerten Gefühl der Stimmigkeit basieren.
“Zukunft vom Attraktor her gestalten” wird also auf einer ganz konkreten Ebene als das Wahrnehmen von Kohärenz im Körper und daraus abgeleiteten Handlungen / Impulsen verstanden. Die Arbeit lässt sich im Paradigma der Ressourcenorientierung verorten, denn sie schult und übt die Sensibilität für Handlungen und Entscheidungen auf Grundlage eines vor-gefühlten positiven Ziels.Der Körper wird dabei als kulturelle Größe gedacht, als Ort gesellschaftlicher Zusammenhänge, strukturiert durch Bezüge zu Umwelt. Impulse werden nicht im Instinktiven, Unreflektierten verortet, sondern immer auch als durchzogen von Ethik, Werten, Ausrichtungen, und Produkte von Reflexionsprozessen, also ohne Körper-Geist Trennung.
Mit Hilfe verschiedener Übungen aus den Bereichen Körpermeditation, Yoga, Authentic Movement, Körpertherapie, Tanzimprovisation und anderen somatischen Techniken nähern wir uns der Wahrnehmung von Stimmigkeit und experimentieren mit Handlungsimpulsen.

 

Das gestaltende Subjekt, Attraktoren und die Zukunft

Petzold, Theodor Dierk

Was ist für unsere Motivation, für unser Handeln, Fühlen und Denken maß-geblich? Was veranlasst uns zur Wahrnehmung von Veränderungen in unserer Umwelt? Und zu ihrer Gestaltung? Das alte Denken der klassischen Naturwissenschaften hat hierauf keine befriedigende Antwort gefunden. In den aufblühenden Lebenswissenschaften wird zunehmend eine Zielorientierung von Lebewesen anerkannt. Können heute subjektive Reflexion und beobachtende wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenfinden? Wenn ja: Wie?
Der Begriff ‚Attraktor‘ aus der Chaosforschung und die damit beschriebenen Phänomene können uns als Prozess-Metapher dienen, lebendige Vorgänge zu beschreiben, die von einem attraktiven Ziel her geleitet werden. Die daraus resultierende Art zu denken ermöglicht uns ein neues Verstehen von geistigen und physischen Zusammenhängen und von Entwicklungen. Insbesondere auch kreative Kooperationen folgen attraktiven Zielen. Ein Denken vom Attraktor her eröffnet neue Perspektiven auf Wissenschaften sowie zur Durchführung von Projekten.  

 

Gesundheitsquelle Zukunft: Gespräche mit dem Unverfügbaren führen. Aber wie?

Dr. Schmidt-Troschke, Stefan

Der Versuch, Dinge, Ereignisse und Zustände in Reichweite zu bringen, sie berechenbar und verfügbar zu machen, kennzeichnet auch unseren Umgang mit Krankheit und Alter: Wie Giovanni Maio überzeugend zeigt, ist unser spätmodernes Verhältnis zu Krankheit gekennzeichnet davon, sie "in den Griff" bekommen, sie "beherrschen" zu wollen. Die heute immer mehr verbreiteten "chronischen" Krankheiten hingegen entziehen sich meist einer einfachen Manipulation. Ist nicht auch Gesundheit weder herstellbar noch erzwingbar? Auch Gesundheit ist nicht verfügbar, so sehr wir uns bemühen, auch dann, wenn wir viele Bedingungen kennen, die sie begünstigen können.
Wie wäre es, wenn wir unser Verhältnis zu Krankheit und Gesundheit neu überdenken? Wie wäre es, wenn wir in ein neues Gespräch treten mit Krankheit und Gesundheit? Geht es vielleicht um ein neues Hören und ein neues Antworten? Gemeinsam mit chronisch kranken Menschen haben wir Modellprozesse für neue Resonanzräume entwickelt, in denen neue Fragen und Antworten kreiert werden können. Das Ergebnis ist erstaunlich, weil die Betroffenen in vielen Fällen weiter "im Gespräch" bleiben und Krankheit weniger beherrscht als bewältigt werden kann. Es entsteht ein neues Verhältnis zu einer Zukunft, die nicht geplant sondern erspürt und in ihren Potenzialen prozessual - dialogisch zugänglich werden kann. Erste Schlussfolgerungen aus diesen Prozessen stellen unser zentralistisch - direktives Verständnis in der medizinischen Versorgung in Frage und eröffnen neue dialogisch konzipierte Räume, in denen Betroffene und Professionelle zu ko-kreativen Partnern werden. 

 

Von der traumatischen Vergangenheit in eine „attraktive“ Zukunft: Gespräche mit Flüchtlingen

Dr. Schröder, Peter

Viele Flüchtlinge sind schwer traumatisiert und sehr auf diese Vergangenheit fixiert. Die Verständigung ist oft nur durch DolmetscherInnen möglich. Mit Hilfe welcher Attraktoren ist es in dieser Arbeit möglich, eher optimistisch in eine Zukunft zu blicken? Was brauchen diese Menschen? Eine Traumabehandlung? Kommunikation? Integration? Problembearbeitung? Attraktoren?

Anhand von wenigen Beispielen wird der Autor über konstruktive Gespräche mit Flüchtlingen berichten, in denen salutogenetische Konzepte angewandt wurden und Attraktoren eine zentrale Rolle spielen.