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05. Jun 2016

Woche zur gesunden Entwicklung (WogE)

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22. Jul 2016

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29. Aug 2016

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14. Okt 2016

Ärztliche Beratung als 'heilsame Erfahrung' - Einführung in Salutogene Kommunikation

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Weitere Veranstaltungen

Kreative Gruppenprozesse

Was ist ein kommunikativer ‚kreativer Gruppenprozess‘?

Diese Art und Weise kreativer Gruppenprozesse ist aus der Beteiligung an und Beobachtung von kreativen Entwicklungen im Gemeinschafts- netzwerk in Heckenbeck entstanden, einem Ort mit inzwischen auffallend vielen attraktiven zukunftsfähigen Projekten und einer Einwohnerzunahme mitten in einer Region, die besonders vom demographischen Wandel betroffen ist (dem Bundesdurchschnitt um 15 Jahre voraus).

Die erste Erkenntnis ist, dass Gruppen spontan zu einer kreativen Kommunikation neigen und sie finden, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:

1.     ein gemeinsames attraktives Ziel (Attraktor, geteilte Intentionalität durch Fragestellung) ist als Fokus präsent,

2.     der kreative Flow wird nicht gestört(z.B. durch Ablenkung der Kommunikation vom Fokusseitens der Teilnehmer (oder von außen).

Ähnliche Gruppenkommunikationsansätze findet man in Zukunfts- werkstätten, in der Open-Space-Technology sowie auch im World-Café – jeweils mit anderem Fokus und Setting.

Die Theorie dazu kommt aus der Chaosforschung. Dort haben Wissenschaftler beobachtet, dass dynamische Vorgänge nicht vorhersehbar, chaotisch verlaufen und dann zu einem geordneten Ziel („Attraktor“) finden können. Das Neue wird gewissermaßen aus dem lebendigen Chaos entstehen. Derartige Dynamiken finden wir auch bei Heilungsprozessen, wie z.B. bei einer Wundheilung, wo in kürzester Zeit Milliarden von biochemischen Reaktionen ablaufen, ohne dass im einzelnen Detail eine linear gesteuerte Gesetzmäßigkeit zu erkennen ist, wohl aber am Schluss der Wundverschluss und dann die ‚heile‘ Haut herauskommen. Analoges gilt für alle Heilungsvorgänge. Wenn die beteiligten Elemente (Organe, Zellen, Moleküle, innere und äußere Gegebenheiten) nicht mehr in Resonanz zum Attraktor sind, kommt der Heilungsprozess zum Erliegen.

Für den Verlauf der Kommunikation und das Ergebnis (auch in der Gruppe) erweist sich der Attraktor als maßgebliche Größe. Der Attraktor wird gemeinsam beschlossen. Er ergibt die Motivation, die gemeinsam geteilte Intentionalität der Gruppe. Um das attraktive Ziel dreht sich die Gruppenarbeit.

Die weitere Durchführung wird Ihren Gegebenheiten angepasst: Je nach Thema, Teilnehmerzahl und Zeitrahmen kommen unterschiedliche Settings zur Anwendung (in dieser Flexibilität liegt ein wesentlicher Unterschied zu anderen Gruppenprozessen, wie z.B. dem Open Space).

Ein bewährtes Vorgehen bei Themen, die eine innere Beteiligung erfordern (wie z.B. Gesundheitsthemen), ist folgendes:Zur Aktivierung der inneren Ressourcen, des individuellen Wissens, führen in der ersten Phase je zwei Teilnehmer einen strukturierten Dialog mit zwei unterschiedlichen Rollen (nach dem Setting des Co-counselns). Person in Rolle A erzählt von sich, was ihr gut tut und was ihr nicht gut tut, was ihr bei einer Erkrankung gut getan hat und was sie motiviert, gesund zu werden. Person in Rolle B hört aufmerksam und aktiv zu, d.h. fragt bei Interesse nach, gibt aber keine Ratschläge oder eigene Geschichten. Nach etwa zehn Minuten werden die Rollen getauscht.

In der zweiten Phase benennen Teilnehmer Themen, Probleme, die sie in einer Arbeitsgruppe bearbeiten und lösen möchten, schreiben diese auf eine Karte und pinnen diese an eine Pinwand. Um ein Thema kann sich jeweils eine Arbeitsgruppe bilden.

Diese Arbeitsgruppen bestimmen jeweils einen Protokollanten und bei über sechs Teilnehmern eine ‚Leitung’, die die Aufgabe eines Flowmasters  wahrnimmt. Dieser Flowmaster hat darauf zu achten, dass die Kommunikation immer wieder zum Thema und zu einer Wunschlösung des Problems kommt und dass rechthaberische und Angst machende Beiträge sorgsam integriert werden und nicht die Diskussion bestimmen (das würde den Fokus ablenken und den kreativen Flow stören).

Wenn die Energie der Kommunikation nachlässt oder die vorgesehene Zeit verstrichen ist, wird die Gruppenarbeit mit einer abgestimmten Zusammenfassung der Ergebnisse beendet. Dann kann anschließend der Protokollant die Ergebnisse dem Plenum vortragen, wo alle Gruppenergebnisse vorgestellt und bei Bedarf diskutiert werden – falls zweckmäßig in einem sog. ‚Fishbowl-Forum‘.