Logo Zentrum für Salutogenese

Veranstaltungen:

22. Jul 2016

Entwicklungs- und Supervisions-Seminar

Mehr ...

29. Aug 2016

Training der Selbstregulationsfähigkeit

Mehr ...

07. Sep 2016

Einladung zu Vortrag und Gespräch: Ein neues Verständnis emotionaler Kompetenz - Emotionen und Bedürfniskommunikation

Mehr ...

21. Okt 2016

Einführungsseminar

Mehr ...

30. Nov 2016

Einladung zu Vortrag und Gespräch: Wege zu einer kreativen Kooperation durch salutogene Kommunikation

Mehr ...

Weitere Veranstaltungen

 

Symposium 2010

6. Symposium für Salutogenese "Kommunikation mit Zukunft: kreativ, gesundheits- und ressourcenorientiert"

Oktober 2010: Die vier DVD's mit Vorträgen vom 06. Symposium sind jetzt im Zentrum für Salutogenese zum Preis von 10 Euro/DVD zuzüglich 3 Euro Versandkosten erhältlich.

Vorläufiges Programm als PDF zum Downloaden

Vom 30.4.-2.5.2010 in Bad Gandersheim
Die Veranstaltung ist von der Ärztekammer Niedersachsen mit 20 Fortbildungspunkten zertifiziert.

 

Kommunikation ist alles, was verbindet. Sie ist das, was zwischen Menschen und – allgemeiner – zwischen Systemen geschieht: physisch, emotional, gedanklich sowie  transpersonal. Kommunikation verstehen wir als Resonanzvorgang, der gestaltet und den wir mitgestalten können.

Wie können wir Kommunikation so gestalten, dass sie salutogen wirkt?  Nach unseren Kriterien für salutogenetische Orientierung soll sie: 1. sich an attraktiven Gesundheitszielen und 2. an Ressourcen orientieren, 3. wertschätzend gegenüber dem subjektiven Individuum sein, 4. die Aufmerksamkeit auf die individuelle, soziale und kulturelle Selbstorganisation richten und 5. sowohl die lebendigen Prozesse als auch Lösungen im Blick haben.

Wie gestalten wir Kommunikation, damit die dadurch verbundenen Menschen sich wohler fühlen, kreativer und klarer werden und sich gesund entwickeln? Wodurch entsteht eine gesundheitsdienliche, nachhaltige und schöpferische Kultur?

In der Gesundheitsarbeit, Medizin, Psychotherapie, Beratung und Coaching sowie Pädagogik gibt es dazu eine Vielzahl von Ansätzen. Jede dieser Methoden hat einen eigenen bedeutsamen Fokus.

Auf dem 6. Symposium für Salutogenese bringen wir Vertreter dieser Methoden zusammen und laden dazu ein, das Besondere ihres Ansatzes darzulegen, mit-zu-teilen, damit andere daran Teil haben können.

Durch Austausch und Diskussion wollen wir eine salutogenetisch orientierte Kultur in der Gesundheitsarbeit entfalten.

In Impulsvorträgen und Diskussionen geht es um Kommunikationsmodelle, in Workshops um die praktische Erfahrung besonderer Elemente – insgesamt um die Anregung gesunder kreativer Prozesse.

„Nicht-Kommunizieren geht nicht.“ (Watzlawick) – also machen wir es bewusst, kreativ und sinnvoll!

NEU: Vorstellung der Neuerscheinung des Buches "Lust und Leistung" mit Beiträgen des 5. Symposiums für Salutogenese 2009

Teilnahmegebühr: Normalpreis für 3 Tage: 180 Euro, Studierende/Arbeitslose: 90/80 Euro, Tagesgäste: 1. und 2. Tag: je 70 Euro, 3. Tag: 40 Euro

 

 

Abstracts 2010


Bochumer Gesundheitstraining (BGT)
Erhard Beitel

Das Bochumer Gesundheitstraining (BGT) wurde an der Ruhr-Universität Bochum in den Jahren ab 1982 von Dipl.- Psych. Erhard Beitel entwickelt. Zielgruppe waren zunächst Krebspatienten, denen wir - flankierend zur medizinischen Versorgung - Hilfen zur weiteren Stabilisierung ihrer Gesundheit in Form eines strukturierten ganzheitlichen Übungsprogramms angeboten haben. Der inhaltliche Schwerpunkt des BGT liegt zum einen in der Erarbeitung unterstützender und stärkender Ressourcen wie „Selbstvertrauen“, „Vitalität und Lebensenergie“, „Lebensfreude“ u.a., und in der Bearbeitung und Auseinandersetzung mit problembezogenen Themen wie „Kränkung“, „Beziehungen“, „Umgang mit Konflikten“ u.a., zum anderen im Heranführen an ganzheitliche Angebote wie Bewegungsübungen, gemeinsames Spielen, Singen oder Tanzen.

Durch die seit etwa 25 Jahren von E. Beitel durchgeführten Fortbildungen für Kolleginnen und Kollegen der beratenden Berufe hat sich die Zahl der BGT-Trainer in Deutschland und Österreich bedeutend vermehrt. Das sowohl in Einzel- als auch in Gruppensitzungen angewandte BGT erwies sich sehr bald auch für viele andere Patientengruppen als hilfreich. Es wird in vielen Beratungsstellen und Kliniken in Deutschland und Österreich angeboten.  

Eine an 230 Gruppenteilnehmern durchgeführte empirische Evaluationsstudie ergab am Ende einer durchschnittlich 9-wöchigen Kursteilnahme eine hochsignifikante Verbesserung des eigenen körperlichen und seelischen Wohlbefindens der Teilnehmer.  

Das Bochumer Gesundheitstraining ist als Buch erschienen und liegt nunmehr in der dritten Auflage vor. Es ist bei den Psychotherapeuten- und Ärztekammern akkreditiert, sodass an Fortbildungen teilnehmende niedergelassene Ärzte und Psychologen Fortbildungspunkte erhalten. Für weitere Infos sei auf www.bochumergesundheitstraining.de verwiesen.  

Dipl.- Psych. Erhard Beitel, Psychologischer  Psychotherapeut, Familientherapeut, Essen


Paarlife – Partnerschaftspflege und Gesundheitsförderung
Anke Birnbaum

Alltagstress beeinflusst in hohem Maße das Klima, den Zusammenhalt und die Entwicklung in Partnerschaften und Familien. Insbesondere tägliche Stressoren bewirken die Verminderung von Kommunikationsbereitschaft und – qualität sowie das vermehrte Auftreten von Konflikten. Häufig jedoch nehmen belastete Paare erst in schweren oder irreversiblen Krisen Unterstützung wie Paartherapien in Anspruch. Die Präventionsarbeit mit Paaren erhält demzufolge eine maßgebliche Bedeutung. Sie eröffnet Paaren die Möglichkeit, partnerschaftliche Kompetenzen zu erlernen und so Krisen frühzeitig vorzubeugen. „Paarlife – Fit für das Leben zu zweit“ ist ein Stresspräventions­training, welches genau an diesem Punkt ansetzt.

Paarlife - vorher bekannt unter dem Titel „Freiburger Stresspräventionstraining“ (FSPT) - wurde 1994 auf der Grundlage umfassender Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Guy Bodenmann (Universität Zürich) entwickelt. Als konfessionell und politisch unabhängiges Programm ist es für Paare jeden Alters sinnvoll. Seit 2001 wird das Stresspräventionstraining auch in Deutschland angeboten.

Im Mittelpunkt des zumeist zweitägigen Paartrainings steht die Förderung partnerschaftlicher Fertigkeiten in Kommunikation, Stressbewältigung und Problemlösung. Neben der Vermittlung und Einübung entsprechender Copingstrategien zielt das Training darauf ab, individuelle und gemein­same Ressourcen der Partner sowie deren allgemeines Wohlbefinden zu stärken.

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit der Paarlife-Kurse zeigen, dass teilnehmende Paare im Vergleich zu Kontrollgruppen eine signifikante Verbesserung ihrer Stressbewältigungs­fähigkeiten wie auch ihrer Partnerschaftsqualität und -zufriedenheit beobachten. Beim Einsatz des Trainings in einem großen Konzern wurden zudem eine Reduktion des Burnout-Risikos und eine Verbesserung der Work-Life-Balance belegt.

In diesem Workshop erhalten Sie Einblick in Kursinhalte und Arbeitsweisen des Paarlife-Trainings­konzepts. Dabei lernen Sie spezielle Ausrichtungen des Programms kennen. Zusätzlich werden einige Videosequenzen aus der aktuellen Paarlife-DVD gezeigt, mittels derer Paare die Paarlife-Inhalte eigenständig erarbeiten oder vertiefen können. Ziel des Workshops ist es außerdem, Ihnen praktische Paarübungen und die Gesprächsführung innerhalb des Kurses vorzustellen.

Anke Birnbaum, Senior-Stresspräventionstrainerin (Paarlife) im Raum Hamburg, Dipl. Pädagogin; wissenschaftliche Angestellte, Lehrbeauftragte und Doktorandin in den Bereichen Familienpsychologie und Gesundheitsförderung an der Leuphana Universität Lüneburg


Kreativer Gruppenprozess
Inneres Bildwissen als Wegweiser zur salutogenen Organisation
Olaf-Axel Burow, Christel Schmieling-Burow, Theodor Dierk Petzold

Zur Einführung
Es werden Erfahrungen und Wesensmerkmale kreative (Gruppen-)Prozesse beschrieben.
Zum Workshop
Der Hirnforscher Ernst Pöppel unterscheidet drei Formen des Wissens: explizites Wissen, implizites Wissen und Bildwissen. Explizites Wissen ist ausgezeichnet, um komplexe Sachverhalte zu klären, Begriffe zu definieren und Theorien zu bilden, aber es hat einen entscheidenden Nachteil: Es ist Ich-fern und hat wenig Einfluss auf unser Handeln. Bildwissen dagegen ist Ich-nah. Nach Pöppel bilden wir im Verlaufe unserer Entwicklung etwa 800 innere Bilder aus, die Situationen entstammen, die uns berührt haben. Diese inneren Bilder bestimmen darüber, wie wir das Hier-und-Jetzt wahrnehmen und legen uns bestimmte Handlungsweisen nahe. Seit vielen Jahren arbeiten wir deshalb daran, Verfahren zu entwickeln, die Bildwissen nutzen, um die Kommunikation in Organisationen zu verbessern. Ein Effekt kann das Entstehen einer „salutogenen Organisation“ sein. Im Rahmen des Workshops möchten wir mit der Gruppe zwei solche Verfahren, die „Wertschätzende Organisationsentwicklung“  und die „Resonanzbildmethode“ exemplarisch durchführen.
Als Ergebnis wünschen wir uns am Sonntag, mehr Klarheit zu haben über kreative und salutogene Kommunikationsprozesse. Wir wünschen uns, gemeinsam einige wesentliche Kriterien für eine salutogene Kommunikationskultur benennen zu können.

Prof. Dr. Olaf-Axel Burow, Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Kassel, Forschungen zur Gestaltpädagogik, Kreativitätsförderung, Partizipativen Personal- und Organisationsentwicklung, zum Biographischen Lernen
Christel Schmieling-Burow, Lehrbeauftragte an der Universität Kassel, Künstlerisch-wissenschaftliche Leitung der Art-Coaching Workshops und Ausbildungen
Theodor Dierk Petzold, Arzt für Allgemeinmedizin, Zentrum für Salutogenese, Bad Gandersheim


Dialog auf Augenhöhe – Motivationale Gesprächsführung

Andrea Commer

In Gesprächen, in denen mit „klassischen“ Mitteln der Kommunikation keine Entwicklung möglich ist, kann Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing – MI) eine Öffnung und Veränderung festgefahrener Situationen und Gespräche bewirken. Die Förderung intrinsischer, von innen her kommender, Motivation nimmt den/die Gesprächspartner/-in ernst und regt zu nachhaltiger Veränderung an. 

Für die Präventions- und Gesundheitsarbeit gilt es, KlientInnen zu Veränderung zu motivieren. Aktives Zuhören, Wertschätzung ausdrücken und Umgang mit Widerstand stehen dabei im Mittelpunkt. Vermeintliche Stagnation im Gesprächsverlauf, Resignation und Überforderung können sich dadurch bei allen Beteiligten auflösen und in aktive Mitarbeit verwandeln.

Ein grundlegender Vorteil ist die burnoutpräventive Kraft der Methoden. Verantwortung bleibt beim Gegenüber, die Beratungsleistung besteht in partnerschaftlicher Begleitung und Förderung des Veränderungsprozesses, sei es im Therapiegespräch, im Elterngespräch, im Mitarbeitergespräch oder im Konfliktgespräch. 

Kunstfertiger Umgang mit offenen Fragen, aktivem Zuhören, geschmeidigem Umgang mit Widerstand, Würdigung und Wertschätzung ist ein Einstieg zur Förderung des „commitments“ meines Gegenübers. 

Andrea Commer M.A., Literaturwissenschaftlerin (Romanistik und Publizistik). Gesellschafterin der GK Quest Akademie in Heidelberg. Projektleitung des Weiterbildungsbereichs Sprache, zertifizierte Trainerin für Motivierende Gesprächsführung


Mediation und salutogenetischer Ansatz
Benedikta Gräfin von Deym-Soden

Thesen :

(I)                   Zwischen Mediation und salutogenetischem Ansatz gibt es (erstaunliche) Parallelen

(II)                 Die Gegenüberstellung ist gewinnbringend für beide Ansätze 

Struktur und Inhalt des Workshops :

  1. Kurzvortrag über Grundlagen der These (I)
  2. Raum für die Beschäftigung in KG mit im Vortrag vorgeschlagenen Punkten
  3. Gemeinsame „Perlenlese“ zu These (II): das Einbringen der Ernte aus der Gegenüberstellung  

Inhaltliche Gliederungspunkte sind dabei 

  • Entstehungs- Geschichte und – Zeitraum der beiden Konzepte
  • Ziele : Antwort auf welche „Not“
  • Menschenbild
  • Begriffe / Definitionen / Kernaussagen
  • Vorgehensweise

Quellen :

  • Für die Salutogenese werden im Wesentlichen Texte der homepage des „Zentrum für Salutogenese“ herangezogen.
  • Für Mediation wird Material aus den eigenen Weiterbildungen zur Mediatorin/zum Mediator (DeymSoden & Stanggassinger GbR) und aus Veröffentlichungen in Fachzeitschrift „perspektive mediation“ verwendet.

Kleine „Leseprobe“... :

 

Salutogenese

Mediation

Entstehungs-geschichte  

....?

70er Jahre

israelisch-amerikanischer Medizinsoziologe und Stressforscher

Untersuchung auch von Holocaust-Überlebenden

 

Aktuell : Beginn der Verbreitung

 

Uralte Tätigkeit anerkannter Mitglieder von Gemeinschaften

Nach 1962 Reaktion auf Kuba-Krise und Vietnamkrieg (1964):

a)       US-Regierung

b)       „Graswurzel“- Friedensbewegung

Aktuell :  seit 1980 in D „Täter/Opfer-Ausgleich“

seit 1990 „Mediation“, dynamische Entwicklung, Differenzierung (Anwendungsgebiete, Stile)

Alternative finden zu ....?

pathogenetisch orientiertem („Krankheit besiegen“) Konzept

von Spezialisten (Ärzte) geleitetem  Gesundheitswesen

„Siegen“ und  „Recht bekommen“, Kampf, Krieg, Vernichtung

von Spezialisten (Richter und Anwälte) getragenem Rechtssystem

Ziele / Fokus auf...  

 

Antwort auf Frage:

Gesundheitsentstehung

Stressbewältigung

 

Wodurch und wie werden Menschen immer wieder gesund?

Gewinn/Gewinn-Lösungen
Abbau von Blockaden und Stabilisierung von Zusammenleben und Zusammenarbeit

Wie lösen Menschen (weltweit) Konflikte (immer schon) kooperativ und finden nachhaltige Lösungen?

Der Mensch....

 

-hat angeborenen Sinn für Kohärenz (Kohärenzgefühl, Kohärenzempfinden)

- das Kohärenzgefühl verändert sich im Lauf des Lebens

-reagiert mit Resonanz und Empathie

 

- ist grundsätzlich selbstverantwortlich und kompetent für eigene Konfliktlösung

- ist lernend (transformatorischer Ansatz)

-ist fähig zu Empathie + Perspektivenwechsel

- ist an Gewinn-Gewinn /Ausgleich  interessiert

Prof. Dr. Benedikta von Deym-Soden, Anerkannte Mediatorin BM, Anerkannte Ausbilderin für Mediation, Deym-Soden & Stangassinger Mediation GbR, Unternehmensberaterin, Schönau


Humor in der Kommunikation
Burkhard Dresen

Humor ist weit mehr als die Fähigkeit, andere Menschen zum Lachen zu bringen. „Humor ist eine Art, die Wahrheit zu sehen.“ (Sir Peter Ustinov) Oder anders ausge­drückt: Humor ist eine Art, die Welt zu sehen und sie zu verstehen.

Die positiven Eigenschaften des Humors (auch im Hinblick auf die Gesundheit) be­schränken sich keineswegs auf die Vermittlung von Spaß und einem guten Lebens­gefühl, auch nicht auf die Zusammenführung von Menschen unter positivem Aspekt (soziokulturelle Funktion). Vielmehr schafft Humor eine Erweiterung der menschli­chen Kreativität durch die Möglichkeit, widersprüchliche Gedanken zu verknüpfen, wodurch gleichzeitig einseitige Sichtweisen verhindert werden. Und dies erlaubt ein erweitertes Verständnis der Zusammenhänge der Welt, die Zusammenführung von Ratio und Intuition. 

„Humor ist die Fähigkeit, drei Seiten einer Münze zu sehen“. (Ned Roram)

Zusätzlich ist Humor ein Schutzschild für unsere Psyche, indem eine Fehlleistung, nämlich das Scheitern unserer Gedanken ja erst zur Belustigung führt und damit so­gar noch Spaß macht. 

„Humor zu haben ist die List, zu lachen, wenn`s zum Weinen ist.“ (Wilhelm Busch)

Der Vortrag stellt weniger das Lachen und die positiven physiologischen Auswirkun­gen des Lachens in den Vordergrund als vielmehr folgende Aspekte:

- was ist Humor?

- wie entsteht Humor?

- was bewirkt Humor in unserem Bewusstsein?

- welche Auswirkungen hat Humor für unser Denken und Verstehen?

- welche (Schutz-) Funktion hat Humor für unsere Psyche?

- welche Möglichkeiten schafft Humor beim Umgang mit unseren Mitmenschen?

- wie können wir Humor in der therapeutischen Kommunikation einsetzen?

„Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt.“  (S. Taylor Coleridge)

Dr. med. Burkhard Dresen, Hausarzt, Facharzt Innere Medizin, Leitung des Instituts für Salutogenese und Ressourcenoptimierung Ahlen


Spiel dich frei – warum Theater spielen gesund und glücklich macht
Antonia von Fürstenberg

Improvisationstheater macht Spaß und trainiert Vorstellungskraft, Spontaneität und Schlagfertigkeit. Statt starrer Reiz- Reaktionsmuster können in kleinen Spielszenen lustvoll neue Handlungs- und Ausdrucksmöglichkeiten ausprobiert werden. Das ermöglicht eine erfolgreiche und gesunderhaltene Kommunikation auch auf der Bühne des Alltags. 

Die Persönlichkeit des Einzelnen kann sich durch Improvisationstheater kreativ und ganzheitlich entfalten. Der Schauspielende agiert mit allen Sinnen und erfährt sich selbst unmittelbar im Zusammenspiel mit anderen. Unterdrückte Emotionen dürfen ausgedrückt und damit bewusst erlebt und handhabbar gemacht werden.

Das Entdecken verschütteter Potenziale erhöht die Lebensfreude und Kreativität des Einzelnen. Von Burn Out, Depression  oder chronischer Krankheit Betroffene entdecken ihre Ressourcen und finden gesunde Wege, um Stress, Krisen und Schicksalsschläge  aus eigener Kraft zu meistern. Sie lernen nicht nur sich selbst kennen, sondern verbessern auch ihr Einfühlungsvermögen in andere. In Berufs- und Privatleben können sich neue Perspektiven, Ziele und Handlungsmöglichkeiten eröffnen. 

Antonia von Fürstenberg, Schauspielerin, Regisseurin, Kommunikationstrainerin, Systemischer Coach, Berlin


Die Verankerung der Salutogenese im Konzept der kommunikativen Gattung
Katja Götz, Stefanie Joos, Antje Miksch

Das Konzept der kommunikativen Gattung kann wesentlich zu einer Umsetzung von salutogener Kommunikation mit dem Ziel der Orientierung an Gesundheitszielen und Ressourcen, der Wertschätzung der Gesprächspartner und der Beachtung von soziokulturellen Kontexten beitragen. Das aus der Wissenssoziologie stammende Konzept dient als Orientierungsrahmen für die Interagierenden in einer Gesprächssituation. Es kann als ein Kommunikationsmodell verstanden werden, welches zum Ziel die Bewältigung kommunikativer Probleme hat. 

Die Interaktion zwischen Arzt und Patient besteht -modellhaft- aus drei Ebenen, deren Betrachtung aus der Perspektive der Salutogenese im Vordergrund dieses Vortrags stehen soll. Die Ebene der Außenstruktur stellt die Rahmenbedingungen für das Gespräch in den Mittelpunkt. Sowohl die Lebenswelt des Arztes als auch die des Patienten und damit einhergehend die Berücksichtigung der Individualität beider Gesprächspartner stellen den Ausgangspunkt für eine auf Salutogenese beruhende Kommunikation dar. Mit Hilfe der interaktiven Zwischenebene kann eine Interaktion beschrieben werden, welche die Wertschätzung der Gesprächspartner und eine partizipative Versorgungsgestaltung im Blick hat. Die Binnenstruktur als kleinste Einheit der kommunikativen Gattung zeigt auf, welche spezifischen sprachlichen Mittel zur Gestaltung für eine salutogenetisch orientierte Kommunikation von Relevanz sind.

Eine auf Salutogenese ausgerichtete Kommunikation verläuft auf verschiedenen Ebenen des sprachlichen Handelns. Die Verdeutlichung der dahinterliegenden kommunikativen Strukturen und Prozesse kann zu einer einfacheren Verwendung und besseren Handhabbarkeit der Salutogenese im Gespräch führen und damit wesentlich zur gelingenden Implementierung des Konzepts in der Versorgungsrealität beitragen.

Dr. phil. Katja Götz, Dr. med. Stefanie Joos, Dr. med. Antje Miksch, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg


Autonomietraining
Eine Methode zur Zielerreichung durch Aktivierung problemlösender Kommunikation

Das Autonomietraining wurde im Kontext der Heidelberger prospektiven Interventionsstudien entwickelt und im Rahmen von experimentellen, randomisierten präventiven Studien eingesetzt. Somit gibt es eine enge Verbindung von Erkenntnissen aus Längsschnittsstudien und den Zielsetzungen aus den präventiven Interventionen durch das Autonomietraining.

Im Autonomietraining wird eine Reduktion von Disstress und Aktivierung von Eustress ebenso erstrebt wie die Stimulierung einer problemlösenden Selbstregulation.

Obwohl das menschliche Verhalten durch unterschiedliche und äußerst komplexe Wechselwirkungen im sozio-psycho-biologischen System determiniert ist, zeigt sich immer wieder, dass bestimmte Probleme und problemerzeugende Verhaltensweisen über lange Zeiträume als zentral wichtig und das Verhalten bestimmend erlebt werden. Dabei wird angenommen, dass die Lösungsmöglichkeiten und die zur Verfügung stehenden Ressourcen latent vorhanden sind, dass aber die Entstehungsdynamik und die problemlösende Kommunikation der Person nicht bewusst sind, bzw. noch nicht als Ressourcen erlebt werden.

Im Autonomietraining berichtet die Person über ihre zentralen und zur Zeit als unlösbar erlebten Probleme. Es wird solange nachgefragt bis sich die verhaltensmotivierende Dynamik verstehbar und von der Person annehmbar vermitteln lässt. Im Anschluss wird eine alternative Kommunikation beschrieben und zur Diskussion gestellt. Wenn die alternative Kommunikation von der Person für sie stimmig angenommen werden kann und wenn sie glaubt Ressourcen zur Realisierung entwickeln zu können, dann ist die erste Stunde im Autonomietraining geleistet.

In einigen weiteren Stunden werden die Erfahrungen und Erlebnisse mit der Umsetzung der alternativen Kommunikation besprochen und möglicherweise neue Aspekte integriert.

Im Rahmen der Forschungen wurden Nachuntersuchungen nach zehn, zwanzig und mehr Jahren durchgeführt. Es zeigte sich, dass Personen, die im Autonomietraining teilgenommen haben, gelernt haben flexibel und in unterschiedlichen Situationen problemlösende Kommunikationen zu entwickeln, die häufig über die Interventionen im ursprünglichen Training weit hinausgingen. Das heißt, das einmal gelernte problemlösende Verhalten wird in unterschiedlichen zukünftigen Problembereichen generalisiert. Dabei reduzieren sich signifikant physische Risikofaktoren, sowie die Kosten im Gesundheitswesen.

Die generelle Hypothese lautet unter anderem: Das menschliche Verhalten orientiert sich an der erlebten intensivsten Unlust, z.B. durch Bedrohung, Abweisung, Verhinderung von zentral wichtigen Bedürfnissen, usw. und an der intensivsten erlebten oder erwarteten Lust, z.B. durch Zuwendung eines Elternteils, Erreichung eines attraktiven Zieles, usw.. Die Person kann entweder durch problemlösende und zielerreichende Kommunikation ihre positiven Erlebnisse in Richtung Lust, Glück, Faszination, Wohlbefinden, Sicherheit immer wieder erreichen und die extrem negativen Erlebnisse neutralisieren oder durch bestimmte Verhaltensweisen negative Erlebnisse traumatisierend aufrecht erhalten und glückbringende Erlebnisse nicht erreichen. Das Autonomietraining hilft der Person glückerzeugende Kommunikationsformen zu aktivieren und traumatische Erlebnisse kompetent zu neutralisieren. Dabei wird die einmalige Individualität streng berücksichtigt.
Dr. med. Dr. phil. Dr. hc. Ronald Grossarth-Maticek, Professor für Postgraduierte Studien ECPD, Projektleiter des multidisziplinären Forschungsprogrammes Religion, Gesundheit und Gesellschaft am Diakoniewissenschaftlichen Institut der Theologischen Fakultät, Universität Heidelberg


Die heilende Kraft der Sprache in der Arbeit mit familiensystemischen Methoden

Thomas Heucke

Die familiensystemischen Methoden arbeiten auf dem Hintergrund des Konstruktivismus (Klassische Familientherapie) einerseits sowie der Phänomenologie (Genogrammarbeit und Familienstellen) andererseits.

Der daraus erwachsende und dabei übliche Sprachgebrauch wird anhand kleiner Beispiele vorgestellt. Darin sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Wortschatzes, des Satzbaus und der Satzmelodie zu beobachten, die sich unter Berücksichtigung der Erkenntnisse von Lingva eterna nach Defersdorf betrachten lassen. 

Auf diesem Hintergrund sollen die angestrebten Wirkungen der gesprochenen Worte, nämlich Gesundheitsförderung durch Ressourcenorientierung und kreative Lösungsfindung in ihrem Nutzen für die Praxis von Therapie und Beratung mit den jeweiligen Vorgehensweisen aufgezeigt werden.

Dr. med. Thomas Heucke, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Linz am Rhein


Christliche Gebete: Salutogene Gespräche mit Gott?
Florian Jeserich

Der Begriff ‚Kommunikation’ wird häufig mit zwischenmenschlicher Kommunikation gleichgesetzt:

Die Begegnung zwischen zwei (oder mehreren) Personen – die gleichzeitig auf einer Vielzahl von Ebenen stattfindet – steht im Vordergrund. Der Idealtypus der Kommunikation, der Dialog zwischen einem ‚Ich’ und einem ‚Du’, kann jedoch auch transpersonale Aspekte einschließen: Dann nämlich, wenn die Hinwendung zum ‚Du’ selbst religiöse Züge annimmt (vgl. z.B. Buber 1923) und/oder dann, wenn das Gegenüber als ein ‚höheres Wesen’ vorgestellt wird. In der jüdisch-christlichen Tradition beispielsweise ist Gott weniger ein abstraktes Prinzip, als vielmehr ein personales (namentlich bekanntes) Gegenüber, mit dem es grundsätzlich möglich ist, in kommunikativen Kontakt zu treten (so z.B. Ex 20, 1-2). Im Gebet treten dabei nicht nur Propheten und religiöse Virtuosen in einen Austausch mit Gott, sondern jedem Gläubigen steht diese Option offen.

Die grundsätzliche Frage, wie eine Kommunikation so gestaltet werden kann, dass sie salutogen wirkt, kann insofern auch über den sozialen Raum hinaus erweitert werden. Es stellt sich die Frage: Wie können wir Gebete salutogen gestalten?

In der frühen Fürbitten-Forschung wurde zwar versucht, die salutogenen Effekte christlicher Gebete direkt auf das Wirken Gottes zurückzuführen (vgl. Byrd 1988); aber dieser Ansatz wurde mittlerweile als ethisch und methodologisch problematisch erkannt. Wird ein Blick auf die vor allem US-amerikanisch geprägte Forschung zum Zusammenhang zwischen Gebet und Gesundheit geworfen, so zeigt sich, dass es nicht notwendig ist, die wissenschaftliche Untersuchung von Gebeten mit der Frage nach der Existenz und Wirkkraft Gottes zu koppeln. Auch in diesem Vortrag soll das Augenmerk nicht auf das empirisch nicht nachweisbare Wirken Gottes, sondern auf das Gebet als gesundheitsförderliche Kommunikationsform gelegt werden. Es gilt herauszuarbeiten, welche Gebetsaspekte von sozialpsychologischer Perspektive aus salutogene Effekte zeitigen können. Dabei geht es um gestalterische Faktoren wie z.B. (a) die Frequenz des Betens, (b) die konkreten Inhalte des Gebets und (c) den Einsatz von Gebeten als Bewältigungsstrategie (vgl. Masters & Spielmans 2007).

Mit diesem Thema kann ein Gedanke von Antonovsky aufgegriffen und weitergeführt werden:

Er stellte klar, dass es für die Herausbildung eines starken Kohärenzgefühls wichtig sei, zu verstehen, dass man nicht selbst stets in Kontrolle sein muss, sondern dass es hilfreich und stärkend sein könne, in manchen Momenten die Kontrolle an eine höhere Instanz (z.B. Gott) abzugeben und auf die alleine nicht zu erreichende Lösung des Problems zu vertrauen (vgl. Antonovsky 1979: 128). Gebete, so die These, können diesen Prozess unterstützen.

Florian Jeserich, M.A.,Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften Universität Bayreuth, Studium der Ethnologie und Religionswissenschaft in Heidelberg


Gesunde Kommunikation ist lehr- und lernbar
Gundl Kutschera

Für ein gleichwertiges und gesundes Miteinander ist sowohl die Kommunikation in uns als auch die Kommunikation mit anderen wichtig.

Für Beides gibt es Spezialisten, die entweder das eine oder das andere können. Für Selbstbewusstsein und Sozialverhalten ist beides wichtig und beides kann geschult und gelehrt (Prävention) werden.

In vielen universitär begleitenden Projekten hat das Institut Kutschera mit Hilfe der Resonanzmethode® in den Bereichen Gesundheit, Familie, Schule, Regionalentwicklung und interkultureller Zusammenarbeit beachtliche Ergebnisse erreicht.

In diesem Workshop erleben sie anhand von praktischen Übungen wie sie Resonanz in sich und mit anderen mehr in ihr Leben integrieren können.

Dr. Gundl Kutschera, Institut Kutschera, Wien, Soziologin, Gesundheitspsychologin, klinische Psychologin und Psychotherapeutin, erste nlp-Lehrtrainerin im deutschsprachigen Raum und Begründerin der Resonanzmethode©.


Systemische Resonanzarbeit: Salutogenese aus der Mitte der Verbundenheit
Nadja Lehmann

„Wir haben also nicht die Seele, wir sind in einer Seele. Wenn wir uns dieser Seele überlassen und uns im Einklang mit ihr verhalten, erleben wir uns auf besondere Weise beseelt, von vielem durchdrungen, und mit vielem schwingend. Isolierte Einzelne und isolierte Ichs können sich nicht verständigen. Sie können auch nicht in Einklang mit ihrer Umgebung kommen oder sie verstehen. Denn wie sollten sie das, was zwischen ihnen liegt, überwinden? Nur ein ihnen Gemeinsames ermöglicht das gegenseitige Verstehen und den Austausch, selbst wenn nichts gesagt wird. Dieses Gemeinsame ist die ihnen gemeinsame Seele. Schon Plato hat daher das, was die Verständigung zwischen Menschen ermöglicht, Seele genannt.“

Bert Hellinger in „Wahrheit in Bewegung“ (2005)

Kommunikation ist nur möglich durch Resonanz. Der Mensch ist ein mehrdimensional verbundenes Wesen, so dass jedes Problem, jedes Anliegen und jedes Symptom ein „Gespräch“ auf einer ganz bestimmten Systemebene darstellt.

 „Wer oder was spricht  miteinander?“

Wenn wir in Resonanz gehen - mit uns selbst oder anderen Menschen - und diese Kommunikation verstehen wollen, werden wir eines "Bewusstseinsfeldes" gewahr. Die Einstimmung auf und die bewusste Wahrnehmung dieses gemeinsamen Feldes ist jedem Menschen möglich. In tiefer Einstimmung auf die Verbindung mit einzelnen Netzen, Dimensionen, Knotenpunkten oder Mustern dieses großen Bewusstseinsfeldes wie z.B. die Familie, die Kultur, die Menschheit oder eine noch größere transpersonale Dimension erleben wir unsere „Persona“ diesem Größeren als untergeordnet, haben aber aus dieser „dienenden“ Position heraus die Möglichkeit, beschenkt zu werden mit einem Blick auf die Schönheit und die Ausrichtung der seelischen Bewegungen. Dieser Blick, diese Verbindung verändert immer auch unsere eigene Person - er erfordert Sammlung in der eigenen Mitte, ein inneres Leer-Werden und Erdung.

„Womit verbinde ich mich, wenn ich heilsame Arbeit tue? Wie komme ich in einen bewussten Kontakt zu einer Kohärenz?“

Wir sind das Instrument, der Klangraum für die Resonanz, in die wir gehen wollen. Unsere Schwingungsfähigkeit ist bestimmt durch unsere Sinne und durch unsere Gewordenheit, unseren physischen Körper, unsere emotionale Schwingungsfähigkeit, unsere seelische Ausrichtung. Wir können nur er-kennen, was wir kennen, deshalb ist es gut, das eigene Instrument zu kennen und tief erforscht zu haben.

„Was darf in mir anschwingen und was nicht? Wie kann ich meine Schwingungsfähigkeit erhöhen oder erweitern?“

Es kann sein, dass wir Klienten haben, die „weiter“ entwickelt sind als wir selbst. Wir müssen damit rechnen, dass ein großer Teil unseres Gegenübers von uns gar nicht erfasst wird, weil wir „seelische Scheuklappen“ haben. Aber wenn wir, auch nur partiell, in Resonanz gehen, können wir uns dennoch auf die Ausrichtung, auf das Ziel, die Hinbewegung des Anderen beziehen und eine erfahrene Wegbegleitung sein, die durch ihre tiefe Aufmerksamkeit die lösende Bewegung unterstützt. 

„Wohin geht die Bewegung? Welches Ziel ruft den Menschen aus der Zukunft?“

In diesem Workshop wird die Systemische Resonanzarbeit vorgestellt. Sie ist gewachsen aus der wahrnehmenden, inneren Erforschung des Kohärenzerlebens, und verbindet systemische Aufstellungen mit verschiedenen Ansätzen aus der humanistischen Therapie, der Familientherapie, der therapeutischen Selbsthilfe, dem Focusing, heilender Energiearbeit  und mit yogischer Meditation.  Basis der Arbeit ist zunächst die vertiefte, erweiterte Selbst-und Fremdwahrnehmung. Wir konzentrieren uns dann auf die eigene Eingebundenheit in das Größere und erleben uns dadurch wieder als Teil von etwas: ein Teil, der eine Aufgabe hat, der ständig lernt und sich entwickelt. In dieser Arbeit lässt sich Salutogenese "pur" erleben: Hier fühlen und erleben wir, dass jedes System und jeder Mensch nach Heilung strebt - es gilt, sich auf diese Entwicklungskräfte einzustimmen und sie wirken zu lassen. Wir üben, mit verschiedenen Teilen eines Systems in  inneren Kontakt zu gehen, uns auf diese "einzuschwingen". Es geht darum zu lernen, von dieser inneren „leeren Mitte“ aus Rückmeldungen zu geben, die das Verstehen um Zusammenhänge stärken und die heilende Bewegung unterstützen. Ziel ist es, den Kohärenzsinn, d.h. den Sinn für "Stimmigkeit" und Verbundenheit zu stärken und dadurch die autonome Selbstregulation, d.h. die Selbstheilungskräfte anzuregen.

Nadja Lehmann, Diplom-Pädagogin, Salutogenetisch-Systemische Beraterin, Humortherapeutin, Mitarbeiterin der 1. Stunde des Zentrums für Salutogenese Bad Gandersheim, selbständig mit ihrer Firma „Salutogenese mit System“, Ausbilderin für Systemische Resonanzarbeit


Spirituelle Kommunikation in der psychiatrischen Praxis
Günther Lippler

Vorgestellt wird einerseits eine Seelenreise auf der Grundlage unserer eigenen Kultur (Anthroposophie), die der künstlerischen und damit sehr akzeptierten Selbst-Aktivierung des Geistigen dient. Anhand von Patienten-Bildern wird die Reise zum „Kleinen Hüter der Schwelle“ anschaulich.

Andererseits wird der Umgang mit Menschen besprochen, die durch Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung und finanziellen Ruin in ihrer Existenz tief verunsichert sind und sich durch Meinungen von Sinnlosigkeit, schlechtem Schicksal und Ausgeliefertsein an Reiche und Politiker aufgeben.

Dr. med. Günther Lippler, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologe, Fürth


Ressourcen als Grundlage gesunder Personalführung in Wirtschaftsunternehmen in Südafrika
Claude-Hélène Mayer

Im Feld internationaler Wirtschaft gewinnt die interkulturelle Kommunikation immer mehr an Wichtigkeit. Besonders in interkulturellen Kontexten trägt eine ressourcenorientierte Kommunikation dazu bei, die Gesundheit von Mitarbeitern zu fördern und Kreativität frei zu setzen. Die Art und Weise gesundheitsfördernd zu kommunizieren bedarf kulturspezifischen Wissens. Im südafrikanischen Wirtschaftskontext stellt sich die Herausforderung kulturangemessen zu kommunizieren auf Grund der historischen, jedoch auch der aktuellen sozio-politischen und kulturellen Einflüsse in besonderem Maße dar.

Das vorliegende Paper gibt einen Einblick in die Thematik der ressourcenorientierten Kommunikation und Personalführung im südafrikanischen Wirtschaftskontext. Ziel ist es, kulturspezifische Einblicke hinsichtlich gesundheitsorientierter Kommunikation und Personalführung zu geben. Entsprechend werden ausgewählte Forschungsergebnisse einer qualitativen Studie vorgestellt. Diese zeigen, dass die bestimmte Konstruktion und Narration von Identitäten, als auch die Betonung bestimmter Komponenten des Kohärenzsinns in der Personalführung und Kommunikation südafrikanischer Manager mit Vorgesetzten und Kollegen im interkulturellen Arbeitsfeld relevant sind, um mit schwierigen Situationen umzugehen und gleichzeitig gesund zu bleiben.

Claude-Hélène Mayer, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg


Kommunikation zur Annäherung - an Gesundheit und Vollkommenheit
Theodor Dierk Petzold

Kommunikation ist eine Wechselbeziehung, in der wir stimmige Verbundenheit erleben wollen, in der Stimmigkeit mit einem Partner bzw. unserer Umgebung suchen.

Eckart Schiffer hat uns die ‚Lächeldialoge’ von Säugling und Mutter vor Augen geführt. Sie sind Ausdruck unseres kommunikativen Strebens nach zwischenmenschlicher Stimmigkeit. Da wir immer nur teilweise bzw. kurzzeitige Stimmigkeit (=Kohärenz)erleben können, ist Kohärenz ein attraktives Annäherungsziel, wie auch Gesundheit und Vollkommenheit.


Hirnforscher haben herausgefunden, dass wir zwei motivationale Systeme haben: ein Annäherungssystem zur lustvollen Annäherung und ein Vermeidungssystem zur Vermeidung von Unstimmigkeiten, wie zur Abwehr bedrohlicher Risiken. Im synergetischen Zusammenspiel beider können wir uns Wohlbefinden annähern.


Wohlbefinden finden wir in einer stimmigen Verbundenheit mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt, in unserer Gesellschaft, die wir mit Kommunikation herstellen wollen. So näher wir uns Gesundheit an in einem wechselseitigen stimmigen Kommunikationsprozess von Individuum und Gesellschaft.


Salutogene Kommunikation
Theodor Dierk Petzold

‚Salutogene Kommunikation’ Sal-Kom® ist eine recht junge Methode, die allerdings auf bewährten Therapie- und Kommunikationsmethoden sowie langjähriger ärztlicher und therapeutischer Praxis sowie vielfältigen Gruppenerfahrungen aufbaut. Dazu sind die salutogen wirksamen Elemente, Beziehungen sowie Dynamiken herausgefiltert und mit den Kenntnissen aus der Hirn- und Psychotherapieforschung zusammengebracht. Dabei hat das Autonomietraining von Grossarth-Maticek eine besondere Rolle gespielt, weil es zum einen die Anregung der gesunden Selbstregulation fokussiert und zum anderen in seiner Wirksamkeit sehr gut erforscht ist.

Gesundheit, vollkommenes Wohlbefinden ist ein Ideal, ein Annäherungsziel. So ist Sal-Kom natürlich ziel- und lösungsorientiert. Da wir uns der Gesundheit immer nur annähern können, liegt der Fokus auf diesem Annäherungsprozess, der „gesunde Selbstregulation“ heißt. Dabei werden auch die für die gesunde Entwicklung erforderlichen Ressourcen erschlossen.

Den wesentlichen Unterschied zu den anderen lösungs- und ressourcenorientierten Verfahren bringt das Modell der systemischen Selbstregulation, das Sal-Kom® zugrunde liegt. Dieses Modell kommt aus der Praxis (insbesondere auch des Autonomietrainings) sowie den Überlegungen der System- und Chaostheorie. Es hilft, therapeutische und beraterische Gespräche erfolgreich zu gestalten, d.h. gezielt die kreative und gesunde Selbstregulation anzuregen.

Theodor Dierk Petzold, Arzt für Allgemeinmedizin, Zentrum für Salutogenese, Bad Gandersheim


Osteopathie & Salutogenese – Möglichkeiten der nonverbalen Kommunikation im therapeutischen Prozess
Andreas Risch

Osteopathisches Denken und Handeln orientiert sich am Prinzip der Einheit von Körper-Geist-Seele, der Freisetzung von Selbstheilungskräften, und der untrennbaren Verbindung von Form und Funktion der Gewebestrukturen. Die Osteopathie bezieht sich auf die inneren und äußeren Wechselbeziehungen des Organismus eines Patienten sowie den interaktiven Austausch zwischen Therapeut und Patient. Diese Wechselbeziehungen werden mit manuellen Kontakten, Griffen und Techniken untersucht und behandelt.

Wesentliches Merkmal der osteopathischen Behandlung ist eine nonverbale Kommunikation zwischen Patient und Therapeut durch den Austausch von Informationen im Sinne der „achtsamen Absichtslosigkeit“, d.h. einer respektierenden und nicht wertenden Beobachtung und Wahrnehmung. Hierbei versucht der Osteopath durch Spüren und Tasten der quantitativen und qualitativen Eigenschaften von spezifischen anatomischen Strukturen und physiologischen Vorgängen im Gewebe des Patienten die dort gespeicherte Information wahrzunehmen. Die Eigenschaften der Bewegung bzw. Beweglichkeit wie z.B.: Mobilität, Motilität, Elastizität, Temperatur und vor allem die Fähigkeit der Regulation des Gewebes sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung.

Bei dieser Kontaktaufnahme rückt der Aspekt der Ganzheit („wholeness, - hal - , health“) in den Vordergrund und der Therapeut sucht nicht nach Dysfunktionen und Techniken um diese Dysfunktionen zu beseitigen, sondern versucht Zugang zu dem primären kohärenten Wirkungsmechanismus zu finden, den wir Gesundheit nennen. Dabei entsteht eine Form der Kommunikation durch Berührung, Schwingung und Stimmigkeit, die durch Worte kaum beschrieben, geschweige denn vermittelt werden kann.

Der therapeutische Prozeß vollzieht sich in der Osteopathie nonverbal durch die Nutzung der propriozeptiven Sinne des Gewebes, die eine essentielle und universelle Sprache der menschlichen Evolution und Grundlage für unsere Kultur darstellt.

Andreas J. Risch, Osteopath & Physiotherapeut, Eichstätt