Logo Zentrum für Salutogenese

Veranstaltungen:

11. Jan 2017

TSF Kursleiterausbildung

Mehr ...

19. Jan 2017

Einführungsseminar "Salutogene Kommunikation"

Mehr ...

24. Mär 2017

Salutogener Umgang mit Symptomen - die heilsame Information verstehen (wird als Salkom®-Einführungsseminar anerkannt)

Mehr ...

08. Mai 2017

Training der Selbstregulationsfähigkeit - Rundum stimmig und gesund

Mehr ...

23. Jun 2017

1. Internationaler Kongress "Salutogenese bei Krebs"

Mehr ...

Weitere Veranstaltungen

 

Symposium 2009


Ankündigung des 5. Symposium für Salutogenese vom 1.-3. Mai 2009 zum Thema:

'Lust und Leistung ...
und Salutogenese'

Programm als .pdf zum downloaden

Bericht

Diese Veranstaltung wird von der Ärztekammer Niedersachsen mit 23 Fortbildungspunkten zertifiziert.

Vier Themenschwerpunkte leiten durch das Symposium:

Lust und Leistung beim Lernen und bei Kreativität

Kommunikation und Lust und Leistung

Religiöser Überbau zu Lust und Leistung

Lust und Leistung in Firma und Ökonomie

Lust wird oft mit sinnlicher Bedürfnis-Befriedigung verbunden. Lustempfinden belohnt uns und Lusterwartung motiviert uns. Lust ist ein zentraler Antrieb für Vitalität und Lebenswillen. Wie ist das Verhältnis von Lust und dem Empfinden von sinnvoller und bedeutsamer Tätigkeit?

Höchstleistungen können auch zur Ausschüttung von "Lust- und Glückshormonen" und somit zu einem "Kick" führen. Sollen wir dies als Ersatzbefriedigung bzw. Sucht sehen?
Kurzfristiger Befriedigung steht nachhaltige Erfüllung von möglicherweise übergeordneten Bedürfnissen gegenüber. Finden wir Erfüllung vielleicht besonders dort, wo wir Lust und Leistung kohärent erleben? Kohärenz von Lust und Leistung kann nicht nur salutogen, sondern auch kreativ sein.

Wie würde sich unsere Arbeitswelt verändern, wenn wir auch hier neben Anerkennung und Selbstverwirklichung Lust erleben wollten? Vielleicht regt gemeinsame kreative Arbeit Lustempfinden an - auch auf dem 5. Symposium.

Was erwartet Sie?

Zahlreiche ReferentInnen sowie TeilnehmerInnen aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Pädagogikm und Ökonomie 

  • spannende und aufschlussreiche Impulsreferate mit neuen Ideen und Erkenntnissen
  • Workshops
  • kommunikative Experimente, in der Sie mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Projekte und Pläne für die salutogene Praxis mit Lust schmieden können
  • Das neue Buch: 'Herz mit Ohren - Salutogenese und Sinn' - Präsentation mit Autoren am Freitag gegen 18 Uhr.
  • leckere, vegetarische Vollwertküche

Mit diesem Symposium wollen wir gute alte Traditionen von WissenschaftlerInnen aufnehmen, wobei sie sich in kreativer Atmosphäre über Erkenntnisse und Ideen austauschen (jetzt allerdings ohne Trinkgelage, wie diese noch aus dem alten Griechenland überliefert sind). Wir wollen dabei die alten Traditionen mit neuen Kommunikationsmethoden bereichern. So wird es auf dem Symposium Impulsreferate, Workshops und eine kommunikative Konferenz geben. Besonders letztere ist geeignet, die Kompetenzen aller Teilnehmenden in einen großen kreativen Prozess zu führen, der nicht nur für jeden einzelnen einen Gewinn erbringt, sondern auch oft überraschende Gruppenergebnisse ergibt. In den Regeln der Kommunikation finden wir Prinzipien von synergetischer Kreativität wieder, die auch für gesunde Entwicklung gelten.

Das Symposium für Salutogenese wird mit 23 Fortbildungspunkten als anerkannte Fortbildungsveranstaltung der Ärztkammer Niedersachen zertifiziert.

 

Abstracts 2009


Herausragende Leistungen durch Lust und Leidenschaft im Kreativen Feld

Prof. Dr. Olaf-Axel Burow

Zahlreiche Untersuchungen kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass viele Lehrer/innen und Schüler/innen durch das derzeitig vorherrschende Modell von Unterricht nicht nur belastet, sondern auch in einem erschreckenden Ausmaß gesundheitlich gefährdet werden. Demgegenüber beschreibt der Kreativitätsforscher Milhalyi Csikszentmilhalyi Lernen als eine lustvolle Aktivität, die nicht selten gar in ein Glückserleben mündet, das er als "flow" bezeichnet. Ich selbst habe in meinem Buch "Die Individualisierungsfalle - Kreativität gibt es nur im Plural" das Zustandekommen kreativer Spitzenleistungen untersucht und ein Modell kollektiver Kreativität entwickelt. Auch hier zeigt sich, dass Lust und Leidenschaft entscheidende Faktoren für gute Leistungen oder sogar Höchstleistungen sind. Auch die Hirnforschung (Spitzer, Pöppel, Hüther) zeigt uns, dass Leistung eng mit Lusterleben verknüpft ist. Angesichts dieser Erkenntnisse erscheint es rätselhaft, warum die Mehrzahl unserer Bildungsinstitutionen nicht oder nur unzureichend in der Lage ist, Konsequenzen zu ziehen und den anstehenden Wandel von der Stress erzeugenden Unterrichts- und Belehrungsanstalt zu einem Kreativen Feld gegenseitiger Anregung und gemeinsamen Wachsens zu vollziehen. In meinem Vortrag möchte ich dieser Frage auf den Grund gehen und mit der Formel Funktion statt Konvention anhand von Beispielen aus unserer Schulentwicklungs- und Organisationsentwicklungsarbeit  zeigen, wie dieser Wandel angestoßen werden kann.

Prof. Dr. Olaf-Axel Burow, Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik, FB1 Universität Kassel


Muße - ein Zustand von Lust und Kreativität

Wilma Castrian

Muße?
Das ist das Gegenteil von Nichtstun.
Es ist gesteigerte Empfänglichkeit,
ein Tun, das nicht aus dem Zwang der Not kommt,
nicht aus der Gier nach Gewinn,
nicht aus dem Gebot oder der Pflicht,
sondern allein aus der Liebe und der Freiheit.
Es ist die anspruchsvollste aller Beschäftigungen,
weil sie aus dem Kern unseres Wesens hervorgeht
und aus der Freude am Schaffen selbst getan wird.
Es ist vor allem die unverwelkliche Fähigkeit zum
Staunen und Ergriffensein.

Wilma Castrian, „Päbstin“ der Psychophysionomik


Angelika: Tochter - Geliebte – Mutter: Was leistet der Verlust ihrer Lust?

Dr. med. Thomas Heucke

Lust und Leistung in Familien anhand eines Beispiels mit Genogramm

Am Anfang des Workshops sollen einige grundsätzliche Betrachtungen zum Thema "Lust und Leistung in Familien" stehen.
Mit Hilfe der Geschichte von Angelika, die wegen Alibidinie (sexueller Lustlosigkeit) in die psychotherapeutische Praxis kam, wird das Thema beispielhaft entfaltet. Als Mittelpunkt des Workshops wird nach einer kurzen allgemeinen Einführung die Erstellung ihres Genogramms mit einer neu entwickelten Methode gezeigt und auf dem Hintergrund von Erkenntnissen aus Systemaufstellungen und Familienbiographik erläutert.

Daraus erhellt, was der Verlust von Angelikas Lust im Hinblick auf ihre Herkunftsfamilie, ihr Gegenwartssystem und für sie selbst be - deutet. Abschließend werden einige Gesichtspunkte zusammengefasst, die dazu geeignet sind, die Lebensfreude und ihre positiven Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit neu zu entdecken und zu stärken.

Dr.med.Thomas Heucke, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Lust und Leistung bei selbstbestimmtem Lernen

Michael Jatzek

Immer wieder begegnet mir in Gesprächen über selbstbestimmtes Lernen die Haltung, dass es ja ganz schön sei, dass die Kinder ihren Neigungen und Wünschen nachgehen können, aber es doch schließlich nötig sei, sie zu Disziplin und zum Arbeiten anzuhalten, weil sonst bestimmte Leistungsstandards nicht erreicht würden. Lust und Leistung scheint danach ein Gegensatzpaar zu sein, dass sich bis in die Berufswelt fortsetzt. An der Freien Schule Heckenbeck und auch an ähnlich arbeitenden Schulen wie u.a. der Freien Schule Leipzig und der Kapriole in Freiburg durfte ich erleben, dass das nicht so ist. Im Gegenteil ist Dauerstress kontraproduktiv für den Lernprozess und Freude am Tun eine wichtige Zutat, um sich neuen Herausforderungen zu stellen und in den Fluss zu kommen.
Ich möchte an Beispielen aus dem Schulalltag diskutieren, wie sich Leistung in selbstbestimmten und damit auch "lustvollen" Lernumgebungen manifestiert, und welche Zutaten es braucht, um eine solche Schule wie die Freie Schule Heckenbeck erfolgreich zu machen, in der Kinder eine glückliche Schulzeit verbringen können und das lernen, was sie für ihr weiteres Leben benötigen.

Michael Jatzek, Leitung Freie Schule Heckenbeck/Bad Gandersheim


Religiöse Faktoren im Kohärenzerleben von Lust und Leistung

Florian Jeserich, M.A.

Konzepte wie „Lust“ oder „Leistung“ sind zutiefst von den zeit- und kulturgeschichtlichen Rahmenbedingungen geprägt. Unser heutiges Verständnis und unser gegenwärtiger Umgang mit diesen Begriffen basiert zu großen Teilen auf dem Erbe der abendländischen Philosophie (z.B. Epikur) und nicht zuletzt auf der Religionsgeschichte: Man denke nur an die Confessiones des Kirchenvaters Augustinus (um 400 n. Chr.), an die erstmals von Euagrios Pontikos Ende des 4. Jh. systematisch beschriebenen Hauptlaster, von denen die „Lust“ (luxuria) eine ist, oder an das protestantische Leistungsideal, das laut Max Webers berühmter Analyse entscheidend zur Herausbildung der kapitalistischen Gesellschaft beigetragen hat.

Ob und inwieweit man „Lust“ und „Leistung“ als kohärent erleben kann, ist – so meine These – u.a. stark von der kulturellen und religiösen Sozialisation eines Individuums abhängig. Ein Mensch, der in einem katholischen Haushalt aufgewachsen ist und gelernt hat, dass „Lust“ und „Sünde“ in enger Beziehung zueinander stehen oder ein Kind, dessen calvinistische Eltern es schon früh zur „innerweltlichen Askese“ erzogen haben, werden mit der kreativen Verbindung der Konzepte „Lust“ und „Leistung“ ihre Probleme haben – Probleme, die womöglich auch psychische und gesundheitliche Auswirkungen haben können.

Antonovsky hat dem Einfluss soziokultureller Variablen – speziell der Religion – in seinem Modell der Salutogenese Rechnung getragen. Er spricht dem historischen Kontext und besonders auch den Methoden der Kindererziehung eine wichtige Rolle zu. Schließlich ist es die Sozialisation eines Kindes, die zur Herausbildung der sog. Widerstandsressourcen führt. „Religion“ bzw. „Philosophie“ ist laut Antonovsky eine der 10 hauptsächlichen Ressourcen, die es einem Menschen ermöglichen, seine Lebenserfahrungen als sinnvoll zu erleben und ein starkes Kohärenzgefühl auszubilden. Bleibt die Frage: Welchen positiven oder negativen Einfluss hat der kulturelle Faktor Religion auf den gesunden Umgang mit den Prinzipien „Lust“ und „Leistung“?

Florian Jeserich, M.A.,Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften Universität Bayreuth, Studium der Ethnologie und Religionswissenschaft in Heidelberg


Guided Imagery and Music (GIM): Wie Musik Freude und Kreativität wecken kann  

Prof. Dr. Gina Kästele

Die  von Helen Bonny entwickelte GIM-Psychotherapie wird in den USA schon seit über 30 Jahren erfolgreich in der psychotherapeutischen Arbeit mit Klienten eingesetzt. GIM ist eine musikzentrierte Imaginationstherapie, die den Klienten mit stärkenden Ressourcen in Kontakt bringen und kreative Kräfte wecken kann. Musik aktiviert, ermutigt und bietet dem Klienten eine Projektionsfläche für positive Übertragungen an. In diesem Seminar werden die Teilnehmer anhand von speziell ausgewählten Musikstücken und praktischen Übungen angeregt, die Musik als persönliche Kraftquelle zu entdecken. Die Teilnehmer erhalten  praktische Ideen, wie Musik im Zusammenwirken mit geeigneten Interventionsstrategien kreative Impulse fördern und in der Einzel- und Gruppenarbeit integriert werden kann.

Die Bereitschaft zur Selbsterfahrung ist eine Voraussetzung für die Teilnahme.

Übungsmaterial: Malzeug, Blöcke 

Prof. Dr. Gina Kästele, Psychotherapeutische Praxis in München, Supervisorin und Autorin, Fortbildungen in Verhaltenstherapie, Katathym-imaginativer Psychotherapie, Guided Imagery and Music (GIM) und Kunsttherapie


Lust und Leistung, Potenz und Potentialität
Leben zwischen Hingabe, Verpanzerung und Enthoffnung 

Prof. Dr. Annelie Keil 

„Orgastische Potenz“ ist nach Reich das elementare Kennzeichen einer Gesundheit, die sich als Qualität eines umfassenden Lebendigseins, als Arbeits-, Denk-, Gefühls-  und Genussfähigkeit erweist. Rhythmus und Pulsation, Wechsel und Wandel im richtigen Moment sind die Kennzeichen nicht nur eines ausgeglichenen Energiehaushalts, sondern auch der Fähigkeit zu einer Hingabe an ein Leben, dass sich dem ständigen Dialog zwischen Lust und Leistung verpflichtet weiß, der seinerseits die körperliche, geistige, seelische, soziale und spirituelle Gesundheit umfasst. Eine freie biologische Pulsation ist nur möglich, wenn dem Organismus genügend Energie durch Nahrung, Atmung und Bewegung zugeführt wird, diese frei zirkulieren und sich auf adäquate Weise zwischen Anspannung und Entspannung entladen kann. Das gilt in gleicher Weise für die anderen Dimensionen der Gesundheit. Welche Nahrung und Bewegung braucht  geistige Lust und Leistung, welche die soziale Lust und Leistung. Mobilität und Motilität des Körpers kann nur gewährleistet sein, wenn spezifische  Bedingungen erfüllt sind, und jedes dauerhafte/chronische Zurückhalten von Ausdrucksbewegungen hat eine Störung der natürlichen Abläufe der Pulsation zur Folge.

Die Funktionsgesetze des Lebendigen sind strukturell auf Lust und Leistung ausgerichtet und basieren auf dem Prinzip der salutogenetischen Potentialität. Wir bekommen Leben nur als eine Möglichkeit, leben müssen wir es selbst.  Dies lässt sich auf allen Ebenen menschlicher Existenz erkennen und gibt uns damit eine Leitlinie für das, was wir mit den Begriffen Gesundheit und Krankheit zu fassen versuchen.

-          Pulsation versus Erstarrung und Vereinseitigung
-          Bewegung/Beweglichkeit versus Stagnation
-          Rhythmik versus Takt
-          Kontakt und Beziehung versus Isolation
-          Wechselwirkung versus Kausalität und Aufsplitterung
-          Verflechtung/Vernetzung versus Linearität
-          Kontinuität versus Punktualität und Diskontiuität
-          Entwicklung/Prozesshaftigkeit versus Stagnation und Stillstand
-          Geschichtlichkeit versus Punktualität
-          Produktivität versus Kontraproduktivität
-          Sinnhafte Funktionalität versus Mechanistik

Darüber wird anhand von biografischen Beispielen zu sprechen sein.

Prof. Dr. Annelie Keil, Gesundheitswissenschaften, Biografieforschung Bremen


Wie Lernen glücklich macht

Prof. Christina Krause

Was ist Glück? Wie entstehen Glücksgefühle?  Was macht glücklich? In welchem Zusammenhang stehen Bildung und Glück? Obwohl Glück ein subjektives Gefühl ist, wollen wir am Beispiel der Grundbedürfnisse von Kindern zeigen, dass nicht viel - aber doch sehr Bedeutsames - zum Glücklichsein notwendig ist.

Im Beitrag werden neue Erkenntnisse aus der Glücksforschung vorgestellt. Die Erkenntnis, dass glückliche Kinder und Jugendliche leichter, schneller und damit mehr lernen, wird  am Beispiel von Forschungsergebnissen diskutiert.

Lernen scheint Kinder eher unglücklich zu machen. Studien haben gezeigt, dass Kinder nicht gerne den Lernort Schule betreten. Einige scheinen ihn sogar so zu hassen, dass sie Mordideen entwickeln und umsetzen. Dabei sagt uns die Hirnforschung, dass sie nichts lieber tun als zu lernen. Wir wissen außerdem, dass das Gehirn immer lernt. Was, wo und wie gelernt wird – das wird von der Gesellschaft und Kultur, in der Kinder aufwachsen konzipiert und mit bildungspolitischen Maßnahmen durchzusetzen versucht. Meist geschieht das, ohne die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen bzw. sie zu berücksichtigen. Das soll im Beitrag nachgewiesen werden.

Es wird diskutiert, wie eine Bildungseinrichtung aussehen sollte, die den dort Lernenden (und Arbeitenden) Freude macht.

Prof. Christina Krause, Diplom-Pädagogin, promoviert und habilitiert in Pädagogischer Psychologie, Verhaltens- und Familientherapeutin, Professorin für Pädagogische Psychologie und Beratung am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen

Lust und Leistung durch Business Yoga 

Dr. Hans Kugler

Das moderne Arbeitsleben fordert ein hohes Maß an Leistung, und Stress ist ein normaler Bestandteil des Businessalltages. Können wir ihn als selbstverantwortlichen Gestalter in positiven EU-Stress verwandeln und die geforderte Leistung sogar mit Begeisterung erbringen? Und kann Business Yoga dazu einen Beitrag leisten - so die Frage dieses Kurzvortrages.

Die selbstverantwortliche Gestaltung beginnt im Yoga  am "eigenen Leib und Geist" -sei es, um "defensiv" Stress bedingte Verspannungen zu lindern, oder um "offensiv" seine Persönlichkeitspotenziale weiter zu entfalten. Selbstentfaltung ist im Yoga der Weg für eine Verbindung von Lust und Leistung, weil von tiefer innerer Befriedigung begleitet.

Ausgangspunkt dazu ist die Berührung mit den tieferen Schichten des eigenen Wesens. Yoga ist eine intensive Übung in Selbstwahrnehmung von Geist und Körper - ein erster Schlüssel im Stress- und Selbstmanagement des Business Yoga. Er leitet uns als "Navigationssystem" auf dem Weg der Selbstentfaltung. Um uns auf diesem Weg weiter voran zu bringen, dient Energie als "Motor" und zweiter Schlüssel. Entspannung als "Kühlung" und dritter Schlüssel hilft, dabei nicht auszubrennen.

Insgesamt erlaubt Business Yoga, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden trotz hoher Beanspruchung zu erhalten. Die drei genannten Schlüssel eröffnen einen harmonischen und kraftvollen Weg der Selbstentfaltung im Einklang mit unserem Wesen. Und daraus entspringt eine Verbindung von Lust und Leistung  in den tieferen Schichten der Persönlichkeit.

Dr. Hans Kugler hat analytische Philosophie studiert. Er ist seit 1990 als Unternehmensberater für IT und Veränderungsmanagement tätig und seit 2000 als Yogalehrer. Seit seinem Aufbaustudium an einer indischen Yogauniversität 2003/04 liegt sein Schwerpunkt auf  Kursen und Seminaren zu Business Yoga und Stressmanagement. Er ist Mitinitiator von "yogabiz", einer vierköpfigen Kooperation von Business-Yoga-Lehrern im Raum München (www.yogabiz.de).


Wie funktioniert eigentlich Glücklich sein, und wann macht Arbeit richtig Krank?

Bendix Landmann

Workshop zu dem Thema Lust und Arbeit basierend auf den Erfahrungen einer Salutogenese- Therapiegruppe, die seit 5 Jahren regelmäßig zweimal wöchentlich in den Rheinischen (LVR) Kliniken Bonn praktiziert wird. Was seelisch kranken Menschen hilft, ist für gesunde Menschen gut zu wissen. Sie werden erfahren, ob sie einen (Lust) Glücksbegriff „verleben“, der zu kurz kommt und was sie sich alles mit Arbeit (Stress) antun können, falls sie es gerne damit übertreiben. Am Ende dieses Workshops wissen sie, ob sie noch viel glücklicher werden können und warum sie manchmal Arbeit, Arbeit lassen sollten.

Lernziele sind: Kennenlernen der Wahrnehmungsübung „rosarote Brille“, Kennenlernen des „Vulnerabilitäts-Stress-Modells“, Kennenlernen eines „Glücksbegriffes“, Kennenlernen meiner eigenen „Stress-Toleranz-Waage“.

Inhalte sind: Praktische Erfahrung einer Wahrnehmungsübung zur Steigerung der eigenen Glücksempfindung durch gezielte Wahrnehmungsveränderung. Ppt. Foliendarstellung des Vulnerabilitäts Stress Modell und Glücksbegriff. Arbeitsgruppen zur Erarbeitung einer eigenen „Stress-Toleranz Waage“.

Bendix Landmann, 53 Jahre, Bonn, Staatl. anerkannter, Erzieher, Suchttherapeut, Diplom FH Sozialpädagogik, Dozent an der FH Köln, Leitung einer Studie zur Salutogenese an den Rheinischen Kliniken Bonn


Wie ein bedingungsloses Grundeinkommen das Individuum anerkennt, Eigeninitiative stärkt und dadurch Leistung fördert

Dr. Sascha Liebermann

Wenn heute über Leistung und Eigeninitiative gesprochen wird, herrscht eine Sprache vor, der ein intrinsisch motiviertes, von sich aus leistungsbereites Individuum fremd zu sein scheint. Erst, so könnte man meinen, durch „Anreiz“, „Steuerung“ und „Aktivierung“ würde das Individuum aus seiner Trägheit befreit und schöpferisch tätig. Ganz gleich, wo man hinschaut, sei es die sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Diskussion, sei es die politische öffentliche Debatte, sei es das Bildungs- oder Gesundheitswesen – es ist ein Signum unserer Zeit, dass dem Einzelnen wenig bis nichts zugetraut wird.

Um so mehr wundert einen die Dominanz dieses Denkens, wenn wir es ins Verhältnis zu den alltäglichen Erfahrungen setzen, in denen jeder Einzelne eben doch sein Leben in die Hand nimmt, Entscheidungen trifft, die ihm keiner abnimmt, und damit - in der Regel - letztlich beweist, dass er sowohl einen Willen zur Tätigkeit hat, als auch selbstverständlich Verantwortung übernimmt.

Noch erklärungsbedürftiger ist dieses Denken, wenn wir unsere politische Ordnung in Augenschein nehmen. Ihr gilt das Volk als Souverän, von ihm geht alle Gewalt aus und vor ihm muss jede Entscheidung gerechtfertigt werden. Der Bürger und entsprechend die Bürgerrechte als Fundament dieser Ordnung, setzen ein Individuum voraus und machen es unerlässlich, dass dieses Verantwortung nicht nur zu übernehmen bereit ist, sondern dass es sie auch übernimmt.

Diesen Widerspruch nun zwischen unseren tatsächlichen Lebensvollzügen und den Grundfesten politischer Ordnung auf der einen Seite und dem auf Manipulation und Entmündigung beruhenden Denken auf der anderen Seite würde ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger aufheben: Da pro Kopf und von der Wiege bis zur Bahre gewährt, anerkennt es die Bürger als Fundament des Gemeinwesens, indem es bedingungslos bereitgestellt wird. Es ist um ihrer und des Gemeinwesens selbst willen da. Ein bGE ermöglicht durch dauerhafte Absicherung vielfältige Aktivitäten unabhängig davon, mit ihnen ein Einkommen erzielen zu müssen. Es schafft Freiraum und stärkt Eigeninitiative. Damit erhöht es die Chance, dass Neigung und Interessen des Einzelnen und ihm gemäße Aufgabe eher zueinander finden, denn vorschnelle Entscheidungen aus Angst vor Existenzbedrohung müsste niemand mehr treffen.

Indem der Einzelne um seiner und des Gemeinwesen selbst willen anerkannt wird, so wie er ist, indem ihm Freiraum geschaffen und Eigeninitiative gestärkt wird, wird mittelbar Leistung gefördert, ganz gleich wo und in welcher Form sie erfolgt. Das bedingungslose Grundeinkommen kommt einer kollektiven Ermutigung gleich, aber einer, die weder in pädagogischer Absicht, noch in volkserzieherischem Auftrag geschieht. Damit brächen wir mit einer bis heute fortwirkenden Tradition, in der das Individuum droht, von Kollektivzielen welcher Art auch immer erdrückt zu werden. Darin, ihm nichts zuzutrauen, besteht die heutige Misere, sie könnte überwunden werden.

Dr. Sascha Liebermann, „Initiative Freiheit statt Vollbeschäftigung“, Soziologe Witten

Kooperation zur Überwindung der Trennung von Lust und Leistung – auch im Gehirn

Theodor Dierk Petzold

Der Mensch ist nicht nur psychologisch auf zwischenmenschliche Beziehung sondern auch neurophysiologisch auf Kooperation angelegt. Das ist evolutionär auch höchst sinnvoll. Ohne diese Fähigkeit hätte er keine Kultur entwickeln können sondern wäre schon ausgestorben. Lust entsteht besonders durch sinnliche Kommunikation.
Leistung wird selbst dann in gewissem Sinne implizit gemeinsam mit anderen und für andere gemacht, wenn wir sie scheinbar ganz allein und nur für uns selbst erbringen, weil unsere innerpsychische Motivation zur Leistung im soziokulturellen Kontext, in Beziehungen entstanden ist.
Das sind die neuropsychischen Grundlagen dafür, dass Kooperation der wichtigste Trigger für die Synergie und Kohärenz von Lust und Leistung ist.

Salutogen kreative Kommunikation in der ‚genialen Gruppe’? (WS)

Theodor Dierk Petzold

Es geht um einen kreativen Flow in der Teamarbeit. In Gruppenarbeiten werden die Phasen kreativer und salutogener systemischer Selbstorganisation / -regulation experimentell erprobt:

  1. Zielbestimmung – Aktualisierung/Aktivierung eines Attraktors – Einstimmung auf einen gemeinsamen Attraktor
  2. moderierter nichtlinearer (‚chaotischer’) Kommunikationsprozess zur Annäherung an den Attraktor - rund um den Attraktor
  3. prozessuale Ressourcenaktivierung
  4. Ergebnisformulierung und Bilanzierung

Theodor Dierk Petzold, Arzt für Allgemeinmedizin und NHV; Europ. cert. f. Psychotherapie; Leitung des Zentrum für Salutongenese; Vors. der Akademie für patientenzentrierte Medizin APAM e.V.