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Veranstaltungen:

11. Jan 2017

TSF Kursleiterausbildung

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19. Jan 2017

Einführungsseminar "Salutogene Kommunikation"

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24. Mär 2017

Salutogener Umgang mit Symptomen - die heilsame Information verstehen (wird als Salkom®-Einführungsseminar anerkannt)

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08. Mai 2017

Training der Selbstregulationsfähigkeit - Rundum stimmig und gesund

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23. Jun 2017

1. Internationaler Kongress "Salutogenese bei Krebs"

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Weitere Veranstaltungen

 

Symposium 2008


Ankündigung des 4. Symposium für Salutogenese vom 2.-4. Mai 2008 zum Thema:

'Lebens-Werte'

Sinnfindung und attraktive Gesundheitsziele -
auch für Organisationen

>>> Programm

>>> Abstracts im Archiv

Diese Veranstaltung wird von der Ärztekammer Niedersachsen mit 24 Fortbildungspunkten zertifiziert.

Was macht uns das Leben "lebens-wert"? Richten wir nicht unser tägliches Handeln nach unseren Werten und nach dem aus, was wir als sinnvoll erachten?

Das Gesundheitswesen hat eine schwierige Aufgabe: wenn Sinn und Werte der herrschenden Instanzen nicht stimmig vereinbar sind mit einem gesunden Leben, dann erkranken Menschen leichter.

In Mexiko z.B. haben Frauen in den Wechseljahren kaum die Beschwerden, wie sie typisch für Frauen hier bei uns sind - obwohl die hormonelle Umstellung die gleiche ist. In Mexiko sind allerdings die Frauen nach dem Klimakterium in der Gesellschaft besonders hoch geschätzt wegen ihrer potentiellen Weisheit.

Erkrankte Menschen machen der Gesellschaft ihre ungelösten und unbeantworteten Fragen deutlich: Was wollen die vielen ‚verhaltensauffälligen’ Kinder und die Menschen mit Zivilisations- und Stresserkrankungen oder Depressionen der Gesellschaft sagen?

Welche Rolle spielen die höchsten Ziele der Marktwirtschaft, Profit- und Konsummaximierung, dabei? Kann eine Veränderung der Werte helfen?

Für Organisationen stellt sich die Frage nach Sinn und Werten ähnlich. Welche Unternehmenswerte fördern die ‚corporate identity’? Dienen diese nur vordergründig der Mitarbeiterzufriedenheit – letztendlich aber der Profitmaximierung? Oder gibt es Werte in und für Organisationen, die die Gesundheit, Zufriedenheit und den Erfolg aller Beteiligten fördern?

Wie können wir zu gesunden, verbindenden und Entwicklung fördernden Werten und Zielen für uns, unsere PatientInnen und Institutionen kommen, ohne eine gemeinsame Religion, eine Ideologie oder Lobby vertreten zu müssen?

Was erwartet Sie?

Zahlreiche ReferentInnen sowie TeilnehmerInnen aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Pädagogik

  • spannende und aufschlussreiche Impulsreferate mit neuen Ideen und Erkenntnissen
  • Workshops, in denen Sie „Sinnfindung und Werte“ auf unterschiedliche Weisen erfahren à intuitiv, intellektuell und körperlich
  • eine Open-Space-Konferenz, in der Sie mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Projekte und Pläne für die salutogene Praxis schmieden können
  • leckere, vegetarische Vollwertküche

Mit diesem Symposium wollen wir gute alte Traditionen von WissenschaftlerInnen aufnehmen, wobei sie sich in kreativer Atmosphäre über Erkenntnisse und Ideen austauschen (jetzt allerdings ohne Trinkgelage, wie diese noch aus dem alten Griechenland überliefert sind). Wir wollen dabei die alten Traditionen mit neuen Kommunikationsmethoden bereichern. So wird es auf dem Symposium Impulsreferate, Workshops und eine Open-Space-Konferenz geben. Besonders die Open-Space-Konferenz ist geeignet, die Kompetenzen aller Teilnehmenden in einen großen kreativen Prozess zu führen, der nicht nur für jeden einzelnen einen Gewinn erbringt, sondern auch oft überraschende Gruppenergebnisse ergibt. In den Regeln der Open-Space-Technik finden wir Prinzipien von synergetischer Kreativität wieder, die auch für gesunde Entwicklung gelten.

Call for papers:

Wir laden Experten und Expertinnen ein, zu diesem Thema auf dem

4. Symposium für Salutogenese>ein Impulsreferat (20 Min.) zu halten oder einen Workshop (90 Min.) zu geben. Bitte reichen Sie ein Angebot mit Titel und Abstract beim Zentrum für Salutogenese ein.

Einsendeschluss ist der 30. Dezember 2007. Bitte mailen an: info(at)salutogenese-zentrum.de

Das Symposium für Salutogenese wird mit 24 Fortbildungspunkten als anerkannte Fortbildungsveranstaltung der Ärztkammer Niedersachen zertifiziert.

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Rückblick:

3. Symposium vom 4.-6. Mai 2007 zum Thema

'Verstehen können mit Ratio und Intuition'

Pressebericht zum Symposium 2007:

Neuaufbruch im Gesundheitswesen?

Das 3. Symposium für Salutogenese in Bad Gandersheim

Salutogenese - was ist das? Hinter diesem Begriff verbirgt sich der Gedanke, dass wir auf das schauen, was unsere Gesundheit erhält, auf unsere Ressourcen, unsere Genussfähigkeit und unsere Kompetenz, unsere Gesundheit selbstverantwortlich zu erhalten.

 

Unser pathogenetisch, d.h. an der Entstehung von Krankheit orientiertes Gesundheitswesen ist in eine Sackgasse geraten: Auf der einen Seite haben die neuen technischen Möglichkeiten der Diagnose und Medikamente neue Heilungschancen gebracht – besonders in der Notfall- und Akutmedizin, auf der anderen Seite sind aber die Dinge aus dem Blick geraten, die vorbeugend bzw. nach einer Akutbehandlung langfristig unsere Gesundheit erhalten wie z.B. gute Beziehungen, Anerkennung, gute Arbeits- und Lebensbedingungen wie auch hochwertige Nahrung und gute Luft.

Wir befinden uns in Zeiten der Gesundheitsreform, in denen

- erkrankte Menschen vermehrt zur Kasse gebeten werden für weniger Leistung,

- die bezahlten medizinischen Behandlungen immer mehr nach einem bestimmten Schema verordnet werden, was vermehrt zu Nebenwirkungen führen kann

– Bereiche der medizinischen Versorgung beschnitten werden.

 

Das Zentrum für Salutogenese in Bad Gandersheim will deshalb neue Sichtweisen für Medizin und Gesundheitsförderung erarbeiten. Hier begegnen sich auf dem jährlichen Symposium Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte, Coaches und Gesundheitsförderer, die in Betrieben und Schulen tätig sind, um ihre Erfahrungen mit einer menschenfreundlichen Medizin und Begleitung auszutauschen und Projekte zu entwickeln, in denen das umgesetzt wird, was wir über die Bedingungen zur Entstehung von Gesundheit wissen. Ziel ist, dass diese Erkenntnisse in Wissenschaft, Praxis und Politik gehört und umgesetzt werden.

Auf dem diesjährigen Symposium wurde das Leitthema „Verstehen zwischen Ratio und Intuition“ beleuchtet -  welche Art des Verstehens ist heilsam? Verstehen zu können, was die eigene Erkrankung bedeutet, einen Sinn in dem zu sehen, was einem widerfährt, ist ein wichtiger Faktor, um sich gesund zu erhalten – so der israelische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky – der „Vater“ des Salutogenese-Konzeptes.

Viele verschiedene Gedanken zum Thema Verstehen wurden beigetragen: In den einführenden Vorträgen der Leitung des Zentrums für Salutogenese Frau Nadja Lehmann, Gesundheitsförderung, und Herrn Theodor D. Petzold, Arzt, wurde deutlich gemacht, dass jeder Mensch anders versteht, je nachdem, was seine persönlichen Themen und Entwicklungsziele sind. Es ist wichtig, Vorstellungen loszulassen und seine persönlichen Lebens- und Gesundheitsziele intuitiv zu entdecken, d.h. in einer Art und Weise, die den Verstand und die Emotionen zusammenbringt, wie der bekannte Gesundheitsforscher Dr. Dr. Ronald Grossarth-Maticek es darstellte. Intuitive Fähigkeiten waren z.B. auch Gegenstand der Diskussion nach dem Vortrag der Pädagogik-Professorin Frau Prof. Krause aus Göttingen - Frauen wissen oft „intuitiv“, ob ihre Mittel und Fähigkeiten für die Versorgung ihres Kindes ausreichend sind.

Viele weitere Themen wurden angesprochen: Erkenntnisse aus der Familientherapie und der systemischen Beratung: Wie kann ich meine Familiengeschichte verstehen und die Folgen für mein heutiges Leben? Erkrankungen können Folgen von „Doppelbotschaften“ der Eltern sein oder im Zusammenhang stehen mit Wünschen und Lebenszielen meiner Vorfahren. Wir besitzen eine „interne Familie“, so die systemischen Berater Schulze-Bremer, d.h. wenn es Konflikte in der eigenen Familie gab, kann es sein, dass sich die „inneren Bilder“ der Menschen, mit denen wir aufgewachsen sind, sich „in uns weiter streiten“ – hier lässt sich durch Verstehen Entspannung und innerer Frieden finden. Über therapeutische Arbeit mit dem Körper selbst können wir viel verstehen – hier sind unsere Erfahrungen gespeichert, stellte der Chefarzt und Körpertherapeut einer Magdeburger Reha-Klinik heraus. Auch Wilma Castrian, die Päpstin der Psychophysiognomie, d.h. der Lehre, wie sich psychische und physische Themen im Gesicht der Menschen lesen lassen, konnte dies eindrücklich veranschaulichen. Für die Gesundheit bedarf es noch des Verstehens in vielen Bereichen: Dem Verstehen dessen, was uns fremd erscheint, auch eines besseres Verstehens des Pflegepersonals und ihrer Patienten, der Wirkung der therapeutischen „Rituale“, die es im Gesundheitswesen gibt und schließlich auch des „größeren“ Zusammenhanges unseres Lebens, dem Sinn, „Gott“, unserem Umgang mit der Natur. Dafür braucht es u.a. auch Humor und Weisheit!

 In der Open-Space-Konferenz, die den zweiten Teil dieser Veranstaltung ausmachte, haben die hochkompetenten Teilnehmer in Gruppen erarbeitet, wie diese Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt werden können. Ein tiefer, verbindender Wunsch ist, dass viele Menschen erfahren und verstehen können, dass es Wege in die Gesundheit gibt, die nicht anstrengend sind und auch nicht viel kosten müssen. Ein geplantes Projekt ist die Veröffentlichung eines Buches, das Laien die grundlegenden Prinzipien der Salutogenese zugänglich macht.

Die Absicht und die Hoffnung der Veranstalter und der Teilnehmer ist, dieses Wissen auch in die Politik hinein zu tragen, hier ein „Verstehen“ zu bewirken, das zu Lösung der wichtigen Fragen in unserem Gesundheitswesen führt. Vielleicht kann dies ebenso schnell gehen, wie das Erblühen der Natur in diesem Jahr...

Vorträge 2008

Sinnfindung in der modernen Arbeitswelt

Prof. Dr. Bernhard Badura

….

Breaks mit Bewegung: Feldenkrais-Übungen:
Leicht bewegen - klar denken

Detlef Meier

Die Feldenkrais-Methode wurde von Moshe Feldenkrais (1904 - 84) entwickelt. Moshè Feldenkrais wurde in Weißrussland geboren, verbrachte seine Jugend in Palästina und Israel und studierte in Paris Physik. Ausgelöst durch eine schmerzhafte Knieverletzung begann er, sein Bewegungsverhalten und seine Bewegungsmuster genauer zu untersuchen. So entdeckte er für sich eine schmerzfreie und effiziente Gehweise. Dieser Erfolg bestärkte ihn, seine Theorien über die menschliche Anatomie, das Nervensystem und die Bewegungsabläufe zu einem pädagogisch-innovativen Konzept weiterzuentwickeln.

Eingesetzt wird die Feldenkrais-Methode heute beispielsweise in der Rehabilitation und in Bereichen der Psychiatrie und Psychosomatik. Sie bietet verschiedene Möglichkeiten, schmerzfreie Bewegungen neu bzw. wieder zu erlernen und ungünstige Bewegungsgewohnheiten aktiv und bewusst zu ändern. Auch der Heilungsverlauf von Verletzungen kann unterstützt werden. Körperhaltung und Koordination, Persönlichkeitsentwicklung, Entspannung und Stressabbau sind weitere wichtige Bereiche, die durch Feldenkrais positiv beeinflusst werden können.

Nach Feldenkrais stehen Körper und Geist in einem beständigen Austausch und beeinflussen sich gegenseitig. Eine Verbesserung der Bewegungsabläufe hat daher für Feldenkrais gleichzeitig auch eine Verbesserung der psychischen Verfassung zur Folge. Die Feldenkrais-Methode arbeitet mit sehr einfachen und langsamen Bewegungen, die ohne Kraftaufwand und in der Regel im Liegen durchgeführt werden. Am Ende jeder Lektionseinheit stehen deutlich wahrnehmbar die Lockerung und Entspannung von Körper und Geist.

Detlef Meier, Feldenkrais-Pädagoge

Wer ein Wozu zu leben hat, erträgt fast jedes Wie

Manfred Hillmann

Sinnhaftigkeit ist eines der tragenden Säulen im Salutogenesekonzept Aron Antonovskys.
Viktor Frankls Logotherapie als eine am Sinn orientierte Psychotherapie war eine wichtige Vorlage für Antonovsky. Der Vortrag führt in die Logotherapie Frankls ein und stellt Verbindungen zur Salutogenese her.

Manfred Hillmann, Dipl.-Soz.Päd., B.A. (Philosophie), Logotherapeut

Ein Sinn für Kohärenz – für Ordnung die Sinn macht?

Theodor Dierk Petzold

 „Das Leben ist lebenswert.“ „Jedes Leben – alles - hat seinen Sinn.“  
Woher kommen sinnvolle Lebens-Werte?

Meine Hypothese: Das Leben bekommt seinen konkreten Sinn durch den Zusammenhang, in dem es entsteht und wächst. Dieser Kontext hat verschiedene Dimensionen: die Familie, die Kultur, die Menschheit, die Biosphäre … Gott? Jede Dimension hat ihre eigene charakteristische Stimmigkeit (Kohärenz, Verbundenheit). Ein jeder Mensch hat einen Sinn für Kohärenz, für die Stimmigkeit der Verbundenheit. Dieser Sinn zeigt sich in der Funktion unseres Gehirns: es sucht nach Ähnlichkeiten, nach stimmigen Verbindungen, es strebt nach Kohärenz.

Wenn wir eine solche stimmige Verbundenheit in unseren Familienbeziehungen erfahren, gibt uns die Familie ein Gefühl der Bedeutsamkeit und eines Sinnes in unserem Leben. Dort, wo wir eine stimmige Verbundenheit im kulturellen Leben finden, können die Werte und Normen der Kultur unserer Tätigkeit einen Sinn geben; in der Biosphäre …; in der Spiritualität …

So führen Bedeutsamkeit und Sinn zu Kohärenz im Leben und zu Gesundheit.

Theodor Dierk Petzold, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, Europ. Cert. f. Psychotherapy ECP, Leiter des Zentrum für Salutogenese, Vorsitzender der Akademie für patientenzentrierte Medizin APAM e.V., Buchautor

 Was für Kinder wertvoll ist

Christina Krause & Tuulia Koskus-Gärtner

Kinder lernen immer, und  sie lernen gern. Was für sie bedeutsam wird, bestimmen ihre Erfahrungen, die sie mit der Welt machen. Wer bestimmt den Wert? Gibt es einen Wertekonsens? Welchen Stellenwert haben Familie, Schule, Kirche, Gesellschaft bei der „Werteerziehung“?

Was  benennen Kinder selbst als wertvoll für sich? Was brauchen sie, um sich wohl fühlen zu können?  Eltern und andere bedeutsame Bezugspersonen sollten gut hinhören, Kindern Zeit und Raum geben, um ihre Meinung sagen und ihre Zweifel äußern zu können. Es sollten ihnen aber vor allem viele Gelegenheiten zum „Probehandeln“ gegeben werden.

Im Vortrag wird die subjektive Sicht der Kinder im Mittelpunkt stehen, und es werden einige Ansätze diskutiert, wie pädagogische Antworten darauf aussehen könnten.

Christina Krause, em. Prof. Päd. Göttingen; Dr. phil., Buchautorin, Salutogenetisch orientiertes Erziehungsprojekt KESS e.V.
Tuulia Koskus-Gärtner, Uni Göttingen

„Gesunde Mitarbeiter ó Gesunde Unternehmen ó Gesunde Ergebnisse“ - Sinnfindung und Werte für Menschen und Organisationen

Wolfgang Filbert, Anna Gottstein, Eckhard Münch, Petra Röhr

Salutogenese – Wie bringen wir sie in die Praxis?

So waren die „Open Space“ sessions der letzten Symposien für Salutogenese in Bad Gandersheim überschrieben. In Deutschland gibt es ca. 40 Mio. Erwerbstätige in Unternehmen und Organisationen. Salutogenes Denken in Unternehmen einzubringen hat also eine hohe praktische Relevanz.

Um Unternehmer und Manager zu motivieren in ganzheitliche, gesunde Entwicklung ihrer Mitarbeiter zu investieren, muss der Nutzen auf den Unternehmenserfolg deutlich gemacht werden. „Nur was man messen kann, kann man auch lenken“, so Peter F. Drucker – Pionier der modernen Managementlehre. Die folgenden Fragen sind zu diskutieren und in unternehmerische Zahlen fassbar zu machen.

Wie lässt sich das Kohärenzgefühl als Treiber von Wohlbefinden und Gesundheit sichtbar messbar machen?

Welche Kennzahlen können für das betriebliche Gesundheitsmanagement eines salutogenetisch inspirierten Unternehmensansatzes abgeleitet werden?

Wie kann salutogenetischer Nutzen für ein Unternehmen, eine Organisation bewertet werden?

Ziel des Vortrags ist es, deutlich zu machen, dass der sense of coherence auf Individueller-, Gruppen- und Unternehmensebene (Individuelles-SOC, Gruppen-SOC, Unternehmens-SOC) wirkt und einerseits eine direkte und messbare Beziehung zum Führungskapital, Netzwerkkapital und Wertekapital eines Unternehmens / Organisation hat. Andererseits wirkt das Kohärenzgefühl durch alle Ebenen auf die Lebenswerte und die Gesundheit der Mitarbeiter.

In Anlehnung des Forschungsprojekts „ProSoB“ (Produktivität von Sozialkapital im Betrieb), der Universität Bielefeld, Prof. Badura und Prof. Greiner, werden die salutogenetischen Wirkfaktoren auf die Finanzperspektive, Prozessperspektive und Potentialperspektive im Sinne der balanced scorecard deutlich und quantifizierbar.

Verstehbarkeit von Prozessen und Entscheidungen, Handhabbarkeit, Handlungsspielraum in der Lösungsgestaltung und Sinnhaftigkeit, der Aufgabe sind die Treiber für eine gesunde Entwicklung und wirken nachweislich auf den Unternehmenserfolg.

Den theoretischen Hintergrund und den Wirkmechanismus deutlich zu machen ist Aufgabe des Impulsvortrags. Im weiterführenden workshop werden wir gemeinsam erarbeiten, wie ein konkretes, modulares Angebot für Unternehmen / Organisationen aussehen kann, damit wir das Konzept der Salutogenese unter dem Motto:

Gesunde Mitarbeiter ó Gesunde Unternehmen ó Gesunde Ergebnisse in die betriebliche Praxis bringen.

Wolfgang Filbert, Dipl. Ökonom, Berater und Coach
Anna Gottstein, Dipl. Philologin, Pädagogin, Training und Beratung
Eckhard Münch, Dipl. Sozialwissenschaftler, Personal- und Organisationsentwickler
Petra Röhr, Dipl. Psychologin, Röhr-Seminare

Die hypno-integrative tiefenpsychologische Therapie (H.I.T.T.®) in der Salutogenese

Werner J. Meinhold

Meister Eckhart hätte zum Thema "Salutogenese" vermutlich auf seine Erkenntnis verwiesen: "Jedes Wesen findet sein Glück in der Erfüllung dessen, wofür es geschaffen ist". 

Wofür aber ist der Mensch geschaffen? Bei aller Unterschiedlichkeit der diesbezüglichen Meinungen und Glaubensvorstellungen  trifft sicher allgemein zu, dass diese Frage - ob in der Familie, in der Schule, im Studium, im Beruf und erstaunlicherweise auch in der Therapie, sehr selten - wenn überhaupt - gestellt wird.

Gesund Bleiben oder Werden wird oft einfach mit störungsfreiem Funktionieren gleichgesetzt. Die eigentliche Sinnfrage bleibt bei den meisten Menschen ungefragt und unbeantwortet. Die gern zitierte Dreigliedrigkeit des Menschen als Körper/Seele/Geist-Einheit beschreibt oft nur eine diffuse Modellvorstellung, deren Wirklichkeit meist erst hinterfragt wird, wenn eine lebensbedrohliche Erkrankung auftaucht.

Dass gerade in dieser Situation, wo es wie sonst kaum um das Wesentlich-Werden des Menschen geht, die Hypnose eine hervorragende Hilfe sein kann, ist für die meisten sicher eine eher abwegige Vorstellung, wird diese „Technik“ doch immer noch überwiegend mit suggestiver Fremdbeeinflussung und „zudeckenden“ Maßnahmen gleichgesetzt. Tatsächlich aber ist „die Hypnose“ ein chamäleonartiges Bewusstseinsspektrum, das – entsprechend eingesetzt –  von den tiefsten Tiefen des Unterbewussten bis zu den spirituellen Höhen des Überbewussten reicht. Mit Hilfe der hier vorgestellten neuen Art der analytisch-integrativen Arbeit in Hypnose können sowohl in der Salutogenese als auch in der Therapie Ursachen und Heilungswege gefunden werden, und zwar durch den Patienten selbst, auf denen z. B. ein Buchhalter sich als Mystiker entdecken kann, und über seiner Erkenntnisse in der Hypnose nicht nur Gesundung, sondern eine bewusstere und sinnerfüllte Lebensführung erreicht.

Der Impulsvortrag stellt die Grundlagen der Methode dar, im Workshop soll eine praktische Erfahrung vermittelt werden.

Werner J. Meinhold, Ehrenpräsident der Internationalen Gesellschaft für Integrative Tiefenpsycho-logische Therapie in Hypnose und Hypnoseforschung e.V  I-GTH

„Wenn der Mensch in Einklang ist mit sich und seinem Werdeplan“, kann man das sehen.

Wilma Castrian

Wie sich Befinden und Ausstrahlung beschreiben und deuten lassen, versuchen wir mit der Psycho-Physiognomik. Ein Dia-Vortrag zur Erklärung der theoretischen Hintergründe der Ausdruckskunde wechselt ab mit der Praxis, die das Sehen lehrt und die Erklärungen vorsichtig beschreibt – möglichst an freiwillig sich meldenden Teilnehmern.

Wilma Castrian, Autorin von Lehrbüchern zur Psycho-Physiognomik

Sinn finden durch persönliche Standortbestimmung und bewusster Lebens-Navigation.

Helmut Jakobi

Das menschliche Gehirn ist dem wachsenden Streß moderner Zivilisation immer weniger gewachsen. Belastungen in Familie und Beruf, Angst vor Arbeitslosigkeit und persönliche Perspektivlosigkeit machen viele Bürger psychisch krank. Im Dschungel heutiger Informationsflut verlieren die Menschen die Oriewntierung. Um Sinn zu finden, ist eine persönliche Positionierung erforderlich, aus der eine persönliche Lebensstrategie entwickelt werden kann - auf allen Ebenen des Seins:
- physisch
- energetisch
- emotional
- mental
- spirituell

Short-Vita: Helmut Jakobi, prophy-Consult, Jg. 45, in den 60ern Chemie-Studium, in den 70ern Pharma-Marketing-Manager (Astra-Chemicals, Rhone-Poulenc), seit den 80ern selbständig: Med-pharm. Verlag, Marketing-Conceptioner für Schering, Hoechst, BASF, Zyma, Winthrop u.a. (HIT-Programm, GUT- Programm, Endometriose-Programm u.a.). Seit mehr als 20 Jahren Arbeit an Prävention, Integrative Medizin, seit 10 Jahren Lernen biophysikalischer Energie- und Informationsmedizin (Quantenmedizin), Entwicklung des prophy-Systems (www.prophy-systems.de) und Vertrieb von Energiegeräten.

Lebens-Werte und Trauma

Christa Lorenz

Margarete Mitscherlich wurde aktuell zur Frage der Bedeutung gesellschaftlicher Werte interviewt und sie führte dazu aus: „Menschen für Werte zu sensibilisieren ist keine schlechte Sache - sofern diese Werte auch kritisch betrachtet werden, man dabei Vernunft walten lässt und nicht nur blind glaubt“ (2007). Dabei geht es ihr darum, einen vernunftorientierten und kritischen Umgang sowie eine reflektierte Herangehensweise zum Thema der Werte zu praktizieren.

Mitscherlich erinnert zudem daran, dass aus ihrer Sicht auch Adolf Hitler Werte hatte, doch wie wir wissen, waren sie destruktiver und katastrophaler Natur. Innerhalb von zwölf Jahren war es gelungen, aus einem Kulturvolk primitive Barbaren zu machen, die jüdische Menschen - Frauen, Männer und Kinder einfach töteten. Es waren Menschen, die sich nicht schuldig gemacht hatten. Und so schnell lassen sich Werte verschieben. Das sollten wir nicht vergessen!

Vielleicht besteht das Unerklärliche darin, dass das Leben, meist über weite Strecken so verlässlich, so lenkbar scheint, wie wir es uns vorstellen, wie wir es ja auch versuchen zu gestalten. Aus der Überzeugung von der Vorhersagbarkeit und Kontrollierbarkeit des Lebens schöpfen wir das Gefühl - oder besser die Illusion (?) - unserer Sicherheit und Kompetenz. Beides wird erheblich und unter besonderen Umständen bis zum psychischen Zusammenbruch erschüttert, wenn wir von einem schweren Unglück betroffen sind, wenn wir Opfer von Gewalt werden, oder wenn wir - wodurch auch immer - aus unserem bisherigen sozialen Netz fallen.

Die Verarbeitung einer schweren Verletzung, eines Verlustes, sei es durch Unfälle, Naturkatastrophen, durch menschliche Gewalteinwirkungen oder eine plötzliche lebensbedrohliche Erkrankung, stellt jeden Menschen vor eine harte Herausforderung, zuweilen vor die Prüfung seines Lebens überhaupt. An dieser Herausforderung entscheidet es sich, ob jemand mit seinen Einstellungen, seinen Überzeugungen und seinem Bild von sich und der Welt zerbricht oder ob er es schafft, sich dem Leben wieder zuzuwenden - vorsichtiger, als Gezeichneter, doch mit neuen Zielen.

Psychologische Unterstützung traumatisierter Menschen zielt nun darauf ab, die Flexibilität derjenigen Prozesse wieder zu fördern, die für die Bildung von Modellen über die Wirklichkeit verantwortlich sind.

Christa Lorenz, geboren 1950, Dipl.-Sozialpädagogin, Krankenschwester,  Fachkrankenschwester und Lehrerin für Berufe im Gesundheitswesen, Ausbildung in der Integrativen Therapie bei Dr. H. Heinl und Prof. H. Petzold sowie Paar- und Sexualtherapie/Paarsynthese (Europäische Akademie für psychosoziale Gesundheit und Kreativitätsförderung/Fritz Perls Institut für Integrative Therapie, Gestalttherapie und Kreativitätsförderung) und Psychologische Beraterin, Diplom IAPP. Ausbildung in Transaktionsanalyse bei M. Sell, Ausbildung im Autogenen Training bei Dr. H. Lindmann und Gesundheitstraining bei O. C. Simonton und bei M. Höhn-Beste. Ausbildung in Provokativer Therapie bei Prof. F. Farrelly und Dr. N. Höfner, Ausbildung zum Ernährungscoach und zur Nordic-Walking-Trainerin.
Unterrichtstätigkeit an Krankenpflegeschulen, Krisenintervention und psychologische Beratung zur Persönlichkeitsentwicklung und psychoonkologische Begleitung Krebskranker und deren Angehörige. Einzel- und Paarberatung.
Tätig seit 1989 in eigener Psychotherapeutischer Praxis und Leiterin des Zentrums für Gesundheitsförderung in Hannover.

Zur Bedeutung der Salutogenese und ihr systemischer Wert - Lebens-Werte und Sinnstiftung systemisch verortet

Felix Lorenz

Die Salutogenese und systemtheoretische Überlegungen lassen sich hervorragend konzeptionell miteinander verknüpfen. Und einerseits sind Werte nicht nur auf personaler Systemebene im Rahmen Über-Ich-theoretischer Überlegungen bedeutsam, sie haben andererseits auch in identitätstheoretischen Überlegungen in der Auseinandersetzung mit den Normen und Werten eine herausragende Bedeutung. Schließlich ist es auch Faktum, dass Menschen in sozialen Systemrepräsentationen leben, indem sie im Rahmen wertender Perspektiven Lebenszusammenhängen angehören, die sich in kollektiven Wertungen realisieren.

Dabei ist der Verlust von Werten immer auch ein Verlust von Sinn als intersubjektiv gewonnener Konsens (vgl. Habermas 1981) und Watzlawick (1969), Beavin und Jackson (1990) meinten, dass der Mensch „psychologisch gesehen, nicht in einer Welt überleben [kann], die für ihn sinnlos ist“. Dabei sei der „Verlust oder das Fehlen eines Lebenssinns [ ... ] vielleicht der allgemeinste Nenner aller Formen von Gemütsstörungen; Schmerz, Krankheit, Verlust, Misserfolg, Verzweiflung, Enttäuschung, Todesfurcht oder bloße Langeweile - sie alle führen zu der Überzeugung, dass das Leben sinnlos ist.“

Wer setzt sich nicht im Verlaufe seines Lebens immer wieder mit den Fragen von Sinn und Unsinn, von Lebenssinn und Sinnlosigkeit des Lebens, mit der Bedeutung von Lebensgeschehnissen und seinen Lebens-Werten auseinander? Antonovsky beschäftigte sich bekanntlich mit diesen Themen vor dem Hintergrund seiner Erkenntnisse über den Ansatz Viktor Frankls (1973) zur Frage des „Willen zum Sinn“.

Gerade in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels mit den Risiken der Selbst-Entfremdung, der Isolation, dem Normenverlust und der erlebten Sinnlosigkeit ist eine umfassende und systemische Sicht auf eine Paradoxie in unserer Gesellschaft angezeigt: Der Mensch soll sich vor dem Verlust des Erlebens einer berechenbaren Welt in der Gesellschaft selbst behaupten und er soll gleichzeitig soziale Gerechtigkeit walten lassen. Eine sinnstiftend-souveräne Lebensgestaltung ist aber nur dann möglich, wenn die Lebenszusammenhänge verständlich, Ressourcen erschließbar und der Sinn und Wert des Denkens, Fühlens und Handelns durch die Gestaltbarkeit der Lebensbedingungen im Miteinander getragen ist.

Rüdiger-Felix Lorenz, geboren 1947, Gestaltanalytiker, Eurozertifikat (ECP) - European Certificate of Psychotherapy, Ausbildung bei Prof. Dr. mult. H. Petzold (Europäische Akademie für psychosoziale Gesundheit und Kreativitätsförderung/Fritz Perls Institut für Integrative Therapie, Gestalttherapie und Kreativitätsförderung) und Graduierung zum Psychotherapeuten für Integrative Therapie/Gestaltpsychotherapie, Ausbildung in Transaktionsanalyse bei M. Sell und Ausbildung in Klinischer Hypnose (Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose), Gesundheitswissenschaftler und Buchautor.
Betreuung von Gefangenen in der JVA Hannover und langjährige Tätigkeit im klinischen Feld der Psychiatrie. Lehrbeauftragter an der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit und Kreativitätsförderung und dem Fritz Perls Institut für Integrative Therapie und Kreativitätsförderung, Gastdozent in der Akademie Loccum. Tätigkeit im Rundfunk zu den Sendungen der Sendereihen „Gesundheit heute“ und „LebensArt“ und im Fernsehen im Rahmen der Zuschauerberatung.
Niedergelassen seit 1989 in eigener Psychotherapeutischer Praxis und Leiter des Zentrums für Gesundheitsförderung in Hannover. Schwerpunkte: Salutogenetisch ausgerichtete Psychotherapie, Stresstherapie, Konfliktberatung, Managementtraining.

Abtreibung – ein Wettlauf des Tuns gegen das Sein - Heilung als Versöhnung beider Lebens - Werte

Thomas Heucke

In der psychotherapeutischen Praxis begegnen mir häufig Menschen, die sich um sich selbst sorgen oder gar den Sinn und Wert des „Lebens an sich“ in Zweifel ziehen. Sie fühlen sich bedrückt, nicht geliebt und geborgen; Scham erfüllt, wagen sie es nicht, ihr Dasein in seiner ganzen Fülle zu genießen, oder sie kümmern sich in aufopfernder Weise um erwachsene Angehörige, als seien sie Kinder. Oft handelt es sich dabei um die psychischen Folgen eines Schwangerschaftsabbruches (eines Tuns), einen Bruch im Fluss des Lebens (des Seins).

Die selbst beobachteten, möglichen seelischen Folgen von Abtreibung zeigen sich nicht nur bei den Einzelnen (Müttern und Vätern), sondern betreffen das gesamte System, weil die Familie dazu dient, das Leben weiterzugeben. Diese Aufgabe erfüllen Familien vollständig, indem alle gleichermaßen dazu gehören dürfen und alles Leben Wert geschätzt wird, wie es wurde. Nach einer Abtreibung sind namentlich dann psychische Auswirkungen möglich, wenn später Veränderungen auf der Paarebene oder in Eltern - Kind - Beziehungen anstehen. Sie lassen sich auf dem Hintergrund der Familienbiographik im Genogramm und bei Systemaufstellungen in ihrer Bedeutung als Geschehen auffassen, welches aufgrund der unvermeidbaren, leiblichen Bindungen das gesamte Familiensystem, oft über Generationen hinweg, betrifft. So mag einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, wer selbst von seinen Eltern als Person nicht gewollt war oder wenn im System dringend ein Junge bzw. Mädchen gebraucht wird.

Aus diesen Einsichten lassen sich Aspekte eines Zeit – gemäßen, phasengerechten, Gesundheit fördernden Beratungskonzeptes und vor allem heilende Bilder für Familien ableiten, in denen eine Abtreibung bereits geschehen ist. Gelingt es, frei von jeglichem Vorwurf, für das jeweils eigene Handeln anerkennend gerade zu stehen, dem Kind seinen Platz, seinen Stellen - Wert, zu geben und seinen Verlust zu betrauern, darf das Leben glücklich weitergehen.

Wer eine Abtreibung in Betracht zieht oder dazu um Rat gefragt wird, möge sich auf die Wurzeln seines eigenen Daseins besinnen. Wer sein eigenes und alles Leben bewusst und dankbar von den Früheren durch seine leiblichen Eltern annimmt, darf daraus Mut schöpfen, das Leben mit Freude auch an seine Kinder weiterzugeben.

Thomas Heucke, Dr. med., Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Linz/Rhein, Autor von „Genogramm und Familienstellen - Das innere Bild der Familie als Quelle heilender Kraft“ (2008 Param – Verlag) 

 

Kann man Folterern Kohärenzgefühl zusprechen?

Einladung, einen etablierten Begriff neu zu denken

Franz Friczewski und Ute Held

Die Frage im Titel hat Antonovsky sich selbst gestellt – und mit „Ja“ beantwortet. Im Klartext: Auch Folterern und Terroristen kann man Kohärenzgefühl, so wie Antonovsky es damals definierte, nicht unbedingt absprechen. Das ist soweit logisch – dennoch bleibt ein Unbehagen. Antonovsky hatte selber große Bauchschmerzen mit diesen Konsequenzen seines Konzepts.

Wie lässt sich dieser Zwiespalt (er)klären? Die Idee der „Kohärenz“ zielt ja eigentlich auf ein – sich spontan herausbildendes – Ganzes, „Heiles“, Integres. Genau das ist es auch, was viele an dem Begriff „Kohärenzgefühl“ bis heute fasziniert. Auf der anderen Seite hat Antonovsky sein Befragungsinstrument „SOC“ aber auf dem Boden des klassischen linearen Paradigmas formuliert. Beides scheint erst einmal nicht besonders gut zusammenzupassen. Antonovsky spürte das wohl selbst; denn eine seiner Lieblingsideen, die er aber nicht mehr verwirklichen konnte, war es, seinen Ansatz neu zu formulieren – und zwar auf dem Hintergrund der damals aufkommenden nicht-linearen Theorien der Selbst-Organisation (Chaostheorie).

„Selbst-Organisation“ ist ein interessantes Paradigma, eine neuartige, erfrischende Art, „Welt“ zu beobachten. Kein Wunder, dass Antonovsky davon fasziniert war. Wir möchten Sie in unserer kurzen Präsentation dazu einladen, sich einmal probeweise auf die Perspektive der Selbst-Organisation (zweiter Ordnung) einzulassen und dann zu sehen, wie sich dann das Konzept „Kohärenzgefühl“ verändert…

 Dr. Franz Friczewski: Diplom-Sozialwirt, geb. 1939 in Königsberg/Pr., Coach, Beratung für Betriebliches Gesundheitsmanagement, Trainer für „Mindfulness-Based-Stress-Reduction-MBSR“ nach J.K. Zinn. Den theoretischen Hintergrund meiner Arbeit bilden die Ansätze von Humberto Maturana („Biologie der Erkenntnis“) und von A. Antonovsky (Salutogenese) und die Frage, wie sie sich fruchtbar verbinden und auf die „kohärente Organisation“ anwenden lassen. Derzeit  Arbeit an einem entsprechenden Buchprojekt. www.organisation-und-kohaerenz.de

Gesundheit als Sinnstiftung für den Alltag? Überlegungen zu einer systematischen Gesundheitsförderung im Alltag für Alle.

Eberhard Göpel

Anschließend gibt es noch die Möglichkeit für InteressentInnen über die politisch-praktischen Aktivitäten zur Entwicklung des aktuellen bundesweiten Netzwerkes Gesundheitsförderung im Alltag für Alle zu sprechen.

Eberhard Göpel, Prof. Dr. med., Gesundheitsförderung, Magdeburg

Welchen Werten fühlen wir uns verpflichtet?

Ilona Thelen

Referat der „Freien Gesundheitsberufe“ (FG) - Dachverband für freie beratende und Gesundheit fördernde Berufe e.V.

Ganzheitliches Menschenbild
Der Dachverband der freien Gesundheitsberufe vereinigt ausdrücklich solche Gesundheitsberufe, die sich einem ganzheitlichen Menschenbild verpflichtet fühlen.  Kriterien für ein ganzheitlich orientiertes Handeln in der salutogenetischen Gesundheitsförderung werden diskutiert.

Qualität
Als Dachverband vielfältiger komplementärer Gesundheitsverfahren haben die FG methodenübergreifende Qualitätsrichtlinien für die freien Gesundheitsberufe entwickelt. Diese berücksichtigen die Anforderungen für Kursleiter gleichermaßen wie für therapienahe Verfahren. Sie tragen der Individualität, der Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung des Klienten Rechnung. Ziel der Qualitätsrichtlinien ist es, Basis für eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung zu werden. Schon jetzt ist es gelungen, ein hohes Niveau an ganzheitlich ausgebildeten Therapeuten, Beratern und Lehrern heranreifen zu lassen. 

Freie Selbstorganisation und Wissenschaft
Die freien Gesundheitsberufe streben nach eigenverantwortlicher Selbstorganisation ohne staatliche Reglementierung und Bevormundung auf der Ebene gesetzlicher Legitimation. Auf der Ebene wissenschaftlicher Anerkennung gilt es angemessene Formen der Ergebnisdokumentation zu finden. Inwieweit generalisierende Forschungs- und Wirksamkeitsmethoden  ganzheitlichen und subjektorientierten Arbeitsweisen gerecht werden können, bleibt zu prüfen.

Neue Wege gehen
Anpassen und mitmachen – oder kreativ neue Wege gehen? Diese Frage versucht auszuloten, wo der Dachverband sich im Prozess gesellschaftlicher Entwicklungen positionieren will? Welche  Differenzen werden wahrgenommen und welche Lösungswege tauchen auf, wenn die Freien Gesundheitsberufe das ihnen Besondere profilieren, ohne sich zwingend an etablierte Werte anpassen zu müssen. Scheint es doch so, als würden beim Mitmachen Geld und Anerkennung garantiert sein, während die konsequente  Entwicklung einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung unter ethischen, sozialen, ökologisch-ökonomischen und spirituellen Aspekten eine arbeitsintensive aber sinnvolle Herausforderung darstellt. Für mehr Gesundheit des Einzelnen, der Gesellschaft, der Kultur und der Umwelt. 

Ilona Thelen: Dipl. Sozialarbeiterin, Vorstand der ‚Freie Gesundheitsberufe’ (Dachverband); Mitarbeiterin für Verbands- und Lobbyarbeit beim Bund der Yoga-Vidya Lehrer e.V.

Workshops u. a. 2008

Sinn und Ermutigung

Regula Hagenhoff, Manfred Hillmann

Für Aron Antonovsky und Viktor Frankl ist Sinn eine wichtige Bedingung für körperliche und seelische Gesundheit. Sinn gibt Orientierung, Motivation und Kraft. Allerdings kann dies ausgebremst werden, wenn Menschen entmutigende Gedanken und Gefühle in sich tragen. Deshalb ist das Thema Ermutigung von großer Bedeutsamkeit. Handhabbar, im Sinne der Salutogenese, wird das Leben dann, wenn ich mich z.B. selbst ermutigen kann bzw. Ermutigung durch andere Menschen zulassen kann. Das Seminar verdeutlicht in theoretischer wie auch praktischer Hinsicht die Bedeutung der Ermutigung für das Wohlergehen des Menschen.

Regula Hagenhoff, Leitung Adler-Dreikurs-Institut, Individualpsychologische Beraterin, Encouraging-Trainerin
Manfred Hillmann, Dipl.-Soz.Päd., B.A. (Philosophie), Logotherapeut, Encouraging-Trainer

Sinn ist das Ziel hinter dem Ziel hinter dem ….

Anja Dresen, Burkhard Dresen und Martina Espelöer

 „Es ist nichts als die Tätigkeit nach einem bestimmten Ziel, was das Leben erträglich macht“, meinte schon Friedrich von Schiller. Doch Ziele machen unser Leben nicht nur er­träglich, sie bestimmen unser Denken und Handeln. Die vielleicht schönste Umschreibung dieser These stammt von Antoine de Saint-exupery: „Wenn Du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten,
die Arbeit einzuteilen und Aufgaben zu vergeben,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlosen weiten Meer!“

Doch ein Ziel ist nur dann ein wirkliches Ziel, wenn das Erreichen des Ziels einen Sinn macht, wenn es uns weiter bringt auf dem Weg zu neuen Zielen, welche dann neue Ziele ermöglichen. Entsprechend ist es der Sinn, wonach wir unsere Ziele ausrichten. Viktor Frankl schrieb: „Der Wille zum Sinn bestimmt unser Leben!“ Ob es nun den „Sinn des Lebens“ schlechthin gibt oder ob es der individuelle Sinn unseres Lebens ist, scheint für diese Aus­richtung unserer Ziele weni­ger von Bedeutung zu sein.

Etwas zu haben, was unserem Leben einen Sinn gibt, ist vor allem dann besonders wichtig, wenn wir aus unserem Alltagstrott herausgerissen werden, beispielsweise durch schwere Krankheit, Schicksalsschläge oder andere Umstände, die uns zwingen, unser Leben neu auszurichten. Stu­dien belegen, dass beispielsweise religiöse Menschen deutlich bessere Prognosen bei schweren Krankheiten haben, ebenso ist es uns oftmals einfacher, mit dem Tod eines Angehörigen umzu­gehen, wenn wir darin ein Sinn sehen können (im religiösen Kontext oder auch, wenn etwa ein Feuerwehrmann bei der Rettung anderer Menschen stirbt).

Etwas zu haben, was unserem Leben Sinn gibt, ist nicht nur bei der Bewältigung von Aus­nahme­situationen wichtig, sondern immer dann, wenn es um Motivation, um die Bereitschaft zur Bewe­gung geht, die Bereitschaft, etwas in unserem Leben zu ändern. Motivation in die­sem Sinne be­deutet, dass wir Ziele für uns derart mit Sinn belegen, dass wir bereit sind, für das Erreichen der Ziele auf etwas zu verzichten oder etwas auf uns zu nehmen. Es ist daher nicht nur bei der Be­wältigung von Ausnahmesituationen wichtig, dass wir etwas haben, was unserem Leben Sinn gibt, sondern vor allem, um  Ziele festzulegen, welche motivierend ge­nug sind, unser Leben da­nach auszurichten.

Und auch im Umkehrschluss macht es Sinn, dass nämlich der Sinn unseres Lebens genau das ist, was wir unserem Leben ganz individuell dadurch als Sinn geben, dass wir bewusst oder un­bewusst unsere Ziele danach ausrichten.

Hierzu meinte Ernest Rénan: „Es ist nicht von Wichtigkeit, im Besitz einer mehr oder minder rich­tigen metaphysischen Phrase zu sein, sondern seinem Leben einen gewissen Pol zu geben, eine erhabene Richtung, ein Ideal.“ Und bezüglich der motivierenden Wirkung war sich Friedrich Heb­bel sicher: „In dem Augenblick, wo wir uns ein Ideal bilden, entsteht in Gott der Gedanke, es zu schaffen.“

Ob wir an Gott oder eine andere sinngebende Instanz glauben oder es nun unsere Ideale sind, welche unserem Leben Sinn verleihen, in beiden Fällen reicht der Sinn allein nicht aus. Wir be­nötigen Wegweiser, Orientierungshilfen, welche uns im Alltag eine Richtung geben und im Ein­klang mit unseren Idealen oder der sinngebenden Instanz stehen. Und diese mehr oder weniger ausformulierten Wegweiser sind die Werte, die wir für uns und unser Leben akzeptieren.  

Sinn, Ziele und Werte sind bei der Bewältigung von Grenzsituationen wichtig. Nietzsche schrieb hierzu: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“

Doch in einer Zeit, wo die Prinzipien der Marktwirtschaft auf nahezu alle Gesellschaftsberei­che unter dem Hauptaspekt der Kostenstruktur ausbreitet werden und es weniger auf das Wohl des Einzelnen, sondern vielmehr auf die statistisch- wissenschaftlich evaluierte Mitte ankommt, bringt dies für viele Menschen Orientierungsprobleme mit sich. Hier fehlt es an Werten, Zielen und Sinn. Dass die Wissenschaft hier keine große Hilfe ist, hat bereits Albert Einstein betont: „Der Intellekt hat ein scharfes Auge für Methoden und Werkzeuge, aber er ist blind gegen Ziele und Werte.“

Wie wir uns selbst und andere Menschen hierbei unterstützen können, persönliche Ziele und Wertevorstellungen zu finden, welche sinnvoll sind, soll Thema des Workshops mit Anregun­gen aus dem medizinischen und seelsorgerischen Bereich sein.

Anja Dresen, Dr. med., Hausärztlich tätige Internistin, stellvertr. Leiterin des Instituts für Salutogenese und Ressourcenoptimierung, Ahlen
 Burkhard Dresen,
Dr. med., Internist, Leiter des Instituts für Salutogenese und Ressourcenoptimierung, Ahlen
Martina Espelöer,
Pastorin

Überlebens-Werte

Nadja Lehmann

Wenn wir in eine unmittelbare Gefahr geraten, reagieren wir darauf – d. h. wir geben ein Feedback, eine Antwort, übernehmen Ver-antwort-ung. Unser Ziel ist dabei das Überleben. In Bezug auf die gegenwärtige Situation der Menschheit scheinen Feedback-Schleifen blockiert zu sein: Es gibt ernsthafte Anzeichen von Gefahr z.B. durch den Klimawandel, drohende Ressourcenknappheit und Ausbeutung. Die Schere von Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Dennoch könnte es so aussehen, als würden wir nicht reagieren: Wir konsumieren weiter wie bisher, verstoßen durch unser Handeln im Alltag oft gegen unsere eigenen Werte und Ziele, ertragen auch das nicht-kohärente Handeln von Politik und Wirtschaft. Wenn dann jemand kommt und uns dies auch noch vorwirft und die Gleichgültigkeit gegenüber den Warnzeichen beklagt, verhärten wir uns manchmal noch mehr – denn wir wissen um die Probleme in der Welt – aber es scheint zu aussichtslos, überwältigend und kompliziert, etwas zu ändern. Der Zustand, in den wir oder viele Menschen gegenwärtig kommen, ist der der allgemeinen Apathie, d.h. Apatheia grch. = „nicht leiden“. Dahinter steht die Weigerung, Schmerz zu fühlen. Wenn wir mit dem Thema Sinn und Werte konfrontiert werden, gibt es manchmal ein Unwohlgefühl, einen „moralischen“ Druck – steckt dahinter vielleicht dieser Schmerz, „Schmerz um die Welt“? Vielleicht haben wir Angst um das, was mit den Menschen und anderen Arten geschieht, um das, was uns unsere Ahnen hinterlassen und aufgebaut haben, um die zukünftigen Generationen und um den lebendigen Körper der Erde. Wir können uns als Menschen nicht von den Strömen von Materie, Energie und Informationen loslösen - diese Ströme durchfließen uns und halten uns als „miteinander verkoppelte offene Systeme“ am Leben. Wir sind ein Teil der Welt wie Zellen eines Körpers.

Wenn der Erdkörper verletzt ist, spüren wir vielleicht auch Schmerz: Schmerz als Warnsignal, um heilsames Handeln auszulösen. Wenn wir ihn nicht fühlen, kappen wir die Feedback-Schleife. These ist, dass die höheren Systemebenen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Fühlen wir nicht, kann das zu einer inneren Spaltung führen: Dies führt zu einem Gefühl der Isolation, da wir über einen zentralen Teil unserer tiefen Sorgen nicht reden können – es bleibt dadurch für uns unwirklich. Auch die Flucht in (virtuelle) Ersatzwelten und Suchtverhalten kann eine Antwort auf die Nicht-Verantwortung sein. Vielleicht zappeln auch manche Kinder, weil sie unruhig werden angesichts der Zukunft, die sie erwartet. Kinder hätten auch angesichts des negativen Kontostandes in Bezug auf Ressourcen und Umwelt, den die Elterngeneration ihnen hinterlässt, allen Grund zur Wut und dazu, ihre Eltern nicht mehr für glaubwürdig, „integer“ (integriert?) zu halten. Die Unterdrückung starker Emotionen durch Abwehr negativer Emotionen kann auch den Verlust intellektueller Klarheit zu Folge haben. Wollen und können manche Menschen deshalb nicht wissen, nicht sehen, nicht hören?

Eine Hilfe, der Apathie zu entkommen, ist das Mitgefühl für diesen Schmerz und der Annahme unserer Verbundenheit mit allem, was uns umgibt.

In diesem Workshop werden wir mit Übungen und vor allem mit Hilfe von Systemaufstellungen mit den Systemebenen arbeiten, die wir nur selten anschauen: Wie stehen wir zur Erde? Wie ist die Kommunikation mit zukünftigen Generationen? Was steht hinter unserem Gefühl von Ohnmacht? Welche Beziehung hat z.B. Neurodermitis zum Klimawandel? Was sagt Gott dazu? Es ist alles möglich, wie verrückt oder weit weg es zunächst von unserem „alltäglichen“ Erleben zu sein scheint. Wir erlauben uns, mit den anderen Systemebenen, -wesen(?) zu kommunizieren.

Damit unsere Sinnwelten und Werte wirklich belebend werden, brauchen wir diese lebendige Beziehung zu den anderen Ebenen – und Mitgefühl für uns selbst und unsere Mitwelt. Diese Arbeit, die sich auf die „Arbeit, die wieder verbindet“ der Ökophilosophin Joanna Macy und der phänomenologischen Haltung der Aufstellungsarbeit stützt, ist eine Einladung, diese Beziehung zu erleben.

Nadja Lehmann: geboren 1970, Diplom-Pädagogin, Co-Leitung des Zentrums für Salutogenese/Bad Gandersheim, tätig im Bereich der Gesundheitsförderung, -beratung und Erwachsenenbildung, Schwerpunkte: Systemische Beratung, Autonomietraining, Systemische Aufstellungen, Yoga und Entspannungstraining, Gesundheitsförderung für das Programm Klasse 2000 in Grundschulen, Fortbildungen Humor in der Pflege

„Gesunde Mitarbeiter <> Gesunde Unternehmen <> Gesunde Ergebnisse“ - Sinnfindung und Werte für Menschen und Organisationen

Wolfgang Filbert, Anna Gottstein, Eckhard Münch, Petra Röhr

Für die Mitarbeit im workshop setzen wir die Teilnahme am Impulsvortrag  voraus, aus dem der theoretischen Hintergrund und Wirkmechanismus Gesunde Mitarbeiter <> Gesunde Unternehmen <> Gesunde Ergebnisse deutlich wird.

Neben der Gesunden Kantinenverpflegung, Betriebs-Gesundheitssport, Rückenschule, medizinische Vorsorge und check-ups wirken Werte- Führungs- und Netzwerkkapital  auf das geistige, seelische und körperliche Wohlbefinden, auf die Gesundheit der Mitarbeiter.

Das Wertekapital wird dabei wesentlich durch das Ausmaß gemeinsamer, gelebter Werte, der Güte der Konfliktkultur und der individuellen Wertschätzung bestimmt.

Das Führungskapital wird durch das Ausmaß der Mitarbeiterorientierung, der Transparenz, der Güte der Kommunikation und der Form von Gerechtigkeit bestimmt.

Das Netzwerkkapital wird u.a. durch das Ausmaß des Zusammengehörigkeitsgefühls und das gegenseitige Vertrauen bewertet.

Alle diese Komponenten haben einen direkten Einfluss auf das physische und psychische Befinden, auf das Commitment, die Motivation der Mitarbeiter und auf deren work-life-balance. Die direkte Folge spürt das Unternehmen an der  Produktivität, der  Qualität der Arbeitsleistung, der Fluktuation, der Anzahl von Arbeitsunfällen und an Fehlzeiten.

Die Stärke der einzelnen Faktoren wird aus der aktuellen Studie der Bielefelder Universität, „ProSoB“ (Produktivität von Sozialkapital im Betrieb) abgeleitet.

Im workshop wird gemeinsam erarbeitet, mit welchen salutogenetisch orientierten Interventionen in die Wirkprozesse eingegriffen werden kann, um psychische und physische Gesundheit, Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl beim einzelnen Mitarbeiter und im Team zu stärken und wie ein Unternehmens-SOC definiert werden kann.

Ziel des workshop ist es, ein modulares Angebot auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zusammen zu stellen, das es nach einer gezielten Analyse im Unternehmen ermöglicht, vorhandene Mittel zielgerichtet einzusetzen. Im Sinne der Gesundheit der Mitarbeiter und der nachhaltigen Erfolgsstärkung des Unternehmens.

Wolfgang Filbert, Dipl. Ökonom, Berater und Coach
Anna Gottstein, Dipl. Philologin, Pädagogin, Training und Beratung
Eckhard Münch, Dipl. Sozialwissenschaftler, Personal- und Organisationsentwickler
Petra Röhr, Dipl. Psychologin, Röhr-Seminare

„Wenn der Mensch in Einklang ist mit sich und seinem Werdeplan“, kann man das sehen.

Wilma Castrian

Wie sich Befinden und Ausstrahlung beschreiben und deuten lassen, versuchen wir mit der Psycho-Physiognomik. Ein Dia-Vortrag zur Erklärung der theoretischen Hintergründe der Ausdruckskunde wechselt ab mit der Praxis, die das Sehen lehrt und die Erklärungen vorsichtig beschreibt – möglichst an freiwillig sich meldenden Teilnehmern.

Wilma Castrian, Autorin von Lehrbüchern zur Psycho-Physiognomik

Liebe – Gott und neue Werte?

Eine Skizzierung der gesellschaftlichen Entwicklung in den nächsten Dekaden

Elfriede Zörner

In Zukunft müssen sich Menschen auf völlig veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen einstellen. Die beschleunigte technische Entwicklung erfordert von jedem einzelnen ein zunehmendes Maß an Mobilität und Flexibilität.

Bereits ab 2010 ist zu erwarten, dass mehr als 60 % der arbeitenden Bevölkerung ihren Unterhalt mittels unterschiedlichster Jobs an unterschiedlichsten Orten teilweise als Selbständige, teilweise als Teilzeitbeschäftigte verdienen. Diese Veränderungen in der Arbeitswelt forcieren den Trend zu Patchwork-Familien und Singledasein, dadurch wird es notweniger vielfältige Netzwerke aufzubauen. Kreativität, Kommunikations- und Lernfähigkeit (geistige – emotionale - mentale) gewinnen in allen Lebensbereichen an Stellenwert.

Der Wunsch nach stabilen Werten steigt, aber auch Werte unterliegen einem Wandel, beeinflusst durch die Globalisierung einerseits und der Individualisierung andererseits. Echte Werte (im Gegensatz zu reglementierenden Normen) entwickeln sich in der ständigen Auseinandersetzung über das was gut=gesund für den einzelnen UND für die Gemeinschaft ist: Die einzelne Zelle als sinnvoller und liebenswerter Teil im Ganzen. Liebe überwindet Sorge und Angst, reine Selbstbezogenheit und bildet somit Basis für die Gesundheit. Liebe im höheren Sinne bedeutet das Erkennen des göttlichen Funkens in der eigenen und in der Seele des anderen. Menschen, die dies erfahren, fühlen sich von Gott angenommen und geliebt. Diese innige Erfahrung ermöglicht die gesunde Entfaltung des Selbst und dadurch die Chance neuen Anforderungen gewachsen zu sein.

Der Workshop eröffnet die Auseinandersetzung mit zukünftigen Entwicklungen und den Gesundheitsfaktoren Glaube, Liebe und Zuwendung.

Elfriede Zörner
Diplom-Lebensberaterin, Salutovisorin®
Stv. Bundesvorsitzende d. Lebensberater Österreich
Präsidentin der ÖGL Österreichischen Gesellschaft f. Lebensberatung
Zahlreiche Vorträge über Salutogenese und Lebensberatung sowie Autorin von Fachartikeln. Selbständige Beratungspraxis seit 1993 mit besonderer Ausrichtung auf Leadership-Coaching unter dem Aspekt der Salutogenese.

 

Open-Space-Konferenz

„Salutogenese: Wir wenden sie praktisch an.“

Ruth Karzel (Open-Space-Begleitung)

Samstagabend

„Sinnfindung und Wertschöpfung“ oder „Aus der Hypnose der Diagnose“

Sketch von und mit Nadja Lehmann, Theodor D. Petzold

Ein Mensch hat Beschwerden, Symptome. Er gefällt sich selbst und auch anderen nicht mehr. Er fühlt sich nicht mehr in Übereinstimmung mit seinem inneren Bild von ‚heil, gesund’, nicht mehr gut gestimmt, nicht in stimmiger Verbundenheit, nicht mehr ‚kohärent’. Er möchte sich wieder heil fühlen und geht deshalb mit einer Heilungserwartung zu einem Arzt, Heilpraktiker o. dgl.

Bringt dieser tiefe Wunsch, diese Hoffung und Erwartung auf Heilung einen Menschen angesichts eines ‚Heilers’ in einen Trance ähnlichen Zustand? In einen offenen Zustand von Irrationalität, in dem er vieles aus seinem Wachbewusstsein vergisst? Und direkt aus einer inneren Not, sowie einem Wunsch nach Kohärenz heraus spricht? Ist er aus der Wahrnehmung seiner inneren Unstimmigkeit, seiner Inkohärenz heraus dazu angeregt, sich zu öffnen für ein Einstimmen seines Organismus auf die Kohärenz seiner Lebensmelodie? Ist ein solcher Zustand möglicherweise sinnvoll und hilfreich, da er Heilung fördern kann?

In unserem kleinen Sketch wollen wir ohne laute Worte darstellen, was mit Menschen, die sich mit diesem Anliegen zum Arzt, Psychologen oder Heilpraktiker begeben, oft geschieht – wie er mit Diagnosen weiter hypnotisiert wird, wo der Sinn fragwürdig ist und die Wertschöpfung oft einseitig.