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Veranstaltungen:

21. Okt 2016

Einführungsseminar

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30. Nov 2016

Einladung zu Vortrag und Gespräch: Wege zu einer kreativen Kooperation durch salutogene Kommunikation

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11. Jan 2017

TSF Kursleiterausbildung

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24. Mär 2017

Salutogener Umgang mit Symptomen - die heilsame Information verstehen (wird als Salkom®-Einführungsseminar anerkannt)

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08. Mai 2017

Training der Selbstregulationsfähigkeit - Rundum stimmig und gesund

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Weitere Veranstaltungen

Die Abstracts der ReferentInnen sind alphabetisch nach deren Nachnamen geordnet. Vortrag = V, Workshop = WS.

WS: Reise zur Ursprungsgemeinschaft unserer Seele – schamanische Trommelreise, mit intuitiven Gestaltungsraum

Benzin, Corinna und Klemp, Stefanie

Wir Menschen als soziale Wesen stammen von unserem Ursprung her alle aus Gemeinschaften, auch Sippen oder Stämme genannt. In unserem zellulären sowie feinstofflichen Gedächtnis sind Verbundenheit, All-eins-Sein und Zugehörigkeitsgefühl gespeichert. An diese Erfahrungen können wir auf verschiedenste Weise anknüpfen bzw. diese überhaupt erst wieder spürbar machen.

Mit Hilfe der schamanischen Technik der Trommelreise werden die TeilnehmerInnen innerhalb dieses Workshops in die Ursprungsgemeinschaft ihrer Seele begleitet. Dort haben sie die Möglichkeit, alle erlebten salutogenen Ressourcen und heilsamen Impulse aufzunehmen und mit ins „Hier und Jetzt“ zu bringen.

In einem gestalterischen Raum können die in der Trance erlebten Bilder und Gefühle jenseits der Sprache ausgedrückt werden. Wir erleben uns als Gestaltende, was sich im Zusammenwirken von Farbe und Form ausdrückt und sichtbar wird. Erst einmal begeben wir uns nicht in den Sprachraum und geben dem Erlebten Zeit, sich sinnlich auszudrücken. Dadurch ist es möglich, die imaginativ erlebten und erahnten Ressourcen visuell und motorisch zu verankern. Es wird Raum geben, das Erlebte im Kreis mit den anderen zu teilen. Vorkenntnisse in schamanischen und gestalterischen Techniken sind nicht erforderlich.

Corinna Benzin
- Jahrgang 1976
- Physiotherapeutin, Diplom-Designerin und salutogenetisch orientierte Beraterin
- seit etwa 5 Jahren (bewusst) auf dem schamanischen Weg
- seit 2012 mit ihrem 3 Jahre alten Sohn in Gemeinschaft lebend und arbeitend (Bioland-Hofgemeinschaft Lindenhof, Eilum

Stefanie Klemp
- Jahrgang 1979
- Diplom-Designerin, Kunsttherapeutin, SalKom Beraterin und Coach, Künstlerin
- lebte in Dresden in einer Wärme und Kreativität generierenden Gemeinschaft
- zur Zeit als Kunsttherapeutin in der SysTeliosklinik für Psychosomatik und Gesundheitsförderung tätig

WS: Individuelle und gemeinschaftliche Verantwortlichkeit zur Entwicklung von Gemeinschaftsfähigkeit

Dr. von Bialy, Helmut

Umgang mit neurotischen Tendenzen und psychosozialen Störungen in Gemeinschaften.

Ich arbeite seit fast zehn Jahren an dem Aufbau eines Gedicht-Fundus für prozessbegleitende Psychozial-Bildung oder therapiebegleitende Psycho-Edukation für Einzelne, Paare, Gruppen und Gemeinschaften.

Von einigen aus der Psychotherapie-Szene wird dieser Ansatz als Lese- oder Rezeptions-Variante der Poesie-Therapie beschrieben.

Viele hundert Gedichte zu bedeutsamen Themen des eigenen Lebens und des Zusammenlebens Partnerschaft, Gruppen und Gemeinschaften stehen für alle zugänglich bereit auf meiner Website www.PsychoPoesiePortal.de

Meine Erfahrung ist, dass bei vielen Menschen, auch bei denen, die sich für Gemeinschafts-Leben entschieden haben, ein Mangel besteht hinsichtlich einer Sprache und in Bezug auf Kriterien zur Erkundung und Darstellung Innen- und Sozialwelt-Prozessen.

Psychosoziale Sprachlosigkeit erscheint mir als ein verbreitetes gesellschaftliches Übel. Um diesem Übel entgegenzuwirken, habe ich besondere Materialien (Gedichte) zur Psychosozial-Bildung entwickelt, mit denen erfahrungsgemäß nicht nur der Verstand, sondern auch das Gefühl erreicht werden kann. Was als Arbeit Einzelner und von Gruppen bleibt, ist die Einverleibung und Verkörperung dieser Informationen durch individuelle oder gemeinschaftliche Aktionen - durch Bewegung und Handlung, künstlerisch und pragmatisch im Alltags-Geschehen.

In Gedicht-Form werden philosophische, pädagogische und psychotherapeutische Ansätze zur Arbeit mit Einzelnen und Gruppen thematisiert. Es werden Entwicklungs-Krisen in der Lebens-Spanne angesprochen. Dabei wird unter anderem konkret Bezug auf gemeinschaftliches Zusammen-Leben - auf seine Störungen und Chancen - genommen.

Diese Gedichte können Einzelne unterstützen,

  • sich selbsterkundend ihren gegenwärtigen oder vergangenen, aber in die Gegenwart störend hineinwirkenden Lebens-Themen, ihrer Störungen und Verstörungen bewusster zu werden sowie
  • Wert- und Entwicklungs-Perspektiven für sich oder mit anderen zusammen zu entdecken und zu erproben.

Die Gedichte können auch für Thematisierung von Entwicklungs-Notwendigkeiten in Gemeinschaften genutzt werden, z. B. als Inhalts-Impuls bei gemeinschaftlichen Themen-Abenden.

Helmut von Bialy
Dr. phil. Pädagogik/Psychologie
Praxis www.wie-weiter.de für
- Psychotherapie (HP)
- Praktische Philosophie
- Pädagogik der Partizipation
- Poesie-Therapie www.PsychoPoesiePortal.de

Morgenangebot: Klang-Meditation

Binder, Theresia

Die Fünf Elemente aus der indischen Philosophie
Raum - Luft - Feuer - Wasser - Erde
werden mit Klanginstrumenten
aus unterschiedlichen Kulturen erfahrbar:
Klangschalen - Didgeridoo - Klangspiel - Gong - Sansula
Regenmacher - OceanDrum – Rahmentrommel
Klang spricht das ursprüngliche Vertrauen im Menschen an.
Dadurch wird schnell eine tiefe Entspannung erreicht.
Die Wahrnehmung für innere Prozesse wird sensibilisiert.
Der Atem kann freier und tiefer fließen.
Es kann eine stabile Basis zur Aktivierung unserer selbst
regulierenden Kräfte im Körper geschaffen werden.
In einer meditativen Klangreise können Sie sich der Elemente in der Natur
und in Ihrem Körper bewusst werden.

Helene Theresia Binder
Diplom-Sozialarbeiterin
Entwicklung von Konzepten aus der Sozialarbeit im Gesundheitsbereich,
Fachautorin, Gründerin des "Forum für Gesundheit und Kultur" sowie des Netzwerks „Kultur und Schule“ NRW

V: Salutogene Strukturen in der Hospizarbeit. Schließt Sterbebegleitung Salutogenese aus?

Chuks, Andrea

Beim Begriff Gemeinschaftsleben fallen uns üblicherweise eher familiäre und bildungsbezogene Gemeinschaften ein als Situationen im Gesundheitssektor und hierbei speziell Wohnsituationen am Ende des Lebens. Gibt es erkennbare salutogene Strukturen in der Hospizarbeit? Gibt es Zusammenhänge zwischen Palliative Care und Salutogenese? Oder schließt Sterbebegleitung Salutogenese per se aus, weil vermeintlicherweise keine Gesundheitsförderung mehr stattfinden kann? Wie steht es um sinnstiftende Leben innerhalb dieser kleinen und zeitlich sehr begrenzten Zweckgemeinschaft?
In diesem Vortrag werden die Schlüsselwörter von Palliativ- und Hospizarbeit im Hinblick auf ein mögliches salutogenes Gemeinschaftsleben erläutert und es wird exemplarisch ein neu eröffnetes stationäres Hospiz in Berlin vorgestellt, in dem eine salutogene Sichtweise bereits im Einrichtungskonzept verankert wurde.

Andrea Chuks, Jahrgang 1967
Hospiz- und Pflegeleitung in Berlin
Fachkrankenschwester für Onkologie und Palliative Care
Gesundheitspraktikerin DGAM BfG
www.pgdiakonie.de/hospiz

Morgenangebot: Mit Lachyoga zu einer salutogenen Gemeinschaft?!

Dreher, Jenny

Trägt gemeinschaftliches Lachen zu einer gesunden Entwicklung bei?
Was ist eigentlich Lachyoga und welchen Zusammenhang gibt es zur Salutogenese? Ist Lachyoga ein intensiver und anregender Lächeldialog?
Was bewirken Lach-Übungen bei mir selbst und in Wechselbeziehung zu anderen? Diesen Fragen wollen wir im Morgenangebot nachgehen und die Wirkungen von Lachyoga erfahren.
Lachyoga ist ein einzigartiges Konzept, mit dem jeder ohne Grund lachen kann.
Dazu braucht es keinen Humor, Witze oder Comedy. Wir beginnen das Lachen als eine Übung in einer Gruppe. Mit Blickkontakt und kindlicher Verspieltheit wird das Lachen schnell real und ansteckend.
Der Grund warum es Lach-YOGA genannt wird ist, weil Lachübungen mit tiefer
Yoga-Atmung kombiniert werden. Dadurch nimmt der Körper mehr Sauerstoff auf und wir fühlen uns vitaler und gesünder. (Quelle: Dr. Madan Kataria)

Jenny Dreher
10/2008 – 02/2013 Studium Gesundheitsförderung, Hochschule Fulda
03/2011 – 04/2015 Studentische Mitarbeiterin im Betrieblichen Gesundheitsmanagement bei EDAG Engineering AG
seit 03/2013 Studium B.A. Soziale Arbeit, Hochschule Fulda
03/2014 Lachyoga-Leiterin-Ausbildung
seit 10/2014 Studentische Hilfskraft im Modul „Glück und Gesundheit als Ziele
Sozialer Arbeit“
vsl. 02/2015 Lachyoga-Lehrerin-Ausbildung

WS: Jeder Mensch ist ein Künstler. Kreative Methoden zur persönlichen und gemeinschaftlichen Entwicklung.

Fürstenberg, Antonia von

Der Künstler Joseph Beuys hat in den 70- ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts den für seine Arbeit zentralen Satz „Jeder Mensch ist ein Künstler“ geprägt. Dieser Satz meint die Erweiterung des tradierten Kunstbegriffs hin zu einer "anthropologischen Kunst", in der der Mensch Mittel- und Ausgangspunkt ist. Das Leben und die Umwelt der Menschen sind ein (Gesamtkunst-) Werk, das jeder Mensch aktiv mitgestaltet. Die Entfremdung der Menschen von ihrem Leben, ihrer Arbeit und vor allen Dingen ihrer Kreativität bewusst zu machen ist die Aufgabe der Kunst (bildende Kunst, Theater, Tanz, Literatur, aber auch kreativer Lebensstile). Durch die aktive Nutzung des bei allen Menschen vorhandenen, aber vielfach verschütteteten Imaginations- und Spürvermögens setzt Beuys dieser Entfremdung das Konzept der „sozialen Plastik“ entgegen. Grenzüberschreitendes, kreatives Denken und Imaginieren („unsichtbares Material“) formen sich zu einem plastischen Gebilde, das nicht nur Selbsterkennendes, sondern auch die Verbundenheit mit der Gemeinschaft „leibhaftig“ erfahren lässt. Durch „nicht urteilendes Beobachten“ (Goethe) können die neuen Denkformen, die rationales Denken mit dem imaginativen, kreativen Denken und Tun verbinden, erkannt und für gemeinschaftliche und gesellschaftliche Veränderungsprozesse genutzt werden.

Im Workshop werden kreative Methoden und das von der Beuys Schülerin Prof. Shelley Sacks entwickelte “Earth Forum“ vorgestellt. Ich zeige auf, wie durch eine Verbindung dieser Methoden das individuelle (innere) Bewusstsein erweitert und in einen kreativen Gemeinschaftsbildungsprozess integriert und genutzt werden kann.

Aktiv möchte ich mit einigen TN des Salutogenese Symposiums nach Vorbereitung durch imaginationsfördernde Übungen ein „Earth Forum“ durchführen. „Das Earth Forum ist ein Prozess kreativer Imagination, um zu erarbeiten, wie wir auf diesem Planeten zusammenleben können. Er erlaubt es uns, über den Austausch von Meinungen, Streit und Debatten hinauszugehen. Der einzigartige Prozess des Earth Forums fördert zwei wichtige Fähigkeiten: die Fähigkeit, sich etwas vorzustellen und die Fähigkeit, aktiv zuzuhören. Wir können Verbindungen zwischen innerer und äußerer Arbeit zur Geltung bringen, sowie unsere Fähigkeit, als Mittler von Veränderungen eine humane und ökologisch gerechte Zukunft zu gestalten.“ (Aus einer Ankündigung der Leuphana Universität Lüneburg)

V: Gibt es salutogene Gemeinschaften? Gedanken aus der Sicht von Coaching, Mediation und Organisationsentwicklung

Gantzel, Jens

Patriarchalische Strukturen haben sich zu vielfältigen familiären Formen ausdifferenziert. Aber organisatorische Fragestellungen ähneln sich. Eine Gemeinschaft verteilt die Aufgaben auf mehr Schultern. Die Komplexitiät der Aufgaben nimmt zu, jedoch steht mehr Knowhow zur Verfügung. Steuerung der Gemeinschaft über gemeinschaftliche Werte und Ziele ermöglicht größere Berechenbarkeit der zukünftigen Entwicklung. Individuell wird das als Sicherheit erlebt und ist ein Pfeiler der Gesunderhaltung.
Da setzt Organisationsentwicklung an.
Kommunikations- u. Kooperationsfähigkeit sind wichtig für selbststeuernd angelegte Gemeinschaften. Persönliches Engagement wird geweckt, individuelle Mitgestaltungswünsche sind sozialkonform einzubringen. Selbstwahrnehmung und Abstimmungskompetenz mit Gemeinschaftsmitgliedern werden geschärft, Identifikation und Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Es entsteht ein hohes Maß an Mitgestaltungssicherheit, die persönliches Wohlbefinden beeinflusst. Coaching fördert Skills sowie die individuelle
Belastungsbewältigung. Beide sind ein zweiter Pfeiler der Gesundheitsförderung.

Beteiligte finden sich meist aufgrund gemeinsamer Werte in der Gemeinschaft zusammen. Konflikte können nach übergeordneten Werten und mit Respekt vor individuellen Bedürfnissen gelöst werden. Die emotionale Dynamik eines Konflikts kann mit Mediationstechniken bearbeitet werden. Die Suche nach Win-Win-Lösungen steigert die Konfliktfähigkeit des Einzelnen. Die Wahrnehmung unterschiedlicher Interessen und Bedürfnisse wird gefördert, so dass Konflikte schon frühzeitig erkannt werden. Beides bildet einen dritten wichtigen Pfeiler der Gesunderhaltung und des Wohlbefindens.

Jens Gantzel
lebt in der Kommune Villa Locomuna in Kassel
.
Arbeitet mit Jürgen Heimes für Gemeinschaften und Genossenschaften
mittels Coaching, Mediation, Organisations- und Kommunikationsentwicklung.

www.heimesundgantzel.de

V & WS: Gesundheit von Individuum und Gemeinschaft salutogen gestalten

Dr. Ellis Huber, Prof. Dr. Bernd Fittkau, Dorothée Remmler-Bellen

Teil I: Dr. Ellis Huber: "Für eine salutogene Heilkultur"

Ein salutogenes Gesundheitssystem basiert auf zwei grundlegenden Entwicklungsprozessen:

·         Eine Integrierte Medizin, die Leib, Seele und soziale Verhältnisse als ganzheitliches Wechselwirkungsgefüge versteht und in Theorie und Praxis eine Heilkultur entfaltet, die den ganzen Menschen in seinen Lebenswelten gesunden lässt.

·         Eine Integrierte Versorgung, die methoden- und sektorübergreifend organisiert wird, die interdisziplinäre Kooperation unterschiedlicher Fachleute sichert und die Menschen befähigt, ihre Gesundheit zu stärken und zu sichern, also auch eine neue Kultur des Miteinanders von Experten und Laien in der Praxis realisiert

Wie lässt sich so ein Gesundheitssystem gestalten, das der Gesundheit des einzelnen Menschen und der gesamten Bevölkerung dient. Die dafür angestrebte Heilkultur basiert auf den Erkenntnissen der Salutogenese und verwirklicht eine nachhaltige Gesundheitsförderung, die soziale Resilienz und gesellschaftliche Integration ebenso fördert wie die Entfaltung der individuellen Gesundheitskräfte: Gesundheitsförderung ermöglicht nach den Prinzipien der Ottawa Charta „allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung“ und befähigt „sie dadurch zur Stärkung ihrer Gesundheit“.

Teil II: Prof. Dr. Bernd Fittkau: „Für salutogene Führungs-Kulturen“

Die Verbindung von Individuum und Gemeinschaft wird in hohem Maße geprägt durch die Führungskultur, die in den verschiedenen Sozialsystemen (Familie, Schule, Betriebe, …) gelebt wird. Wie gesundheitsförderlich sind die dort täglich erfahrenen Beziehungsmuster? Und welche inneren Leitlinien können helfen, hier möglichst salutogen miteinander umzugehen? Wir wollen uns dabei primär mit den „Gesundmachern“ in unseren wichtigen Sozialsystemen – und nur indirekt mit den bestehenden Defiziten und Krankmachern beschäftigen.

Wie können die verantwortlichen Führungspersonen (Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen, Vorgesetzte) mit dem steigenden Anforderungsdruck in unserer Gesellschaft gesundheitsförderlich umgehen?

Ein heilsames Lebensprinzip, auf das uns die Salutogenese-Forschung verweist, wollen wir dabei ins Zentrum rücken: das Balance-Prinzip. Das Salutogenese-Konzept zielt die Balance (Kohärenz) von „Kopf“ (Verstehen), „Hand“ (Handhabbarkeit) und „Herz“ (Sinnhaftigkeit) an zur gesunden Bewältigung von Lebensproblemen.

Wir werden drei balanceorientierte Führungs-Modelle vorstellen und exemplarische Lösungsideen entwickeln:

• ein „Work-Life-Balance“-Modell (für die Selbstführung),

• ein gesundheitsförderliches „Kommunikations-/ Führungsstil-Modell (für die Führung in Arbeitsgruppen) und

• das „Salutogenese“-Modell (für die gesunde Entwicklung von Organisationen).

Teil III: Dorothée Remmler-Bellen: „Gesundheit von Individuum und Gemeinschaft salutogen gestalten – gelingende Praxiserfahrungen“

„Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben...“, so steht es in der Charta zur Gesundheitsförderung der WHO von 1986. Der Berufsverband der Präventologen e.V. entwickelt für und mit den Menschen -dort wo sie spielen, lernen und arbeiten- unterschiedliche Konzepte und Unterstützungsstrukturen, mit denen sich Gesundheit in den Lebenswelten entwickeln und gedeihen kann.

Denn Gesundheit und Wohlbefinden werden in Zukunft weniger vom medizinischen Fortschritt, als von der Beziehungskultur abhängen und können nur gemeinsam gestaltet und gelebt werden.

Wir-Kompetenzen fördern Gesundheit, ihr Fehlen ist ein gesundheitlicher Risikofaktor.

Kohärenz, Selbstwirksamkeit und Beziehungsfähigkeit werden zu “Impfstoffen“ gegen seelische Erkrankungen und Wir-kstoffen für psychosoziale Gesundheit.

Wie können Settings sich zu gesundheitsförderlichen Lebenswelten entwickeln?  Welche Unterstützungsstrukturen braucht es? Welche Konzepte wirken nachhaltig?

Hierzu werden verschiedene  Ansätze vorgestellt, mit denen dies gelingen kann und die sich in der Praxis bereits bewährt haben.

Der Workshop zeigt theoretisch und lässt ganz praktisch spüren, was Jede und Jeder selbst für die Stärkung seiner Wir-Kompetenzen tun kann und wie dies „wir-kt“.

Dr. Ellis Huber
ist Arzt und Gesundheitspolitiker. Er hat die Entwicklung einer Politik der Gesundheitsförderung in Deutschland unterstützt und als Initiator der Gesundheitstage 1980 in Berlin und 1981 in Hamburg, Gesundheitsdezernent der GRÜNEN in Berlin Wilmersdorf und Kreuzberg (1981- 86), Ärztekammerpräsident in Berlin (1987-1999), Vorstand der SECURVITA BKK Hamburg, einer innovativen gesetzlichen Krankenkasse (2001-2005 und 2010-2013), Vorstandsmitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (1996-heute) und Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Präventologen (2006- heute) für innovative und patientenorientierte Projekte gesorgt. Er setzt sich für ein soziales Gesundheitssystem ein, das die Gesundheit des einzelnen Bürgers und der gesamten Gesellschaft wirksam und preiswert fördert.

Prof. Dr. Bernd Fittkau
• Studium der Mathematik und Psychologie an der Universität Hamburg, Assistent und Dozent für Klinische und Pädagogische Psychologie
• Pionier des Kommunikationstrainings für Führungskräfte (gemeinsam mit Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun; Buchveröffentlichungen)
• Univ.-Professor für Pädagogische Psychologie und Beratung an der Universität Göttingen (1973 bis 2006): Entwicklung und Durchführung eines Curriculums für Pädagogische Beratung (Buchveröffentlichung)
• Zusatzausbildungen in verschiedenen beratungsrelevanten Verfahren der Humanistischen Psychologie
• Parallel zur Hochschullehrer-Tätigkeit seit 1970 Praxistätigkeit als Führungskräfte-Trainer, -Coach, Teamentwickler, Organisationsberater

Dorothée Remmler-Bellen
Die Präventologin war nach dem Studium als Lehrerin und Schulleiterin tätig. Seit 2010 bietet sie mit ihrem Zentrum für Prävention und psychosoziale Weiterbildung (www.zppw.de) Weiterbildungen im psychosozialen Präventionsbereich an. Schwerpunkte sind Fortbildungen für ErzieherInnen, Lehrkräfte und SozialpädagogInnen zur Entwicklung und Stärkung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen auf Basis der Salutogenese.
Sie ist Vorstandsmitglied beim Berufsverband Deutscher Präventologen e.V. und für den Verband als Studienleiterin und Dozentin tätig.

WS: Zusammen oder doch lieber allein? -  Beziehungsbedürfnisse in Gruppen

Raith, Andrea

Gruppen bestimmen unser Leben. Wir Menschen sind „Herdentiere“ - alleine sind wir nicht überlebensfähig. Unsere Sehnsucht nach Zugehörigkeit ist groß, und gleichzeitig scheuen wir oft das Beziehungsrisiko, ziehen uns lieber zurück und machen es dann doch lieber alleine.

Leben scheint in dieser Ambivalenz zwischen Gemeinschaft und Autonomie stattzufinden. Gleichzeitig entsteht die Fähigkeit zur Autonomie durch eine sichere Bindung im ersten Lebensjahr. Ist das ein Widerspruch?

Gewaltfreie Kommunikation  und Beziehungsorientierte Beratung nach dem ROMPCâ  bieten zu diesen Fragen hilfreiche Konzepte an, die sich mit  Beziehungsbedürfnissen auseinandersetzen. Diese wollen wir ihnen in praktischen Übungen vorstellen. 

Wir wollen herausfinden, was Gemeinschaften, Gruppen oder Teams brauchen, um einen sicheren Lebens- und/oder Arbeitsraum zu bieten, in dem sich die Individualität, Kreativität und Freiheit  jeder einzelnen Person entwickeln kann.

Wie entsteht  innere Gelassenheit,  die uns hilft, selbstbestimmt durch Anteilnahme und Anteilgabe in Gemeinschaft zu sein?

Bärbel Klein
Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (CNVC-zert).
Mediatorin, ROMPC-Therapeutin und -Coach
Krankenschwester (Psychosomatik und Psychotherapie)
HP Psychotherapie
www.bärbel-klein.de

Andrea Raith
Dipl. Supervisorin,
Dipl. Sozialpädagogin,
HP Psychotherapie,
ROMPC- Therapeutin und –Ausbilderin
www.andrearaith.de

WS: Experimentelles Forschen zum salutogenen WIR

Kremers, Joachim und Eismar, Amalia

Das Zusammenleben im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) war von Anfang an davon motiviert, ungesunde Dynamiken von Kleinfamilie und Single-Dasein hinter sich zu lassen und durch Beziehungsforschung im gemeinschaftlichen Zusammenhang zu ersetzen. Als junge Wohngemeinschaft innerhalb des ZEGG führen wir diese Art der Forschung in neuer Radikalität weiter.

Unserer Erfahrung nach braucht es folgende Qualitäten, um ein salutogenes Gemeinschaftsleben zu kreieren:

- Zusammenwachsen und Gemeinschaftsbildung sowie stetige Weiterentwicklung der Gruppenkompetenz durch immer neue Herausforderungen
- wachsende Resilienz, Selbstverantwortung und Bewusstwerdung der Einzelnen
- regelmäßige Klärung der menschlichen Beziehungen und wechselseitiges Spiegeln des Gegenübers
- nährender Kontakt auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene
- Einbeziehen lebendiger und spielerischer Vorgehensweisen
- wertschätzende Grundhaltung und gegenseitige Anerkennung

Um diese Qualitäten als Forschungsgruppe lebendig halten zu können, zeigt sich für uns immer wieder, dass neben informellem Kontakt auch Raum für ritualisierte Begegnung von essentieller Bedeutung ist.

In diesem Workshop wollen wir die Werkzeuge der Gruppenkommunikation, die uns bisher am besten gedient haben, vorstellen und den Teilnehmer_innen in einem lebendigen Prozess erfahrbar machen. Als Grundlagen nutzen wir das Forum (das traditionelle Instrument im ZEGG), Redestabkreise sowie Grundideen und Erfahrungsräume der gewaltfreien Kommunikation und des Possibility Managements.

Joachim Kremers
(geb. 1992), lebt, liebt und lernt seit 2012 im ZEGG. Zur Zeit sind seine Haupttätigkeitsfelder der biologisch-organische Selbstversorgergarten und das Kinderhaus des Projekts.

Amalia Eismar
(geb. 1965) lebt seit 2013 im ZEGG. Sie blickt auf ein vielfältiges, allerdings meist auf sich selbst gestelltes Leben zurück. Ihre Qualifikationen sind Industriekauffrau, Diplom-Geographin, Coach und Trainerin in der Erwachsenenbildung. Sie ist leidenschaftliche Tänzerin und Musik-Liebhaberin.

Amalia und Joachim sind Teil einer experimentellen Wohngemeinschaft innerhalb des ZEGG, das die Hauptverantwortung für die Gestaltung des Sommercamps 2015 übernommen hat. Diese WG hat sich zum Ziel gesetzt, als Forschungsschmelztiegel die bisherigen Erkenntnisse des ZEGG weiterzuentwickeln.

V: Ist ein Leben in Gemeinschaft per se heilend?

Kurzbein, Uwe

1. Ist das Leben in einer Gemeinschaft perse heilend?
2. Wenn nicht, wie könnte die Gemeinschaft strukturiert sein, damit krankmachende Muster überwunden und abgelegt werden können? ( was ist in diesem Sinne krank und gesund) oder ist das Schlüsselwort "Kommunikation"?.
3. Wann wird eine Gemeinschaft copilot?
4. Das Thema Sucht einerseits und die Erfüllung der Sehn"süchte" andererseits.
Diese Fragen werden aus meiner erlebten Erfahrung beantwortet.

Uwe Kurzbein
lebt und arbeitet in der Gemeinschaft Olgshof

WS: "Lachen bis der Arzt weg geht." Wissenschaftliche Ergebnisse über die Effektivität von Lachyoga-Gruppen bei der Behandlung von Klinischen Krankheitsbildern

Landmann, Bendix

Bericht über „Lach-Yoga“ (LY) als Gruppentherapie in der klinischen Behandlung einer Akut Psychiatrie mit Versorgungsauftrag.

Wozu LY in der psychiatrischen Behandlung? Im Zusammenhang der seit 1982 geführten Fachdiskussion über die Ergebnisse der Salutogenese, wird die Fragestellung aufgeworfen, warum ein so einfaches Prozedere wie das „Lachen ohne Grund“ in Gruppen keinen Einzug in die Behandlung von psychisch kranken Menschen findet? LY kann als Einzelbeschäftigung bei der Selbstfindung oder Meditation die gleichen aufheiternden Effekte auslösen. In einer Gruppe angebotenes LY wirkt jedoch sehr viel intensiver und verstärkt den Zusammenhalt der Gruppe. LY in der Gruppe nutzt die auftretenden speziellen Gruppenphänomene wie z.B. Gruppendynamik und Mimikry.

In den Anwendungshinweisen für LY Trainer wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass LY bei psychischen Erkrankungen kontraindiziert und nicht empfohlen wird. Auf Nachfrage bei LY Trainern war es aber nicht möglich, eine differenzierte Begründung für die Vermutung zu erhalten. Ausschlaggebend für diese Untersuchung war der Gedanke der Inklusion von psychisch kranken Menschen. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Ausschluss von Menschen mit psychischer Erkrankung eine unbegründete Schutzhaltung der Trainer von LY gewesen sein kann, weil man die Auswirkungen und Erfahrungen im Zusammenhang dieser Erkrankung nicht einschätzen kann.

Der Einzug des LY in klinische Bereiche (Psychosomatik, Reha-Kliniken) hat in den letzten Jahren begonnen und soll hier bei den psychiatrischen Erkrankungen Gegenstand einer Klärung sein.

Die ersten Ergebnisse lassen eine deutliche Aussage zu, dass Patientinnen und Patienten die LY gemacht hatten, eine deutliche positivere Bewertung ihrer eigenen Behandlung abgeben als die Patientinnen und Patienten der Kontrollgruppe.

Durchschnittlich 30 % der Patientinnen und Patienten sind bereit sich auf LY als Gruppentherapieangebot einzulassen. Davon nehmen Frauen häufiger als Männer das Angebot an.

Patientinnen und Patienten mit affektiven Störungsbildern profitieren häufiger von LY, als Menschen die an einer Psychose erkrankt sind. Menschen mit Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Persönlichkeitsstörungen nutzen  LY gerne, können jedoch „Flashbacks“ (Persistierenden Wahrnehmungsstörungen) dabei erleben. Vom Standpunkt der heutigen  Inklusion ist die Teilnahme von bestimmten psychisch Kranken Menschen an LY hilfreich. Es gibt Menschen mit Erkrankungen die von dem LY Angebot nicht profitieren. Ein genereller Ausschluss von Menschen mit einer psychischen Erkrankung von LY Kursen, kann aus klinischer Sicht wissenschaftlich nicht begründet werden. 

Lach Yoga in der Gruppe hilft bestimmten seelisch kranken Menschen, dies ist für Gesunde, die in einer intensiven Gemeinschaft leben, gut zu wissen.

Bendix Landmann
Staatlich anerkannter Erzieher
Diplom FH. Sozialpädagogik, Sozialarbeit
GF Zertifizierung in Gesprächspsychotherapie
Autorisiert für das „Gordon Familientraining“
TZI Gruppenleiter
Autorisiert für „Familicare-optimal treatment projekt“
Lachyoga Leiter n. Dr. Madan Kataria

WS: Wie klingt Heckenbeck? Geführte Klangspaziergänge mit anschließender Performance

Langguth, Veronika

In der heutigen Welt wird dem Sehen einen bedeutenderer Platz eingeräumt als dem Hören. Dabei ist unter  Experten unbestritten, dass ein tauber Mensch mehr Schwierigkeiten hat, differenziert zu kommunizieren als ein Blinder. Klang ist ein wichtiges Medium, um Informationen, Botschaften oder Signale zu übermitteln - der klingende Raum hat andere Grenzen als der visuelle. Über Klang = Atem, Stimme, Sprache nehmen wir Verbindung mit der Welt auf: Wir teilen miteinander Informationen, Befindlichkeiten, Stimmungen, Nationalhymnen... = Kommunikation.

Auch in der Kommunikation in der Gemeinschaft spielt die Wahrnehmung mit den Augen meist eine größere Rolle als das Zu- oder Hin-Zuhören, Auf-horchen oder Schweigen- können.

Im Workshop erfahren die TeilnehmerInnen mehr über das Geheimnis „Klang“. Sie fördern das Hinhören mit dem ganzen Körper und erforschen auf Klangspaziergängen mit verbundenen Augen aktiv und passiv die Geräusche und Klänge der Dorfgemeinschaft. Neben dem Hinhören bringen sie verschiedene Gegenstände an unterschiedlichen Orten der Gemeinschaft zum Klingen. Das Experimentieren mit Klängen verfeinert das kommunikative Ohr und wirkt ganz nebenbei auch  heilerisch. Womöglich erleben manche zukünftig  ihre Kommunikation in Gruppen, ihr alltägliches Leben durch einen neuen „Klangwinkel“.

In der anschließenden Performance werden dem Auditorium einige Tonaufnahmen vorgespielt und mit verschiedenen Klangkörpern sowie der eigenen Stimme begleitet.

Veronika Langguth
Berlin, unterrichtet seit über 35 Jahren den Erfahrbaren Atem nach Prof. Ilse Middendorf®. Sie gründete und leitete 12 Jahre ein eigenes Atem-Ausbildungsinstitut in Beerfelden/Odw. Seit 1988 gibt sie Workshops für die spirituelle Lebensgemeinschaft Auroville, Süd-Indien sowie im Sri Aurobindo Ashram in Pudicherry. Die Autorin ist 1. Vorsitzende des Berufsverbandes der AtemtherapeutInnen/-pädagogInnen des Erfahrbaren Atems BEAM. Außerdem arbeitet sie als Trainerin, Mediatorin und Coach BDVT im Management. Als Klangkünstlerin gründete sie 1995 zusammen mit Martin Hoemberg das Ensemble „Opera to Relax“ mit Performances und 6 CD-Produktionen. www.Veronikalangguth.de / www.OperaToRelax.com
Berufsverband der AtemtherapeutInnen/ -pädagogInnen des Erfahrbaren Atem nach Prof. Ilse Middendorf BEAM: www.Atem-BEAM.de

V & WS: Nach Hause kommen & Der Doppelkreis als Systemisches Element einer nachhaltigen gemeinschaftskultur

Lipinski, Gandalf und Conrad, Anke

V: Heilung und Salutogenese im Spannungsfeld und in den Überschneidungszonen von Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft. Vom salutogenetischen Umgang mit kollektiven Traumata. Von der „Soziotherapie“ zu Schaffung „sozialer Wärmeräume“. Von der Gemeinschaft der Aussteiger zur Gemeinschaft der Einsteiger. Von der Entwicklung der Selbstheilungskräfte durch Gemeinschaft und Salutogenese. Persönliche, kollektive und politische Emanzipation durch die Wiedererlangung von individueller und gemeinschaftlicher Selbstbestimmung.

Vom guten Leben, überschaubaren Zusammenhängen und der Wiederentdeckung des menschlichen Maßes. Die Vernetzung von Gemeinschaften als Beitrag zu einer Gesundung der Gesellschaft.

WS: „Frauen und Männer bilden gemeinsam die wunderbarste Polarität der Schöpfung. Ei- und Samenqualitäten sowie das ausgewogene Zusammenwirken aller vier Elemente erst bilden die höchstmögliche Kreativität auf der Erde. Das gilt genauso in der Natur wie in den kulturellen und sozialen Prozessen und Strukturen.“

Wir beginnen mit der gemeinsamen Arbeit an den beiden sehr unterschiedlichen Vorträgen. Wir verarbeiten das gemeinsam Erlebte in  getrennten Frauen- und Männerkreisen. Nach der ersten, getrennten Phase kommen die Männer zu den Frauen und hören diesen schweigend zu. Danach geben die Männer den Frauen   feedback. Anschließen gehen den Männer in die Mitte und reden miteinander, während die Frauen diesen zuhören. Auch sie geben den Männer danach  feedback.

Im letzten Teil ist man im Plenum zusammen und verdichtet das Thema gemeinsam.

Das Verfahren mit den zum Teil getrennten Doppelrunden ist ein zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit von Anke Conrad und Gandalf Lipinski und ein Grundelement des von den beiden entwickelten Konvergenz-Gemeinschaftstrainings (KGT), eines Trainings speziell für Gruppen in den Vorlauf-, Gründungs- und Aufbauphasen von Gemeinschaftsprojekten. Es sensibilisiert für  die Zusammenhänge zwischen individuellen, gruppischen und gesellschaftlichen Mustern.

Gandalf Lipinski
Schauspieler, Regisseur, und Theatertherapeut; seit 30 Jahren Natur- und Gemeinschaftserfahrung; Dozent für tiefenökologische und politische Erwachsenenbildung, sowie systemorientierte Theatersoziotherapie; Sozial-Visionär.

Anke Conrad
Dipl.Päd., Referentin für Salutogense, Klangkünstlerin, Musikpädagogin, Komponistin, Sängerin, Geistheilerin. Seit über 25 Jahren Trainerin in der Erwachsenen- und Jugendbildung, Produzentin eigener Musik, Seelenflüsterin.

V: Individualität und Gemeinschaft aus der Sicht von 20 Jahren Erfahrung in der ZEGG-Gemeinschaft Bad Belzig

Lohman, Georg und Klein, Bettina

Im ZEGG – Zentrum für experimentelle GesellschaftsGestaltung – in Bad Belzig bei Berlin geht es seit über zwanzig Jahren um Kernfragen dieses Symposiums. Das ZEGG ist eine Lebensgemeinschaft von gut 100 Menschen, die Modelle für ein sozial und ökologisch nachhaltiges Leben entwickelt und nach Möglichkeit verwirklicht, und es ist zugleich ein großes Seminar- und Tagungszentrum, welches von der Gemeinschaft betrieben wird.

Wie kann Gemeinschaft die Entwicklung des Einzelnen befördern? Ist es gesundheitsfördernd, in Gemeinschaft zu leben? Hat das Leben in Gemeinschaft eine politische, zukunftsverändernde Funktion? Wie sieht eine gesunde Balance aus zwischen dem ‚eigenen‘ und dem gemeinschaftlichem Raum?

Im Vortrag werden wir pointiert ausgewählte Ergebnisse unserer erfahrungsbasierten Forschung vorstellen und möchten darüber ins Gespräch kommen.
Für weiterführende Erfahrungen mit Methoden, die sich im ZEGG bewährt haben, möchten wir auf den Praxisworkshop von Joachim Kremers und Amalia Eismar hinweisen, an dem wir auch teilnehmen werden.

Georg Lohmann
Lehrer, Fotograf und Bauhandwerker, lebt seit gut zwanzig Jahren im ZEGG und war Mitarbeiter in den vorbereitenden Projekten. Er arbeitet seit 8 Jahren im Bau- und Geländeteam als Bauleiter und gibt Seminare.

Bettina Klein
Hotelfachfrau und Tischlerin, kennt das ZEGG seit 1999, sie lebt und arbeitet dort seit 2010  u.a. als Hausmeisterin.

Morgenangebot: In Kontakt kommen durch den Atem – zu mir und zu anderen

Materlik, Sabine

Jeder atmet für sich:

Atmen ist höchst individuell. Am Anfang jeden Lebens steht die Geburt, am Ende der Tod. Dazwischen liegen unzählige Atembewegungen und der sich verändernde, aber einzigartige persönliche Atemrhythmus.

Atem verbindet mich immer mit der Gemeinschaft:

Wir atmen alle dieselbe Luft, wir teilen das Lebenselixier. Atem verbindet jeden mit dem Kosmos. Das, woraus wir „gespeist“ werden, ist nicht individuell, sondern universell.

Wie sieht es in der Praxis aus:

Zunächst werden wir uns der Atmung bewusst. Dann lockern wir unseren Körper durch Bewegungen, um ihn für die Atmung durchlässiger werden zu lassen. Schließlich sollen sich über den Rhythmus unserer Bewegungen die gesamten Rhythmen in unserem Körper harmonisieren, damit wir in einen ausgeglichenen Atemrhythmus einschwingen können. Auf dem Weg über Kontakte mit Partnern, über die Gruppe, Raum und Gegenstände können wir unser Atemvermögen und die Kommunikationsfähigkeit beträchtlich erweitern, dadurch dass wir die Gesetzmäßigkeiten von Geben und Nehmen besser erfassen. Denn körperbewusst kommunizieren, heißt sich selbst und den anderen besser zu verstehen.

Sie erfahren sich im gemeinsamen Alltagsleben besonders stark und ganzheitlich verbunden, und das auf körperlicher, gefühlsmäßiger, gedanklicher sowie seelischer Ebene. Atempflege wirkt ebenso heilend wie entwicklungsfördernd, persönlichkeitsbildend wie bewusstseinserweiternd.

Sabine Materlik: Geboren 1963 in Bonn1997 Start mit der eigenen Atemerfahrung 2001-2006 Ausbildung zur Atemtherapeutin / -pädagogin bei Gabriele Pieper, Sep. 2006 erfolgreiche Abschlußprüfung 2009 Eröffnung der eigenen Praxis für Atemtherapie in Rösrath seit 2011 Mitglied bei der AFA / BVA Weterbildungsseminare: "Der erfahrbare Atem" bei Prof. Ilse Middendorf "Achtsamkeit als Hinweis" bei Seymour Carter "Atemtherapie als Hilfe zur Selbshilfe bei Stress und Burnout" bei Christian Großheim

WS: Humor als Lebenselexier für Kommunikation

Möller, Elisabeth

Gelingende Kommunikation kann heilsam sein!

Andersherum führt unzulängliche Kommunikation oft nachhaltig zu Ärger, Angst und Stress und kann womöglich krank machen. Das wollen wir doch nicht!? Damit uns nicht langweilig wird und wir uns fleißig weiterentwickeln, begegnen wir in unseren Kommunikationsfeldern immer wieder Artgenossen, die uns diesbezüglich herausfordern und uns manchmal fast verrückt machen: es ist zum Weinen! Immer diese anderen! Kann es auch zum Lachen sein? Jawohl, denn in der zwischenmenschlichen Verständigung mangelt es nicht an theatralischen, skurrilen und komischen  Aspekten - wir müssen 'nur' etwas bei Seite treten und uns selbst und andere mit etwas Distanz beobachten. Wenn es gelingt, uns nicht allzu persönlich mit der jeweiligen Situation zu identifizieren, können Kommunikationsschwierigkeiten regelrecht Spaß bereiten! Und - wie nebenbei tauchen mit etwas Glück vielleicht neue Wege und erfolgreiche Lösungen auf.

Es handelt sich um einen reinen Praxisworkshop: In Kommunikation über Kommunikation. Die von den Teilnehmenden gewünschten Kommunikations-Themen werden in den Fokus gestellt und können spielerisch bearbeitet werden (je nach Bedarf: Übungen aus dem Theater der Befreiung nach Augusto Boal, Co-Counceln, Rollenspiel, Fools-Forum, Du bist ich, Regenbogen der Wünsche u.a. Methoden aus dem Kommunikations- und Moderationstraining)

Nützliches: lockere Kleidung, Schreibzeug und die Bereitschaft, auch über sich selbst zu lachen.

Elisabeth Möller: geb. 1949 in Bremen, lebe seit 1995 im Gemeinschaftsnetzwerk Heckenbeck.

Seit knapp 40 Jahren unterwegs als  Schauspielerin (Musik-Kabarett 'Lila Luder'), Kommunikationscoach, Autonomietrainerin, Mitbegründerin des Kulturprojekts „Weltbühne Heckenbeck“.

Forsche seit 3 Jahrzehnten in  Gemeinschaftsfragen und lebendiger Kommunikation, bin  leidenschaftliche Forumsleiterin, begleite Gemeinschaftsprozesse, (Coaching von Arztpraxen, Lebensgemeinschaften und Teams, 'Kommunikationsfeuerwehr' ), gebe Seminare u.a. 'Sprung in die eigene Größe', 'Lebendige Kommunikation', 'Ressourcen-Forum'.

Mehr unter www.lilaluder.de und www.weltbuehne.info

WS: Gemeinschaftsleben und Burnout(prophylaxe)

Ottmar, Kariin

Leben und Arbeiten in Gemeinschaft - in Freiheit, Selbstbestimmung und Sinnerfüllung - scheint die Burnoutprophylaxe an sich zu sein. Dass dem nicht zwangsläufig so ist, wollen wir in diesem Workshop gemeinsam erarbeiten. Entlang den Forschungen aus der Psychosomatik und dem daraus resultierenden Konzept der Work-Life-Balance wollen wir uns diese Erkenntnisse genauer unter dem Aspekt gemeinschaftlichen Lebens widmen.
Neben einem kurzen Impulsvortrag wird es in diesem Workshop vor allem darum gehen, die theoretischen Erkenntnisse auf sich selbst zu übertragen (Übung) und im dialogischen Austausch in der Workshopgruppe neben der Sonnenseite gemeinschaftlichen Lebens auch die Schattenseiten unter dem Aspekt der Burnoutgefährdung zu betrachten und entsprechende individuelle Lösungsansätze zu erarbeiten.

Kariin Ottmar: Dipl.Psych, Dipl. Kunsttherapeutin, Coach, lebt seit 2005 im Ökodorf Sieben Linden, selbstständig tätig als Seminarleiterin und hat sich neben der Begleitung von EInzelpersonen, Gruppen und Gemeinschaften  langjährig mit dem Thema "Work-Life-Balance" und Burnout-Prophylaxe in Gemeinschaft beschäftigt. Seit 2013 arbeitet sie zudem für das Global Ecovillage Network und engagiert sich dort für die Verbreitung und Förderung des Gemeinschaftsgedankens.

V: Gemeinschaftsleben & Salutogenese - Gemeinschaftsbildung als soziokulturelle Selbstorganisation

Petzold, Theodor Dierk

„Salutogenese“ bedeutet „Entstehung von Gesundheit“ / „gesunde Entwicklung“.  Nach modernen wissenschaftlichen Vorstellungen verstehen wir die Entstehung von Leben und damit auch von Gesundheit als einen Vorgang der Selbstorganisation und Selbstregulation – also auch der (Selbst-)Heilung von Menschen.

Da mit uns auch die meisten WissenschaftlerInnen sich einig sind, dass der Mensch ein existentiell soziales und kulturelles Wesen ist, ist Selbstheilung und eine gesunde Selbstregulation nicht auf das Individuum beschränkt sondern diese kann nur in seinen sozialen und kulturellen Beziehungen verstanden und praktiziert werden. Dieser Umstand wird heute „systemische Betrachtungsweise“ genannt.

Welche Erfahrungen haben wir in den letzten 30 Jahren in Heckenbeck mit einer derartigen Selbstorganisation konkret gemacht?

Mit welchen Motiven und Bedürfnissen haben sich die Menschen an der Gemeinschaftsbildung beteiligt?

Wie weit sind wir mit der Selbstorganisation in den Jahren gekommen? Was waren prägende und wiederkehrende Themen und wie sind wir damit umgegangen? Was haben diese mit gesunder Entwicklung zu tun?

 

Theodor Dierk Petzold

 

ist Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren mit European Certificate of Psychotherapy (ECP). Er unterrichtet als Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover zum Thema Arzt-Patient-Kommunikation.

 

Um eine neue soziale und kulturelle Selbstorganisation zu ermöglichen, begann er 1984 mit einer Gemeinschaftsinitiative in Heckenbeck. 

 

2004 gründete er in Bad Gandersheim das Zentrum für Salutogenese, dessen Leitung er innehat. Seit 2006 ist er Sprecher des Dachverband Salutogenese DachS. Die von ihm entwickelte Salutogene Kommunikation SalKom® lehrt er seit 2007. Er hält zahlreiche Vorträge, gibt Fortbildungen und Seminare und Supervision in und außerhalb des Zentrums für Salutogenese.

 

Er ist Mitherausgeber von DER MENSCH, der ersten Zeitschrift zur Salutogenese.

 

Er entwickelte Kriterien für eine salutogenetische Orientierung s.a. bei Wikipedia: Salutogenese oder unter www.salutogenese-zentrum.de; www.gesunde-entwicklung.de; www.salutogenese-dachverband.de

 

WS: Kooperation und Kreativität fördernde Kommunikation in Gruppen (SalKom®)

Petzold, Theodor Dierk

In Heckenbeck ist in den vielen Jahren der Gemeinschaftsbildung die Kreativität in Projekten zum Blühen gekommen. Das ist die Folge von intensiver Kommunikation und Kooperation in Gruppen. Inzwischen ist auch das Wesen menschlicher Kooperation besser erforscht, so dass wir sogar wissenschaftliche Erklärungen für diese Kreativität haben und eine kooperative Kommunikation bewusst kultivieren können. Kooperation ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Aus den vielschichtigen Erfahrungen aus dem Gemeinschaftsleben, den Clans und anderen Gruppen sowie aus psychotherapeutischen und beraterischen Methoden ist die Salutogene Kommunikation SalKom® entstanden. Sie ist eine die gesunde Selbstregulation anregende Kommunikation, im Wesentlichen eine mehrdimensionale Bedürfniskommunikation.

Im WS werden die Grundgedanken von SalKom® insbesondere zur kooperativen Kommunikation ausgeführt sowie kleine Kommunikationsübungen durchgeführt.

 

Theodor Dierk Petzold

ist Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren mit European Certificate of Psychotherapy (ECP). Er unterrichtet als Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover zum Thema Arzt-Patient-Kommunikation.

Um eine neue soziale und kulturelle Selbstorganisation zu ermöglichen, begann er 1984 mit einer Gemeinschaftsinitiative in Heckenbeck. 

2004 gründete er in Bad Gandersheim das Zentrum für Salutogenese, dessen Leitung er innehat. Seit 2006 ist er Sprecher des Dachverband Salutogenese DachS. Die von ihm entwickelte Salutogene Kommunikation SalKom® lehrt er seit 2007. Er hält zahlreiche Vorträge, gibt Fortbildungen und Seminare und Supervision in und außerhalb des Zentrums für Salutogenese.

Er ist Mitherausgeber von DER MENSCH, der ersten Zeitschrift zur Salutogenese.

Er entwickelte Kriterien für eine salutogenetische Orientierung s.a. bei Wikipedia: Salutogenese oder unter www.salutogenese-zentrum.de; www.gesunde-entwicklung.de; www.salutogenese-dachverband.de

V: Matriarchale Gesellschaften als Modell einer auf Ausgleich und freie Entfaltung ausgerichteten Gemeinschaft

Rath-Beckmann, Annette

Matriarchale Gesellschaften als Modell einer auf Ausgleich und freie Entfaltung ausgerichteten Gemeinschaft

Charakteristika für matriarchale Gesellschaftsformen sind – nach der Darlegung der Münchner Philosophin und Begründerin der modernen Matriarchatsforschung, Heide Göttner-Abendroth, in der Zusammenschau von „ökonomischen, sozialen, politischen und religiös-kulturellen Mustern“ zu finden.

Auf der ökonomischen Ebene sind matriarchale Gesellschaften Ausgleichsgesellschaften. Auf der sozialen Ebene sind sie matrilineare und matrifokale Verwandtschaftsgesellschaften, auf der politischen Ebene egalitäre Konsensgesellschaften. Auf der spirituellen Ebene werden Matriarchate dadurch definiert, daß es keine Trennung zwischen Jenseits und Diesseits, göttlich und kreatürlich, sakral und profan, Schöpferin und Schöpfung. Eine solche Weltsicht verbindet alle Teile der Schöpfung miteinander und lässt keinen Spielraum für Über- und Unterordnung aufgrund eines von oben vorgegebenen hierarchischen Gefüges: der Mensch ist hier nicht das Maß aller Dinge, sondern Teil des Ganzen.

In der Zusammensicht all dieser Faktoren kann festgestellt werden, daß die frühgeschichtlichen Matriarchate entwickelte Gesellschaften waren, die für die Menschheitsgeschichte hervorragende Kulturgüter hervorgebracht haben im Bereich von „Ackerbau, Hausbau, Schifffahrt, Genealogie, Gesellschaftsbildung, Kunst und Religion“

WS: Die Krafttierreise: ein Weg zur ursprünglichen Lebenskraft

Rath-Beckmann, Annette

Die Begegnung mit dem persönlichen Krafttier/den persönlichen Krafttieren ist für diejenigen, die sich auf die hierfür vorgesehene Reise in die Untere Welt der Nichtalltäglichen Wirklichkeit begeben, ein beglückendes und stärkendes Erlebnis. Diese Wesenheiten begleiten uns zumeist durch verschiedene Leben und stellen oftmals die Verbindung zu unserem Alten Wissen, zu den kollektiven archetypischen Bildern im menschlichen Leben her. Hieraus kann der/dem einzelnen ein Kraftgewinn (körperlich, seelisch und mental) erwachsen. Nach einer kurzen Einführung in Technik und Wirkungsweise führt die Trommel die Teilnehmenden in die Nichtalltägliche Wirklichkeit und gibt ihnen anschließend in einer Gesprächsrunde die Möglichkeit, hierüber zu berichten und so das Erlebte zu festigen.

Annette Rath-Beckmann
Geb. am 1.8.1951 in Bielefeld, Historikerin mit Interessenschwerpunkt Ur- und Frühgeschichte des europäischen Raums, Studium der Geschichte, Anglistik und Philosophie, anschließend  Referendariat für den Höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken in Göttingen, Leitende Bibliotheksdirektorin i.R.
- seit 2003 bei schamanischen Lehrerinnen aus unterschiedlichen Kulturkreisen in Ausbildung
- seit 2009 Lehrtätigkeit in schamanischer Theorie und Praxis an der vhs Eschwege sowie am Frauenbildungs- und Begegnungszentrum Ko-Ra-Le in Heiligenstadt
- seit 2012 Mitglied im Vorstand der Gerda Weiler Stiftung für feministische und Matriarchatsforschung
- 2013 Gründung einer eigenen „Schule für matriarchalen Schamanismus – UDAGAN“ (www.udagan.de, hier auch Publikationen als pdf)
- 2014 Gründung des Forschungs- und Arbeitskreises zur Holle-Mythologie“
- Tel.: 05504/98138, Mail: rotermilan(at)email.de

V: Unterwegs als Salutogenese-Flüsterer - eine soziale Utopie?

Dr. med. Schiffer, Eckhard

"Wo die utopischen Oasen  vertrocknen, breitet sich eine Wüste von Banalität und Ratlosigkeit aus.“ Jürgen Habermas

Als Alexander Mitscherlich vor 50 Jahren in seinem Klassiker „Die Unwirtlichkeit der Städte“  beschrieb,  gab es weitverbreitet seelische Anstrengungen im Sinne einer allgemeinen Abwehr der Verantwortung für Naziuntaten und Kriegsverbrechen. Diese  schränkte die Kommunikations- und Reflexionbereitschaft  vorwiegend auf das sogenannte Wirtschaftswunder ein.  In diesem Zusammenhang erwähnt Mitscherlich  eher beiläufig die „Antikunst des Daheimseins“ in Form „der suchthaften Hingabe an das Fernsehprogramm“. Hierdurch könne die Wohnung zum "Kastell"  werden, indem man sich  von der Welt abschlösse. „Menschen schaffen sich in den Städten einen Lebensraum (…), rückläufig schafft diese Stadtgestalt am sozialen Charakter der Bewohner mit."

Heute ist es eher ein allgemeines Leistungs- und Konkurrenzintrojekt, mit dem die Angst vor dem wirtschaftlichen Abstieg gezähmt werden soll. Von Zeit zu Zeit werden Eltern und Lehrkräfte mit den neuesten Pisa- Ergebnissen gegeißelt: der Kompetenzerwerb ihrer Kinder sei vergleichsweise immer noch dürftig.

Zugleich wird heute die dialogische Begegnung von Angesicht zu Angesicht als Beziehung stiftendes Moment nicht nur durch die geschaffenen Strukturen des Wohnens, Arbeitens sowie der Verkehrswege beeinträchtigt, sondern auch  durch die virtuellen Kommunikationsweisen. Diese ereignen sich weitgehend nicht mehr  in der leibhaftigen Begegnung von Angesicht zu Angesicht. Sie  stellen aber  gleichwohl einen - als solchen unreflektierten - unverzichtbaren Ersatz dar, d. h. eine Art „Ersatz-Zuhause unter Freunden“ im Sinne eines entkörperlichten Gemeinschaftslebens. Intersubjektivität als Begegnung, die das Kohärenzgefühl - individuell und in der Gruppe - fördern könnte, findet so nicht statt. Eher macht sich eine  mit Anspannung und Unbehagen einhergehende Vereinsamungsangst breit, verbunden mit Mobbing und sogenannten Burnout- Symptomen schon in der Schule.

Dagegen könnten aber Begegnungsmomente zur Förderung von Empathie und Mentalisierungsfähigkeit realisiert werden, wie sie zum Beispiel von Daniel Stern als „moment of meeting“ oder von Michael Balint als „flash“ beschrieben worden sind. Dies in unterschiedlichen Kontexten, aber von der Struktur her durchaus verwandt. Die Umsetzung dieser Begegnungsmomente in Familien – unter Einbeziehung der Großeltern -, Kindergärten, Schulen, Sportvereinen, auf Spielplätzen und anderenorts, die vom Referenten als „Salutogeneseflüsterer“ begleitet worden sind, werden vorgestellt. Mit ihren Möglichkeiten und Schwierigkeiten. In einem Workshop können Einzelprojekte z. B. im Kindergarten und in der Schule auch ausführlicher dargestellt werden.

WS: Tiefe Ökologie – innere und äußere Verbundenheit für Leben in Gemeinschaft

Schulze, Karin

Wir Menschen sind von Natur aus Gemeinschaftswesen. Menschen lebten und leben in Stämmen, Clans, Dörfern, Nachbarschaften in überschaubaren Gemeinschaften, in denen die Bewohner sich kennen und Beziehungen gelebt werden. Indigene und Stammesvölker haben geistige und spirituelle Traditionen, die dazu beitragen sich miteinander verbunden zu fühlen. Ahnen, Tiere, Pflanzen und die gesamte Mitwelt werden als essentieller Teil des inneren und äußeren Lebens empfunden.

Der „moderne“ Mensch ist von dieser inneren Verbundenheit meistens abgeschnitten. Religion, bzw. Kirche kann diese Lücke oft nicht füllen. Die industrielle, kapitalistische Wachstumsgesellschaft in der wir uns bewegen, basiert auf  hierarchischen Strukturen, Individualismus und Egoismus, Konkurrenz, Unzufriedenheit und Gier. Das anonyme nebeneinanderher Leben ist eine relativ junge Variante des menschlichen Lebens.

Welcher (neuen) Wege bedarf es, damit wir uns sowohl als Individuen als auch in Gruppen in innerer Beziehung und Gemeinschaft mit uns selbst, mit anderen Menschen, mit Tieren, Pflanzen und der Mitwelt, der Erde fühlen können?

Die Tiefe Ökologie (englisch: Deep Ecology, The work that reconnects) beschreitet neue Wege, um uns diese Verbindungen (wieder) spüren zu lassen. In Ritualen und Übungen erfahren wir, dass wir in einem wunderbaren und grandiosen „Netzwerk des Lebens“ zuhause sind.

Dieses Herzenswissen kann eine der Grundlagen sein, frei und verbunden Gemeinschaft zu leben.

Karin Schulze
59 J., 1 Tochter. Nach Wohngemeinschaften, Familienzeit und Hausgemeinschaften zur Zeit allein lebend in gemeinschaftlicher Verbindung mit Menschen in verschiedenen Netzwerken. Sozial- und Naturpädagogin, Heilpraktikerin, Trainerin für BNE + Tiefenökologie, Dorfmoderatorin, Systemische Familienberaterin.
Projekte in Umweltbildung und BNE. Zur Zeit regional und bundesweit aktiv in der Transition-Town-Bewegung, Tiefenökologie, Dorfmoderation.
Herzensthemen: Verbindung von gesellschaftlichem Wandel mit inneren Wandlungsprozessen, leben aus dem Herzen, mitgestalten einer enkel*innentauglichen Welt.

WS: Wir-Prozess nach Scott Peck. Eine regelmäßige Praxis der Gemeinschaft Schloss Tempelhof

Sechser, Wolfgang und Stiefel, MarieLuise

Gemeinschaft entsteht nicht einfach so, weil Menschen es wollen. Es braucht eine Investition in das soziale Miteinander, soziale Räume, in denen wahrhaftige Begegnung stattfinden kann. Wo dies gelingt, können Heilung und inneres Wachsen geschehen. Die Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof, die, 2010 entstanden, mittlerweile auf 90 Erwachsene zwischen 18 und 71 Jahren und über 30 Kinder und Jugendliche angewachsen ist, praktiziert mehrmals im Jahr einen WIR-Prozess (nach Scott Peck: Community Building), um den Gemeinschaftsorganismus zu nähren und zu pflegen.
Menschen treffen sich, sitzen im Kreis, es gibt kein Thema, kein Ziel, keine Moderation. Was den Prozess rahmt, sind Gesprächsempfehlungen, wie z.B. „Sprich, wenn du einen Impuls hast, sprich nicht, wenn du keinen Impuls hast“, oder „Sprich von dir und deiner momentanen Erfahrung“, „Doziere oder therapiere nicht“, „Take a risk“. Die Anwendung der Empfehlungen ermöglichen einer Gruppe, in eine Phase des Miteinander-Seins zu kommen, in der persönliche Rüstungen abgelegt sind und die Verletzlichkeit der Herzen sich zeigen kann. Im gemeinsamen Ringen um Authentizität kann das heilende Potential von Gemeinschaft erfahren werden.

Ein WIR-Prozess dauert normalerweise zwei Tage. Im Workshop werden die Gesprächsempfehlungen eingeführt, eine Sequenz „WIR-Prozess“ geübt und anschließend die Erfahrungen reflektiert. Teilnehmerzahl: 15 -20

Wolfgang Sechser
Unternehmer, Mitinitiator der Gemeinschaft Tempelhof, Meditationslehrer, Arbeit mit Impuls- und Prozessmoderation, Wir-Prozessbegleiter,
www.schloss-tempelhof.de

Dr. MarieLuise Stiefel
Sozialwissenschaftlerin, Prozessarchitektin und -moderatorin, Mitglied der Gemeinschaft Tempelhof, Begleiterin von Dialog- und Wir-Prozessen, www.prozessarchitektin.de, www.schloss-tempelhof.de

V: Gemeinschaften als soziale Experimentier-felder zwischen Aufbruch und Ausstieg

Tacke, Maria und Waldhubel, Thomas (GEN Deutschland e.V. - Netzwerk für Gemeinschaften)

Das Global Ecovillage Network (GEN) ist ein weltweites Netzwerk von Gemeinschaften und Ökodörfern, das in diesem Jahr sein 20. Jubiläum feiert und mittlerweile in fast jedem Land dieser Erde Mitgliedsgemeinschaften und Projekte hat. Wesentlich jünger ist das deutsche Netzwerk, GEN Deutschland, das sich vor gerade mal einem Dreivierteljahr mit viel Enthusiasmus gegründet hat und im Begriff ist, die gemeinsame Aufgabe und das Potenzial eines gemeinschaftsübergreifendes Netzwerk in Zeiten des Wandels zu erkennen und mit Leben zu füllen. Neben einem Einblick in das Selbstverständnis von GEN Deutschland möchten wir uns Fragen zuwenden, die uns selbst in der Tiefe bewegen und uns in unserer langjährigen Auseinandersetzung mit dem Thema Gemeinschaft immer wieder begegnen. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen und Sehnsüchten, die uns in Gemeinschaft geführt haben und den Verletzungen, mit denen wir in Berührung kommen, möchten wir fragend in das Feld von Gemeinschaft hinein lauschen.

·         Wie können Gemeinschaften auf gesunde Weise gesellschaftliche Experimentierfelder sein, in denen Menschen ihre Individualitäten entfalten und zugleich als Teil eines Größeren sich erfahren können?

·         Wie können die Themen des Lebens von Geburt bis Tod wieder aus der isolierenden Individualisierung heraus in die Mitte einer tragenden Gemeinschaft gelangen?

·         Welchen Herausforderungen begegnen wir in Gemeinschaft insbesondere vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und den damit verbundenen Themen und Erfahrungen von Macht und Ohnmacht sowie entmündigender Vergemeinschaftung und die damit einhergehende Frage nach gesundem Leadership?

Maria Tacke, Jg. 1980

Lebte und praktizierte fünf Jahre in einer spirituellen Gemeinschaft in der Tradition von Thich Nhat Hanh und lebt nun seit knapp fünf Jahren in der Gemeinschaft Lebensgarten Steyerberg.Die intensivste Ausbildung erfuhr sie neben einem langjährigem Achtsamkeitstraining, einer Psychotherapieausbildung sowie Ausbildungen in Musik und Tanz hauptsächlich in zehn Jahren Gemeinschaftsleben. Dabei beschäftigt sie am meisten die Frage, wie wir als Individuen unsere eigene Kraft und als Gemeinschaftswesen die Kraft eines Neuen Wir in Zeiten des Großen Wandels entwickeln und zur Entfaltung des Lebens einsetzen können.

Thomas Waldhubel, Jg. 1950

Dipl.-Psychologe und lange in Berlin als Sozialwissenschaftler und dann selbständiger Supervisor DGSv tätig gewesen. Lebt jetzt seit 4 Jahren in der Gemeinschaft Schloss Tempelhof. Er ist mit der Kontemplativen Psychologie des tibetischen Buddhismus verbunden und erforscht und gestaltet Räume, in denen gemeinsame Präsenz, Gewahrsein und Verbundenheit entstehen können.

WS: Gemeinschafts-Sinn fördernde ätherische Öle in Familie, Schule und Beruf

Trott-Tschepe, Jürgen

In diesem Workshop soll die ‚Dialogische Aromakunde‘ vorgestellt und in kleinen praktischen Übungen erlebbar gemacht werden. Bei dieser Bezeichnung lehnen wir uns an die Begrifflichkeit nach David Bohm: ‚Während es in einer Diskussion (lateinisch von discutere = zerschlagen, zerteilen, zerlegen) darum geht, die Ganzheit auseinanderzunehmen, zu sezieren, hat Dialog (griechisch von Dia = durch, Logos = Wort) für Bohm die Bedeutung eines "freien Sinnflusses, der unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns fließt". Es geht also um Partizipation, um Teilhaben, sich beteiligen, miteinander denken.‘

Dieses salutogenetisch orientierte Verständnis eines Miteinanders können wir nun durch die auf den ganzen Menschen und sein soziales Handeln wirksame ätherische Öle unterstützen. Schon in der Natur fördern die Duftstoffe sinnvolle Kommunikation von Pflanze- und Tiergemeinschaft, für den Menschen geht es hier um umfassende Gaben zur Gemeinschaftlichkeit, die in jahrzehntelanger Forschung und Praxis in der Arbeit mit ätherischen Ölen zutage kamen.

Jürgen Trott-Tschepe
Heilpraktiker, Master of Health Science
, Jahrgang 1958. Mit meiner Frau und unseren vier Kindern lebe ich in Berlin und arbeite dort als Heilpraktiker, Aromakunde-Dozent und Autor. Nach vier Jahren Theologie-Studium, fünf Jahren ambulanter Krankenpflege, drei Jahren Naturheilkunde- und zwei Jahren Pflanzenheilkundelehre gründete ich als Heilpraktiker eine Praxis und begann ab 1987 zu unterrichten, umfangreiche Forschungsarbeit mit ätherischen Ölen zu betreiben, Bücher zu schreiben und Aromareisen zu organisieren. Schwerpunkte der Tätigkeiten (s.a. www.lebendige-aromakunde.de): Aromakunde, Biografiearbeit, Krisenintervention, Lebensberatung, Klinische Pflege mit ätherischen Ölen von Geburtshilfe bis Sterbebegleitung, Massage, Naturheilkunde allgemein.

Morgenangebot: Schöpferisches Tun mit dem Atem

Uhrbach, Karin

Unser Atem kann verschiedene Bereiche unseres Körpers durchdringen. Uns einzulassen auf unseren ureigensten Atemrhythmus ist ein kontemplativer Weg bei uns anzukommen. Hier können wir unseren unteren Bereich, den mittleren Bereich sowie den oberen Bereich mit unserer Sammlungsfähigkeit erfahren .Mit dem aufsteigenden Ausatem können wir uns Boden unter den Füssen schaffen. Mit dem impulsiven Ausatem erfahren wir unsere Vitalität. Durch die Atemerfahrung können wir unsere persönliche Ausdruckskraft stärken. Wir sind nicht wie gewöhnlich den verschiedensten Eindrücken ausgesetzt – wir erfahren unsere Ausdrucksfähigkeiten. So können wir uns mithilfe unseres Atems nach außen zeigen.

Die Möglichkeit unserer leiblichen Erfahrung kann von uns in kreativer Weise umgesetzt werden – wir können in diesem künstlerischen Prozess das von uns Erfahrene nach außen bringen.

Unser Ziel ist nicht das Ergebnis sondern ein absichtsloses Tun im schöpferischen Prozess als Ergebnis unserer Atemerfahrung. Diese Selbstvergessenheit dabei ist eine Glücksbringende Erfahrung.

Bitte warme Socken und bequeme Kleidung mitbringen.

Karin Uhrbach
Atempädagogin/-therapeutin AFA-Diplom, Mitglied im Berufsverband der AFA, Heilpraktikerin Psychotherapie (HpG), tätig in der Gruppenarbeit (auch mit Senioren) in der Erwachsenenbildung und in der Atem-Einzelbehandlung

WS: Den Teppich unserer Lebensfäden knüpfen. Wie die Erzählkunst einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt leisten kann.

Vöge, Patricia und Gabel, Helmut

Die Kunst des Geschichtenerzählens ist ein Schatz vieler alter Kulturen. Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, beinhalten Lebensweisheiten, die uns auf dem Lebensweg begleiten und stärken. Das Gestalten von Geschichten gibt uns Raum, unsere Kreativität frei zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen. Durch das Erzählen und Teilen von Geschichten, entsteht ein tieferer Lebenssinn und zwischenmenschlichen Beziehungen werden kultiviert. Die Kraft unserer Herzen wird gestärkt und wir öffnen uns der Schönheit in und um uns herum. In diesem Workshop werden wir uns gemeinsam auf die Reise des Geschichtenerzählens begeben. Mit unserem Leib und unserer Stimme werden wir Geschichten gebären und zum Ausdruck bringen. Und was wären Geschichten ohne Musik, die die Flamme unseres Herzens nährt?! Durch die Kunst des Geschichtenerzählens, schaffen wir eine gemeinsame Sprache von Verständnis, Respekt und Liebe.

Dieser Workshop eignet sich für jung und alt. Jeder ist herzlich willkommen.

Patricia Vöge
ist promovierte Psychologin mit dem Schwerpunkt Gesundheitspsychologie. Ihr Fokus liegt auf der Anwendung von komplementären Methoden aus Ost und West zur Stärkung der eigenen Ressourcen und Widerstandskräfte. In ihrer Arbeit als Psychologin wendet sie den lebendigen Ausdruck von alten Geschichten und Weisheiten an. Sie ist Dozentin für Gesundheitspsychologie sowie Nahöstlicher Tanz- und Ausdruckssprache.

Helmut N. Gabel
leitet und konzipiert nachhaltig angelegte Personalentwicklungsprogramme für Unternehmen. Er hat eine Ausbildung als Sprecher und ein Studium der Eurythmie absolviert. Später kam noch ein Studium der Arbeitswissenschaften dazu. Er tritt zusammen mit dem Perle Ensemble als Erzähler von Rumi-Geschichten und Rezitator von Gedichten unterschiedlicher Sufi-Dichter in Deutsch und Englisch auf und vermittelt die Methode der Herz-Meditation.

Morgenangebot: Mantra-Singen aus aller Welt

Westphalen, Thomas

Ein Kreis von Menschen.
Ein Erfahrungsfeld von Herz zu Herz, von Augenblick zu Augenblick.
Die Erfahrung von Vielfalt zu Einheit.
Basale Kommunikation in Wort, Gesang und Tanz.
Intuitive Wahrnehmung des Anderen und des eigenen Erlebens.
Singen von Mantren aller Welt und Tänze des universellen Friedens als gemeinsame Erfahrung, und  Bildungs- und Heilungskraft einer Gemeinschaft.

Thomas Westphalen
Geb.20.06.64
Verheiratet und Vater von 4 Kindern
Mitarbeiter  einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke Menschen
der Sozialstation Hürup "Lichthof"
Mitinitator  der  Initiative  "Kultur und Suppe"
Sänger und Komponist der Musikgruppe "Wesen" 
www.kultur-und-suppe.de
www.wesen.org

V: Solidago - eine salutogene Gesundheitsabsicherung. Aktuelle Forschungsergebnisse

Wiethaler, Cornelia

Nach einem kurzen Blick auf die Entstehungsgeschichte der Freien Solidargemeinschaften für Gesundheit beschreibt der Beitrag die jüngste unter den Freien Solidargemeinschaften, die Solidago. Solidago hat sich als anderweitige Absicherung (SGB V § 5 Abs. 1 Nr. 13) explizit als salutogenetische Gemeinschaft gegründet. Drei Kernelemente der salutogenen Struktur sind die auf Vertrauen und Verbindlichkeit gründenden lokalen Gemeinschaften, die Freiheit der individuellen Therapiewahl sowie die Solidarität bei der Einlagengestaltung und Risikoberechnung.

Am 31.10. und 1.11.14 fand auf Einladung des Solidago-Bundesverbandes das erste Symposium zu Freien Solidargemeinschaften für Gesundheit in Stuttgart statt. Dort stellten acht WissenschaftlerInnen ihre Forschungsarbeiten aus dem Kontext der Freien Solidargemeinschaften vor. Aus diesen vielfältigen Blickwinkeln entwickelte sich ein angeregter Austausch zu Fragen der Gerechtigkeit und des Rechtsrahmens, zu Wirkmechanismen und Organisationstrukturen bei der Verwaltung von Gemeingütern sowie von lokalen Gemeinschaften. Als ein roter Faden zogen sich Fragen der Menschenwürde, und ihr Bezug zum Gesundheitssystem, durch die Veranstaltung. Die Referentin gibt einen Einblick in die verschiedenen Forschungsarbeiten und schließt mit einem Ausblick auf die aktuelle politische Lage.

Cornelia Wiethaler
ist Gründungsmitglied und Vorstand der Solidag0-Bundesverband Solidargemeinschaft für Gesundheit e.V..
Politikwissenschaftlerin. Freiberufliche Tätigkeit als Projektleiterin, Ausbildung, Jugend, Soziales (ESF), Agrar, Naturschutz seit 1997.
Geboren am 14. Februar 1964 in Wittmund/Ostfriesland, verheiratet, drei erwachsene Kinder.

V: Gewinnender Austausch zwischen den Generationen – Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf

Zörner, Elfriede

Jugendliche zeigten bei der Studie zum Thema "Urvertrauen", dass ihnen vielfach Informationen über ihre eigene kindliche Entwicklung, familiäre Prägungen und Werte abgehen. In den oftmals Klein-Familien bleibt zu wenig Zeit und Gelegenheit für derartige Gespräche und Erlebnise, denn Themen rund um die Alltagsbewältigung stehen im Vordergrund. Dies empfanden die befragten Jugendlichen als großes Manko.
Weiters zeichnet sich bei der aktuellen Großeltern-Generation ein Trend ab, nur kurzfristig Großeltern-Freuden zu genießen, jedoch mit wenig Bereitschaft auch die Pflichten dieser Rolle anzunehmen. Neben einer unter Umständen noch vorhandenen Berufstätigkeit steht bei der älteren Generation die eigene Lusterfüllung mit Reisen, Sport und sonstigen Freizeitvergnügungen
im Vordergrund. Übersehen wird vielfach, dass es auch die Verantwortung
gibt, nun eine neue Position in der Familie und in der Gesellschaft einzunehmen, die eigene Lebenserfahrung, Wissen und Familiengeschichte weiterzugeben.
Andererseits gibt es ältere Menschen, die als Leih-Omas/Opas fungieren oder ehrenamtlich in Schulen als Lesepaten zur Verfügung stehen, ...
Den Austausch unter den Generationen benötigen auch die neuen Schulkonzepte, die sich von der reinen Wissensvermittlung verabschieden und hin zur Kompetenzförderung entwickeln. Sie wollen eine wertschätzende Lernkultur, die auf der ursprünglichen Lernfreude und Neugier der Kinder aufbaut, die zu Gemeinsinn und Verantwortung, zu Kreativität und Unternehmergeist inspiriert und befähigt!
Dieser Ansatz ist natürlich keine Einbahnstraße, sondern fördert für jeden in der Gemeinschaft, in der Kommune das Kohärenzgefühl. Die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns wird erlebbar, Herausforderungen verstehbar und handhabbar. Der Zugang zu den eigenen Ressourcen gestärkt. Und die Hirnforschung bestätigt, dass nicht nur Kinder und Jugendliche neue Verschaltungen
im Hirn entwickeln können, sondern auch Erwachsene und Ältere. Aber nicht durch Anstrengung, sondern durch die Begeisterung.

Elfriede Zörner
ist Diplom-Lebensberaterin und Salutovisorin®, Vorstandsmitglied der ÖGL
Österreichischen Gesellschaft für Lebensberatung. Sie forscht über Urvertrauen und Salutogenese, hält Vorträge, Workshops über Salutogenese und Lebensberatung, ist weiters Autorin von verschiedenen Fachartikeln (z.B. Bücher „Erste Hilfe für mein Ich“, "Lebensberatung in Österreich", "Herz mit Ohren - Salutogenese und Sinn", sowie für Journale und Zeitungen) und arbeitet seit 1993 in einer selbständigen Beratungspraxis in Linz und am Bodensee mit besonderer Ausrichtung auf Coaching und Supervision unter dem Aspekt der Salutogenese.