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A. Antonovsky
Was bedeutet „Salutogenese“?
Das Wort Salutogenese (lat. von salus = Unverletzheit, Heil, Glück und griech. génesis = Entstehung) bedeutet Gesundheitsentstehung und wurde von dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994) in den 70er Jahren geprägt. Der Begriff ist analog gebildet zu dem Begriff Pathogenese (griech. páthos = Schmerz, Leid), der die Lehre der Entstehung von Krankheit bezeichnet.
Aaron Antonovsky's Konzept der Salutogenese
Wodurch und wie werden Menschen immer wieder gesund? Diese entscheidende Frage stellte der Medizinsoziologe und Stressforscher Antonovsky anhand einer vergleichenden Untersuchung von Frauen im Klimakterium, die den Holocaust im KZ überlebt hatten. “. … bedenken Sie, was es bedeutet, dass 29 Prozent einer Gruppe von Überlebenden des Konzentrationslagers eine gute psychische Gesundheit zuerkannt wurde. (Die Daten zur physischen Gesundheit erzählen dieselbe Geschichte.).
Den absolut unvorstellbaren Horror des Lagers durchgestanden zu haben, …… und dennoch in einem angemessenen Gesundheitszustand zu sein! Dies war für mich die dramatische Erfahrung, die mich bewusst auf den Weg brachte, das zu formulieren, was ich später als das salutogenetische Modell bezeichnet habe…“
So der amerikanisch-israelische Medizinsoziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky über den Beginn des Weges zur Frage der Salutogenese.
Er hat diese Frauen, die den Holocaust gesundheitlich gut überstanden haben, intensiv interviewt, um herauszufinden, was sie zu dieser Stressbewältigung befähigt hat. Dabei hat er folgende Erkenntnisse gewonnen:
Als zentralen Faktor für ihre Gesundheit hat Antonovsky den „sense of coherence SOC“ gefunden, was in der deutschsprachigen Literatur meist mit ‚Kohärenzgefühl’, seltener mit ‚Kohärenzsinn’ oder ‚Kohärenzempfinden’ übersetzt wird.
Der „sense of coherence SOC“ setzt sich nach Antonovsky aus drei Komponenten zusammen:
1. Verstehbarkeit (comprehensibility)
2. Gefühl von Bedeutsamkeit oder Sinnhaftigkeit (meaningfulness)
3. Handhabbarkeit (manageability)
In dem Salutogenese-Modell nach Antonovsky gibt es keine Dichotomie von Gesundheit und Krankheit, sondern ein Kontinuum zwischen den Polen Krankheit und Gesundheit. Dabei versteht er Gesundheit dynamisch als ständigen Entstehungsprozess. Er prägt das Bild von einem Menschen, der im Fluss des Lebens zu schwimmen hat. (Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit; DGVT-Verlag, 1997).


