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Übersicht
Salutogene Kommunikation SalKom®
Salutogene Kommunikation und Kohärenzregulation
Salutogene Kommunikation hat zum Ziel, Menschen in ihrer gesunden Entwicklung und Kreativität anzuregen. Dabei liegt der Fokus auf der autonomen Selbstregulation, der Fähigkeit, durch Eigenaktivität Wohlbefinden in stimmiger Verbundenheit herzustellen. Die Ressourcen des Beraters dazu sind Resonanzfähigkeit, Achtsamkeit, Fachkompetenz und Ausdrucksfähigkeit.
In mitdenkender und mitfühlender Resonanz begleitet er Menschen in ihrer Kommunikation mit Mitmenschen, mit ihrer materiellen Umwelt, in ihrer Kultur sowie in einer globalen und geistigen Dimension. Menschen streben nach stimmiger Verbundenheit (‚Kohärenz’) in ihren Daseinsdimensionen – dieses übergeordnete attraktive Ziel (‚Attraktor’) steuert letztlich die Kohärenzregulation. Mit der Salutogenen Kommunikation fördern wir diese Stimmigkeitsregulation.
Annähern – abwenden - annähern
Mit Hilfe des neuropsychologischen Annäherungs- sowie Abwendungssystems können wir Gefahren abwenden und uns lustvoll unseren attraktiven Zielen annähern. Dabei kommt es zu einem komplexen mehrdimensionalen Zusammenspiel von physischen Bedürfnissen, Emotionen, Gedanken und Gewissen. Im Laufe des Lebens haben viele Menschen auch tiefe emotionale Kommunikationsmuster erlernt, die heute die Entfaltung ihres Potentials hemmen. In der Salutogenen Kommunikation nehmen wir diese zunächst wertschätzend an und verändern sie dann derart – dass die Beteiligten sich erfolgreicher gesund und kreativ entfalten können. So ist SalKom® besonders hilfreich in allen therapeutischen, beraterischen und pädagogischen Berufsfeldern.
Salutogene Kommunikation ist eine aufbauende Art und Weise zu kommunizieren und leistet somit einen Beitrag zu einer Kommunikationskultur, die Gesundheit und Kreativität fördert.
Das Besondere und Neue an der salutogenen Kommunikation ist ihr konsequenter Fokus auf die kommunikative Selbstregulation. Diese wird als mehrdimensionale Stimmigkeits-/Kohärenzregulation gesehen.
Im therapeutischen und beraterischen Gespräch achten wir besonders auf stimmige und positive Motivation und auf die Stärkung der Ressourcen. Wir verstehen den Menschen in Resonanz in seinen mehrdimensionalen Lebenskontexten. Wir achten auf Autonomie und Zugehörigkeitsgefühl.
Wissenschaftliche Grundlagen
Die salutogene Kommunikation ist die praktische und theoretische Weiterentwicklung des Autonomietrainings von Ronald Grossarth-Maticek, einer Gesprächsführung zur Anregung der Selbstregulation, das in umfangreichen Forschungen eine „dramatische Wirkung“ (Wittmann 2008) zeigte, nämlich eine um 30% verringerte Sterblichkeit noch nach über 20 Jahren durch 1-5 Gespräche (Grossarth-Maticek 1999, 2003, 2008). Petzold hat unter Einbezug von Erkenntnissen moderner Hirn- und Kommunikationsforschung, dem Salutogenesemodell Antonovskys sowie moderner Theorien komplexer Systeme, auf der Grundlage von über 30 Jahren Erfahrungen in vielfältigen therapeutischen, kommunikativen und kreativen sowie gruppendynamischen Tätigkeitsfeldern diese Kommunikation weiterentwickelt zur SalKom®.
Ausbildung
In einem Einführungsseminar (ES) wird die salutogenetische Orientierung vermittelt – was sie im Denken, in der Haltung und in der Kommunikation bedeutet. Das ES ist offen für alle Interessierten. Anschließend kann man sich für das Basistraining entscheiden, wenn man in einem entsprechenden Beruf (Therapie, Beratung oder Erziehung) tätig ist oder werden möchte.
Im Basistraining werden in fünf Modulen (B1-B5, s. a. Curriculum) die Grundlagen salutogener Kommunikation mit Hilfe theoretischer Erörterungen, kommunikativer Selbsterfahrung, Frage- und Gesprächsführungsübungen sowie Supervision erarbeitet. Der Abschluss ist der salutogenetisch orientierte Berater (‚Salo-Berater’).
Wer das Basistraining in Salutogener Kommunikation erfolgreich absolviert hat, soll in der Lage sein, in seinem Tätigkeitsfeld so salutogen zu kommunizieren, dass er auch sein gesammeltes pathogenetisch orientiertes Wissen derart integriert hat, dass es der gesunden Entwicklung förderlich ist.
Im Aufbautraining geht es in sechs Modulen (C1-6) um eine salutogenetische Orientierung in einer tiefen psychodynamischen Sicht- und Beratungsweise. Als ausgebildeter salutogenetisch orientierte Salo-Coach bzw. Therapeut (je nach Beruf) sollen Sie in Ihren Therapien bzw. Beratungen tiefenpsychodynamisch wirksame, auch systemisch übernommene Kommunikationsmuster salutogen bearbeiten können.
Zum Kursleiter für TSF: „Training der Selbstheilungsfähigkeit – Rundum stimmig und gesund“ in sechs Gruppenevents können Sie sich in einem 5-tägigen Kursleitertraining ausbilden lassen. Voraussetzung ist das erfolgreich absolvierte Basistraining. Nach dem Kursleitertraining sind Sie befähigt, das TSF in der Gruppe durchzuführen.
Die Fortbildung in salutogener Kommunikation wird von der Ärztekammer Niedersachsen als Fortbildung anerkannt und bislang mit 23 Punkten pro Wochenendseminar zertifiziert.
Methodik in der Ausbildung
In Impulsreferaten werden theoretische Grundlagen, Strukturmodelle und Interventionen vermittelt.
In Partner- und Kleingruppenübungen wird die salutogene Kommunikation erprobt und geübt.
In Gruppengesprächen wird das Verständnis vertieft.
In Einzelgesprächen und Supervisionen auch vor der Gruppe wird am Beispiel gelernt.
In Rollenspielen werden neue Lösungen gefunden, die im kollegialen Austausch sowie in Supervision reflektiert werden.
Anfänge der Ausbildung
In SalKom werden wissenschaftliche Erkenntnisse der Gesundheitsförderung sowie der Kommunikationswissenschaften zu einem gesundheitsbildenden Kommunikationskonzept für Gesundheits- und Erzeihungsberufe, auch für die ärztliche Praxis verbunden. Damit verbinden sich langjährige Erfahrungen aus der allgemeinmedizinischen und psychotherapeutischen Praxis, der Ausbildung in Gesundheits- und Sozialberufen, dem Kommunikationstraining und dem Schauspiel zu einem neuen Konzept gesundheitsorientierter Kommunikation.
Ein Konzept für eine 'Salutogene Arzt-Patient-Kommunikation' wurde 2004 initiiert von der Arbeitsgruppe SaKom: Prof. Dr. med. Eberhard Göpel (Hochschule Magdeburg), Elisabeth Möller (Schauspielerin, Kommunikationscoach, Bad Gandersheim), Dr. rer. nat. Dipl. Psych. Annette Mulkau (Kommunikationstrainerin, Magdeburg) und Theodor D. Petzold (Arzt und Psychotherapeut (ECP), Bad Gandersheim) - vom letzteren in der jetzigen Form entwickelt. Dabei spielte das Autonomietraining von Grossarth-Maticek eine besondere Rolle.
Literatur dazu:
Petzold, TD (2011): Salutogene Kommunikation. In: Petzold & Lehmann (Hrsg.): Kommunikation mit Zukunft. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung.
Petzold, TD (2010): Praxisbuch Salutogenese - Warum Gesundheit ansteckend ist. München: Süd-West-Verlag.
Petzold TD (2011): Systemische und dynamische Aspekte von Ganzheit in einer Theorie der Allgemeinmedizin. In: Zeitschrift für Allgemeinmedizin ZFA 2011 (87)(10) S.21-26.
Petzold TD (2011): Stimme und Stimmigkeitsregulation. In: BDSL aktuell 10/2011 S.62-66.
Petzold TD, Lehmann N. (2009): Salutogene Kommunikation zur Annäherung an attraktive Gesundheitsziele. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung (Brosch.).
Petzold TD (2007): Bedürfniskommunikation. In: Psychotherapie Forum Vol. 15 No.3 2007 S.127-133.
Petzold TD (2005): Die ärztliche Gesprächsführung im Sinne einer salutogenen Kommunikation. In: Erfahrungsheilkunde 2005; 54, S. 230-241.


