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Veranstaltungen:

07. Sep 2016

Einladung zu Vortrag und Gespräch: Ein neues Verständnis emotionaler Kompetenz - Emotionen und Bedürfniskommunikation

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21. Okt 2016

Einführungsseminar

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30. Nov 2016

Einladung zu Vortrag und Gespräch: Wege zu einer kreativen Kooperation durch salutogene Kommunikation

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11. Jan 2017

TSF Kursleiterausbildung

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24. Mär 2017

Salutogener Umgang mit Symptomen - die heilsame Information verstehen (wird als Salkom®-Einführungsseminar anerkannt)

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Weitere Veranstaltungen

Salutogene Kommunikation SalKom®

Ziele - Intention

Die Salutogene Kommunikation SalKom® dient der gesunden Entwicklung und dem Erleben von stimmiger Verbundenheit, von Kohärenz und Kooperation. Sie wirkt heilsam auf zwischenmenschliche Beziehungen, auf kommunikative Systeme und damit auch auf alle beteiligten Menschen.

  • Die gesunde Selbstregulation und damit die Selbstheilungsfähigkeit wird angeregt.
  • Erfolgreiche Möglichkeiten zur stimmigen Kommunikation von Anliegen, Emotionen und Bedürfnissen werden eröffnet und gefunden.
  • Stimmige und kreative Kooperation zwischen Menschen sowie eigener innerer Anteile wird gefördert. 

Ziele der Ausbildung: Die Teilnehmenden können eine salutogenetische Orientierung in ihrer alltäglichen und beruflichen Kommunikation konsequent anwenden – eine Orientierung auf attraktive Ziele und hilfreiche Ressourcen (Basisausbildung).

In der Aufbauausbildung wird das Verständnis der Psychodynamik und systemischen Bezüge vertieft sowie entsprechende Interventionsmöglichkeiten vermittelt. Die AbsolventInnen können psychodynamisch und systemisch wirksame salutogene Gespräche führen.

Haltung

Die Salutogene Kommunikation ist eine dialogische Gesprächsweise. Das bedeutet, dass wir in einer wohlwollend achtsamen Haltung in ein Gespräch gehen, Kooperation anbieten und suchen und offen für unvorhergesehene Verläufe und Ergebnisse sind. Die Kommunikation entfaltet sich dialogisch hin zu einer kreativen Kooperation.

Methodik / Vorgehen

Der Klient wird in den Phasen seiner systemischen gesunden Selbstregulation dialogisch begleitet und angeregt (Wahrnehmen/Motivation (Soll-/Ist-Zustand) – Handeln – Reflexion der Erfahrungen und Lernen daraus) (Petzold 2013a,b). 
Bedürfnisse und Anliegen hinter Emotionen werden wahrgenommen und kommuniziert (Bedürfniskommunikation) (Petzold 2007, 2013a,b).
Wunschlösungen werden gefunden und Handlungsschritte zur Annäherung an attraktive Ziele gegangen bzw. geplant (Petzold 2011a, 2013a,b).
Kooperative Auswege aus dem dramatischen Opfer-Dreieck, wie z.B. bei Traumafolgen, werden beschritten (Petzold 2014, 2015a,b).
Der moderierte „imaginierte Dialog“ ist eine psychodynamisch besonders wirkungsvolle Technik zur Lösung alter Beziehungsmuster und systemischer Verstrickungen, wie auch Loyalitätskonflikten (Petzold 2011a).
In der Salutogenen Kommunikation kommen verschiedene Techniken auch anderer Therapie- und Kommunikationsmethoden zur Anwendung.
Sie ist eine lernende, integrierende und damit eine sich entwickelnde Methode.

Didaktik / Methoden in der Ausbildung: Impulsreferate, Gruppengespräche und -reflexion, kommunikative Partnerübungen, Rollenspiele, Beratungen und Intervision in Dreiergruppen, Gespräche vor der Gruppe, Supervision, Arbeit mit dem ‚Lebensdimensionen-Netz‘. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung ist Selbsterfahrung bei der Problemlösung.

Reflexion - wissenschaftlicher und weltanschaulicher Hintergrund

Der theoretische Hintergrund der Salutogenen Kommunikation ist ein systemisches evolutionäres Weltbild und Menschenverständnis (Petzold 2011c, 2013a). Es geht von der Evolution von lebenden Systemen aus, die mehrdimensional miteinander in Resonanz sind. Das große System wirkt auf das kleine und umgekehrt können kleine Veränderungen auch zu Übergängen in großen Systemen führen.

Wissenschaftliche Grundlagen sind die moderne Hirn- und Psychotherapieforschung (Grawe, Bauer, Hüther, Schubert, Schiepek, Elliot), die Forschungen zur Komplexität adaptiver Systeme (Chaosforschung Peitgen et al; Sturmberg et al; Scott).

Die empirischen Forschungen von Lawrence LeShan, Steve de Shazer, Ronald Grossarth-Maticek und Aaron Antonovsky haben wichtige gedankliche und praktische Impulse zur Entwicklung der Salutogenen Kommunikation gegeben. 

In der Salutogenen Kommunikation werden die Erkenntnisse der Psychodynamik konsequent salutogenetisch entwicklungsorientiert verstanden und angewendet.

Auszüge aus Fachbüchern von anderen AutorInnen zur Salutogenen Kommunikation

Pamela Emmerling (Psychotherapeutin, Kommunikationstrainerin) widmet in ihrem Buch „Ärztliche Kommunikation“ (2015) das Kapitel 6.8 der Salutogenen Kommunikation: „Salutogene Kommunikation – energy flows where attention goes … Wenn heute bereits jeder fünfte Bürger in ein sogenanntes Chronikerprogramm gehört, sollte aus medizinischer und gesellschaftlicher Sicht alles getan werden, um diesen Patienten trotz ihrer Krankheit ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Gerade der salutogene Ansatz lässt hoffen, dass aus dem Gefühl der Kohärenz mehr Kraft für die Patienten wächst, ihren Alltag zu bewältigen.“ (S. 212 f)

Peter-Ernst Schnabel (Em. Prof. für Gesundheitswissenschaften schreibt in seinem neuesten Buch „Einladung zur Theoriearbeit in den Gesundheitswissenschaften“ (Beltz Juventa 2015): „Kohärenzerfahrungen … fördern die Fähigkeit der Menschen, Gesundheit herzustellen… handelt es sich bei salutogener Kommunikation … um eine methodische Orientierung. Vermittels ihrer sollen Ärzte, Therapeuten und Gesundheitspädagogen ihre Patienten, Klienten und Auszubildenden in die Lage versetzen, verloren gegangene und/oder zu wenig entwickelte Fähigkeiten, wie die (Bedürfnis-)Signale … wahrzunehmen und auf allseits verträgliche und d.h. selbstregulative und kommunikativ kompetente Weise zu bearbeiten,“ (S.128)

Theresia Friesinger (Referentin für Frühe Bildung und Inklusion; Kommunikationstrainerin) in ihrem Buch „Fühlen, was wir brauchen“ (2012), S.149ff: Kap. 4.1.1.4 Salutogene Kommunikation der Zukunft nach Petzold … „Eine Kommunikation, die so gestaltet ist, dass sie uns und den anderen Menschen einfach nur gut tut und unser Herz liebevoll ‚wachküsst‘, ist salutogen, d.h. schlicht und einfach gesundheitsfördernd. … Dies führt sowohl zum Erleben als auch zum kreativen Gestalten eines stimmigen Lebens, das Selbstheilungsprozesse in Gang bringt… Petzold verbindet mit seiner salutogenen Kommunikation ebenso die Selbstheilung mit der stimmigen Kommunikation… ‚Eine erfolgreiche Annäherung ist das Ergebnis eines guten Zusammenwirkens unseres Annäherungs- und Vermeidungsverhaltens. Das betrifft die Kernfunktion gesunder und kreativer Selbstregulation.‘“

Berichte und Feedback von SeminarteilnehmerInnen

Jörg Eikmann (Psychologe, Buchautor) als Feedback nach einem Seminar (2013): „Dank für die erhellende Zeit, das Erleben von Mut und Zuversicht und den anerkennenden und liebevollen Umgang in und mit der Gruppe. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende“ meint Friedrich Hölderlin. Stimmt!
Und: „Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen erscheint“.  Albert Einstein

Ausgewählte Veröffentlichungen

Petzold TD (2016): Geburt ist Kooperation im Annäherungsmodus. In: DHZ Deutsche Hebammenzeitschrift 2016. 68 (1) 32-36.

Petzold TD (2015a): Für eine gute Arzt-Patient-Kooperation ist die gemeinsame Intentionalität entscheidend. In: ZFA Z.Allg.Med.10: 6-10.

Petzold TD (2015b): Ent-Wicklung von Beziehungsmustern in intentionalen Gemeinschaften. In: Der Mensch Heft 50/51, S. 5-12.

Petzold TD (2013a): Gesundheit ist ansteckend - Praxisbuch Salutogenese. München: Irisiana (überarbeitete Neuauflage vom "Praxisbuch Salutogenese..." (2010; Süd-West)

Petzold TD (2014): Selbsthilfe, Selbstregulation und Kommunikation. In: Der Mensch Heft 48, 1/2014 S.11-17.

Petzold TD (2013b): Salutogene Kommunikation und Selbstregulation. In: Praxis - Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation. 26. Jahrgang, Heft 2-2013 (92); S. 131-145.

Petzold TD (2013c): Stimmigkeit im therapeutischen Resonanzraum. In: Der Mensch Heft 47, 2/2013 S.48-51.

Petzold TD (2013d): Salutogene Kommunikation zur Anregung der Selbstheilungsfähigkeit bei langwieriger Erkrankung. In: Petzold & Bahrs (Hrsg. 2013): Chronisch krank und doch gesund. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; S. 263-278.

Petzold TD (2013e): Kreative Gruppenprozesse für gesunde Entwicklung – auch gesellschaftlich. In: Petzold & Bahrs (Hrsg. 2013): Chronisch krank und doch gesund. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; S. 396-407.

Petzold TD (2013f): Errors, communication and a learning feedback-loop for development. Presentation on international conference in Ascona Switzerland: COME Communicating Medical Errors.http://www.salutogenese-zentrum.de/

Petzold, TD (2011a): Salutogene Kommunikation. In: Petzold & Lehmann (Hrsg.): Kommunikation mit Zukunft. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung S. 141-163.

Petzold TD, Lehmann N (2011b): Salutogenesis, globalization, and communication.  In: Special Issue of International Review of Psychiatry Dec 2011, Vol. 23, No. 6, Pages 565-575. http://informahealthcare.com/eprint/2tBKJEewTtXWMACrEfxs/full.

Petzold TD (2011c): Systemische und dynamische Aspekte von Ganzheit in einer Theorie der Allgemeinmedizin. In: Zeitschrift für Allgemeinmedizin ZFA 2011 (87)(10) S.21-26.

Petzold TD, Lehmann N. (2009): Salutogene Kommunikation zur Annäherung an attraktive Gesundheitsziele. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung (Brosch.).

Petzold TD (2007): Bedürfniskommunikation. In: Psychotherapie Forum Vol. 15 No.3 2007 S.127-133. 

Petzold TD (2005): Die ärztliche Gesprächsführung im Sinne einer salutogenen Kommunikation. In: Erfahrungsheilkunde 2005; 54, S. 230-241.